Stemmen bricht im Kreisliga-Nachholspiel in Rotenburg ein / Jaafars Tor-Premiere

Nach der Pause explodiert die Czichos-Elf – 6:1

Einen Tick zu spät kommt in dieser Szene Stemmens Simon Erdmann, sodass Rotenburgs Mark-Michael Völker (r.) den Ball ins Zentrum spielen kann.
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Einen Tick zu spät kommt in dieser Szene Stemmens Simon Erdmann, sodass Rotenburgs Mark-Michael Völker (r.) den Ball ins Zentrum spielen kann.

Rotenburg – Es lief die 78. Minute, als Patrik Czichos plötzlich über „Mittelsmann“ Marcel Riffel an der Seitenlinie einen Zettel aufs Feld schmuggelte. „Da war unsere dritte Aufstellung drauf, die wir vorher nicht besprochen hatten. Deshalb sollte da jeder mal raufgucken“, klärte der Coach des Rotenburger SV II auf und bereitete seine Kreisliga-Fußballer so auf die kurz darauf folgende Einwechslung von Henning Schwardt und Mathis Wulff vor. Das Nachholspiel gegen den TV Stemmen war da längst entschieden – letztlich setzte sich die Wümme-Elf mit 6:1 (0:0) durch und revanchierte sich mit dem ersten Saisonsieg für das Pokal-Aus in Stemmen vier Tage zuvor.

Heiko Meyer nahm die Lehrstunde an diesem milden Oktober-Abend äußerlich gelassen zur Kenntnis. „Am Ende war der Sieg hochverdient. Rotenburg hat das Spiel schon in der ersten Halbzeit dominiert“, räumte Stemmens Trainer ein. Nur hatten es die Gastgeber da versäumt, den Ball im Tor unterzubringen. „Wir müssen das Ding früher entscheiden“, wusste auch Czichos, war aber mit der Steigerung einverstanden: „Wir haben aus dem Pokalspiel gelernt. Mit Schönspielerei kommt man nicht weiter.“ Fast ein Dutzend Ecken besaß die RSV-Reserve allein in den ersten 45 Minuten – unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff von Referee Friedrich Lüning (FC Walsede) auch drei dicke Chancen durch Edis Din, Ammar Jaafar und Michel Müller. Die bisweilen etwas fahrige Defensive hätte wiederum Stemmens Martin Illinger beinahe bestraft (22.).

Nach der Pause stellte Czichos um, beorderte Müller nach vorne, Riffel auf die Sechs und Leon Arizanov nach hinten auf die Außenbahn. Und plötzlich explodierte der RSV. Allerdings wusste Stemmen für Müllers Führungstreffer (49.) noch die richtige Antwort. Illinger lief clever auf Jannik Niepel auf und provozierte einen Strafstoß. Diesen verwandelte Stefan Ehrke – 1:1 (51.). Doch der mit sechs Spielern aus dem Oberliga-Kader verstärkte Gastgeber war längst auf Touren – und nicht mehr aufzuhalten. „Beißt euch ins Spiel, Jungs“, rief Ehrke zwar noch. Doch das gelang nicht mehr. Mark-Michael Völker aus spitzem Winkel (60.), Atilla Iscan nach Konter (70.), Marcel Riffel mit einer verunglückten Flanke (74.), Ammar Jafaar mit seinem Premieren-Tor in der Kreisliga (75.) sowie Komeill Mohammed Ali mit einem platzierten Schuss (83.) schossen das 6:1 heraus.

Von Matthias Freese

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