Muharemis Fehlpass bestraft – RSV mit 1:2-Schlappe im Kellerduell / „Wenn du so naiv agierst …“

Otts Volltreffer nach dem Abpfiff

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Mund zu: Es war Ture Otts beste Szene, als er Atilla Iscan (am Boden) vor einer verbalen Dummheit bewahrte.

Aus Oldenburg Berichtet - Matthias FreeseOLDENBURGWenn er doch bloß vorher so treffsicher gewesen wäre! Nach dem Abpfiff legte Ture Ott seinen ganzen Frust in diesen einen Schuss und drosch den Stapel Plastik-Hütchen mit voller Wucht in Richtung der tiefergelegten Ersatzbank. Volltreffer! Die dort sitzenden Mitspieler reagierten verhältnismäßig ruhig. Auch als der Neuzugang des Rotenburger SV mit der Hand noch aufs Dach haute und davonstapfte. Zuvor hatte der Stürmer auf dem Platz nichts gerissen – und die Wümme-Elf das Kellerduell der Fußball-Oberliga beim VfL Oldenburg mit 1:2 (0:0) verloren.

„Das ist schon bitter“, bemerkte Kapitän Tim Ebersbach nach der Partie, die für die Gastgeber unter dem Motto stand: Werbung ist alles! Nicht nur die Hosen der Oldenburger sind vorne und hinten bedruckt, nicht nur die Außenwand der hinter dem Tor stehenden Sporthalle ist in fünf Reihen mit Bannern beklebt – jede Auswechslung, jedes Tor wurde zudem von einem namentlich genannten Sponsor präsentiert.

Werbung in eigener Sache betrieben die Rotenburger eher weniger, obgleich sie in einer schwachen Oberliga-Partie doch eine Halbzeit lang ein optisches Übergewicht besaßen und sich gut mit dem Kunstrasen im Stadion an der Alexanderstraße arrangierten. „Da waren wir von der Spielanlage, vom Taktischen und Technischen her eine Liga stärker. Da hatten wir doch gefühlt 70 Prozent Ballbesitz“, fand Ebersbach. Nun, ein wenig übertrieben war die Einschätzung. Vor allem aber fehlte es vorne an Durchschlagskraft. Der als einziger Stürmer aufgebotene Ture Ott besaß nicht eine Chance. Die beste Möglichkeit vergab Dragan Muharemi, als er den Ball aus zwölf Metern nach feiner Vorabeit von Atilla Iscan in die Arme von Keeper Felix Bohe schoss (40.). Es passte zum gestrigen Auftritt des zentralen Mittelfeldspielers, der sich bei vielen Aktionen verhedderte. „Zu umständlich“, kritisierte Coach Jan Fitschen das Spiel seines eigentlichen Leistungsträgers.

Im zweiten Durchgang besaßen die Huntestädter dann eindeutig die besseren Chancen, von denen Keeper Henner Lohmann einige noch vereitelte. Beim ersten Rückstand war er machtlos, denn nachdem Tobias Kirschke im Zentrum den Ball gegen zwei Kontrahenten nicht kontrollieren konnte, setzte Patrick Lizius das Leder flach in die linke Ecke (55.). Zurück ins Spiel brachte Atilla Iscan seine Rotenburger, als er eine Unsicherheit in der Oldenburger Abwehr mit einem satten Schuss zum 1:1 ausnutzte (79.). Wer weiß, ob er zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Feld gewesen wäre, wenn Ture Ott ihm nach einem Foul von Stephan Blödorn nicht schnell den Mund zugehalten hätte (55.). Es war Otts beste Szene an diesem Tag. Später haderte er nur noch mit seinen Mitspielern, motzte („Meine Fresse!“) und holte sich auch noch Gelb ab.

Verhängnisvoll war letztlich einer von vielen Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung. Muharemis Fehlpass in der Schlussphase wurde von Renke Pflug aus spitzem Winkel mit dem 2:1 bestraft. „Wenn du so naiv in der 87. Minute agierst, hast du es auch nicht verdient zu gewinnen“, kommentierte Jan Fitschen den Bock und blieb dabei ganz ruhig. Andere reagierten sich lieber an den Hütchen ab …

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