DBBL unterbricht Zweitliga-Saison

Nach dem Pokal ist Pause für die Hurricanes

Vorerst rollt kein Basketball mehr über das Spielfeld: Die DBBL hat den Betrieb der 2. Bundesliga Nord und Süd bis Mitte Januar aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie unterbrochen. Ob es dann weitergeht, ist noch offen.
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Vorerst rollt kein Basketball mehr über das Spielfeld: Die DBBL hat den Betrieb der 2. Bundesliga Nord und Süd bis Mitte Januar aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie unterbrochen. Ob es dann weitergeht, ist noch offen.

Rotenburg – Utz Bührmann ist über die E-Mail in seinem Postfach „sehr überrascht“. Dem Vorstandsmitglied der Avides Hurricanes wurde in der Nachricht mitgeteilt, dass der Spielbetrieb in den beiden Staffeln der 2. Basketball-Bundesligen aufgrund der aktuellen Pandemieentwicklung ab sofort unterbrochen wird – vorerst bis einschließlich 10. Januar. Der DBBL-Pokal, in dem die Hurricanes-Damen am Mittwochabend in Scheeßel das Achtelfinale gegen den Erstligisten TSV Wasserburg bestreiten, ist von dem Beschluss wiederum nicht betroffen. Das Spiel findet somit wie geplant um 19.30 Uhr statt.

Der Pokalbetrieb wird aus dem Grund vorerst nicht eingestellt, da mehr als die Hälfte aller noch im Wettbewerb befindlichen Teams aus der 1. Bundesliga stammen und die Klasse von der Unterbrechung ausgeklammert wurde. „Auf dem Niveau hängen noch viel mehr Arbeitsplätze dran. Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich es nachvollziehen, dass die erste Liga weiterspielt“, sagt Bührmann.

Der Geschäftsführer der Damen Basketball-Bundesligen (DBBL), Philipp Reuner, erklärt die Entscheidung, den Spielbetrieb der zweiten Ligen ruhen zu lassen, mit den verschärften, individuellen Beschränkungen aufgrund der anhaltenden Corona-Krise an etlichen Bundesliga-Standorten. Im Süden Deutschlands sieht die Lage derzeit dramatischer aus als im Norden. Viele Hallen sind gesperrt oder als Testzentrum umfunktioniert worden, sodass den Vereinen teilweise keine Spielstätten mehr zur Verfügung stehen. Auch im Norden sind Alba Berlin und die Zweitvertretung des BC Marburg seit Wochen nicht mehr angetreten. „Aufgrund der gemeinsamen Ligastruktur erfolgt keine unterschiedliche Handhabung innerhalb der Nord- beziehungsweise Süd-Gruppe“, so Reuner. Somit fallen die Spieltage acht bis zehn beider Staffeln sowie alle anderweitigen Hauptrunden-Ansetzungen in diesem Zeitraum (inklusive möglicher Nachholspiele) aus. Bei den Hurricanes sind die Partien gegen BBZ Opladen (12. Dezember), Panthers Academy Osnabrück (19. Dezember) und ASC Göttingen (10. Januar) betroffen.

Bis spätestens 10. Januar solle eine Neubewertung der dann vorliegenden Rahmenbedingungen erfolgen. Ziel sei laut DBBL eine Fortführung des Spielbetriebs am 16./17. Januar. Dann wären die Hurricanes bei Eintracht Braunschweig gefordert. „Die Entscheidung zur vorübergehenden Unterbrechung ist uns nicht leicht gefallen. Wir reagieren damit auf die aktuelle Lage und werden die Rahmenbedingungen in den nächsten Wochen beobachten und regelmäßig neu bewerten“, betont der DBBL-Geschäftsführer.

Der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist für Bührmann jedoch nicht wirklich nachvollziehbar. „Vor vier Wochen hätte ich die Unterbrechung total verstanden. Jetzt finde ich es schon sehr merkwürdig: Eine Unterbrechung hätte ich mir vor Einführung der vorgeschriebenen Corona-Tests vor den jeweiligen Spielen gewünscht, dann hätten wir uns jede Menge Arbeit und Ausgaben erspart“, sagt Bührmann, der bestens vorgesorgt hatte und für das Team für weitere sieben Wochen bereits Corona-Tests vorliegen hat, weitere seien schon bestellt.

Verpflichtung zweiter Profispielerin ungewiss

Aus sportlicher Sicht komme die Unterbrechung den Hurricanes hingegen ganz gelegen, schließlich pausiert Kapitänin und Leistungsträgerin Pia Mankertz gerade aufgrund ihrer Referendariatsprüfung, die US-Amerikanerin Maddie Simon plagt sich mit einem lädierten Fuß herum und eine zweite Profispielerin wird derzeit noch gesucht. „Aus diesen Gründen kommt uns die Pause sicherlich nicht ungelegen. Auf der anderen Seiten verlieren wir nun wieder unseren Rhythmus. Keiner weiß doch, ob es Mitte Januar wirklich weitergeht. Nach den Feiertagen gehen die Experten doch eher davon aus, dass die Corona-Zahlen wieder steigen könnten“, blickt Bührmann nicht sonderlich optimistisch voraus.

Ohne die Gewissheit, wann der Spielbetrieb wirklich fortgesetzt wird, stehen die Hurricanes vor einem großen Problem. Eigentlich wollte der Verein im Januar wieder eine zweite Profispielerin verpflichten. Doch jetzt wurde der Plan „komplett durcheinander gebracht“, wie Bührmann verrät. Die Hurricanes wissen zum jetzigen Zeitpunkt nicht, wann ein möglicher Neuzugang überhaupt das erste Mal zum Einsatz kommen könnte. „Das ist alles sehr ungewiss. Warum sollten wir jetzt mit einer Spielerin verhandeln, ohne zu wissen, wann wir sie brauchen. Wir stellen gerade alles auf den Prüfstand und warten ab, schließlich geht es um weitere Kosten“, so das Vorstandsmitglied Finanzen.

Bei der wirtschaftliche Lage sieht Bührmann trotz der zusätzlichen Ausgaben und der fehlenden Einnahmen noch keine Gefahr, da sein Verein gut aufgestellt sei. „Wir schaffen das. Unsere Sponsoren halten uns zum Glück alle die Treue. Zudem verfügen wir über etwas Rücklagen“, verrät er. Dennoch macht er auch kein Geheimnis daraus, dass die Kosten „eine große Hausnummer“ sind. Bührmann habe bislang einen Verlust von rund 7 000 Euro verzeichnet. „Das klingt noch überschaubar, doch haben wir nicht mal die Hinrunde komplett absolviert. Weitere 7 000 Euro müssen daher noch hinzu gerechnet werden“, erklärt Bührmann.

Von Mareike Ludwig

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