Brasilianer bereitet gegen Gellersen alle RSV-Tore vor – Denker gelingt das 3:2

Muniz glänzt als Vorbereiter

Gellersens Kapitän Tobias Hövermann (l.) versucht alles, um Stefan Denker am Torschuss zu stören – vergebens. Hier scheitert der RSV-Goalgetter zwar noch, später gelingt ihm aber per Kopf der Siegtreffer. Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Wie gut für den Rotenburger SV, dass Carsten Böder falsch lag. Der Stadionsprecher des Fußball-Landesligisten hatte in der 66. Minute irrtümlicherweise Stefan Denkers Auswechslung verkündet – dabei war es Max Friesen, Schütze des 1:0, der den Platz verlassen hatte. Denker stand bis zum Abpfiff auf dem Feld des Ahe-Stadions und markierte noch den Siegtreffer zum 3:2 (2:1)-Erfolg gegen den TSV Gellersen. In der 80. Minute befreite er den Tabellenzweiten nach einer Flanke des Brasilianers Marcello Muniz per Kopf aus der zwischenzeitlichen Lethargie. „Es war nicht schön, sondern ein Kampfspiel – aber auch das macht Spaß“, fand er.

Wenige Minuten vor seinem erlösenden Tor, immerhin schon das neunte in dieser Saison, wirkte der Goalgetter noch alles andere als gutgelaunt. Beim RSV war nach der Pause lange Zeit nur wenig zusammengelaufen, Gellersen hatte dem Gastgeber mit kämpferischen Einsatz den Schneid abgekauft und durch Arne Hohensee ausgeglichen (63.). Denker war wiederum am stark reagierenden Lars-Ole Johst gescheitert (68.), zudem bekam Robin Meyer, Gellersens auffälligster Akteur, seine Unzufriedenheit schmerzhaft zu spüren – Gelb gab es für das Foul (73.). „Das war kein Frust“, beteuerte der 29-Jährige und meinte: „Wir haben uns runterpushen lassen, haben dann aber Mentalität gezeigt.“

RSV-Coach Tim Ebersbach hatte nach dem Ausgleich gespürt, dass sein Team vor nur 90 Zuschauern zurückkommen würde. „Da sind wir gefühlt aufgewacht“, meinte er. Auch die Einwechslungen von Arthur Bossert und Tobias Kirschke trugen dazu bei. „Sie haben frische Impulse gebracht, mit ihnen ist mehr Galligkeit reingekommen“, fand auch Denker.

Mann des Spiels war für den Coach jedoch sein linker Flügelspieler Muniz. „Er hat sehr tief gestanden, aber sehr diszipliniert gespielt. Das hat er gut gemacht.“ Zumal der Südamerikaner alle Tore des RSV vorbereitete. Angefangen mit dem frühen 1:0, bei dem er über die linke Seite kommend Jan Friesen bediente, der wiederum uneigennützig für seinen Zwillingsbruder Max querlegte (9.). Als Muniz von Alexander Reinecke von den Beinen geholt wurde und Björn Mickelat den Strafstoß zum 2:0 verwandelte (30.), schien die Wümme-Elf auf tiefem Geläuf und mit der 3-4-3-Formation in Fahrt zu sein. Mehrfach hatte Referee Daniel Piotrowski (SV Dohren) bis dato Jan Friesen aussichtsreich und fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen, doch auch so hätte der Mittelstürmer erhöhen können, scheiterte aber an Johst (31.). „Eigentlich müssen wir 3:0 führen, dann ist das Ding durch“, so Ebersbach.

Stattdessen verkürzte Gellersen nach einem Rotenburger Freistoß per Konter. Yannick Chwolka kam gegen Andreas Demir zu spät in den Zweikampf (43.), der Sicherheit ausstrahlende Schlussmann Henner Lohmann war chancenlos. Und der RSV erst mal raus aus seinem Rhythmus, blieb oft nur zweiter Sieger und schien, eine zerfahrene Partie aus der Hand zu geben. „Ich hatte mir am Tag vorher noch 180 Minuten Videomaterial über Gellersen reingezogen – und dann kriegen wir so einen Konter“, ärgerte sich Ebersbach. Doch der war am Ende verflogen, denn Bossert löste sich von drei Gegenspielern und leitete mit einem Flügelwechsel auf Muniz das Siegtor ein. Der Brasilianer fand mit seiner Linksflanke aus vollem Lauf wiederum den Kopf des heranstürmenden Denker.

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