„Edelreservist“ des RSV darf von Beginn an ran und erzielt Doppelpack – 4:1

Es müllert wieder!

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Immer unterwegs: Michel Müller (am Ball), verfolgt von Lüneburgs Julian Albrecht.

Rotenburg - Tim Ebersbach hat nicht auf die Stimmen aus dem Hintergrund gehört. „Der Vorschlag kam“, verriet der Coach des Rotenburger SV. Doch er habe nur „ganz kurz“ darüber nachgedacht und sich dann eben anders entschieden. Michel Müller, erst zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf, durfte also noch bis zur 83. Minute auf dem Feld bleiben und nutzte seine Chance. Mit einem Doppelpack in nur zwei Minuten – jeweils aufgelegt vom eingewechselten Jan Friesen – lenkte er den Tabellenzweiten der Fußball-Landesliga zum 4:1 (1:0)-Heimsieg gegen den SV Eintracht Lüneburg. Die letzte Hinrundenpartie war kurzfristig in die Wümmestadt auf Platz eins verlegt worden, weil in Lüneburg wegen der Regenfälle nichts ging.

„Michel Müller war der überragende Mann auf dem Platz – nicht nur wegen der Tore“, teilte Ebersbach noch im Schlusskreis seinem Team mit. Später ergänzte er: „Er war schon in der ersten Halbzeit unser Aktivposten und hatte überhaupt keinen Abfall.“ Bei der Auswechslung humpelte der als Stürmer aufgebotene „Edelreservist“ vom Feld. Nichts Schlimmes. „Ein bisschen kaputt bin ich schon, aber es war cool, endlich mal wieder zu spielen und auch zu treffen“, meinte der aus Fintel kommende 22-Jährige. Es waren bereits seine Saisontore drei und vier trotz geringer Einsatzzeiten. Erzielt hatte er sie in der 77. und 79. Minute, als der RSV sich allmählich aus dem Zwischentief wieder herauskämpfte und durch die Einwechslungen von Arthur Bossert und Jan Friesen spürbar an Offensivgefahr dazugewann.

Die verdiente RSV-Führung in einem lange Zeit zähen Spiel vor knapp 50 Zuschauern hatte der als Sechser aufgebotene Yannik Funck nach einem gefühlvollen Pass von Stefan Denker per Kopfball unter die Latte erzielt (42.). Allerdings hakte es trotz Überlegenheit bisweilen im 4-3-3-System, dem die Lüneburger mit einer Fünferkette begegneten. Da sich auf der rechten Seite Außenverteidiger Jannik Niepel und der vor ihm postierte Max Friesen fast schon auf den Füßen standen, während auf der linken Seite Björn Mickelat immer wieder ins Zentrum zog, wirkte das RSV-Spiel sehr rechtslastig.

Die Hände zum Himmel: RSV-Fan Stefan Krautwasser (vorne) bejubelt das 1:0, das die Mannschaft auf dem Platz feiert.

Mit Wiederbeginn kam dann noch mehr Sand ins Getriebe. Und nachdem Denker nach Müller-Pass erneut an Keeper Jan-Hendrik Sommer gescheitert war (52.), gelang Lüneburg auf einfachste Weise der Ausgleich. Lukas Faltin und der abschließende Ali Moslehe kombinierten sich nahezu ungestört durch die RSV-Deckung (60.). „Das kann man definitiv besser verteidigen“, fand auch Ebersbach, während Mickelat anmerkte: „Die haben alle eine Qualität in der Liga. Wir haben es aber wieder geschafft, den Schalter umzulegen.“

Durch Müllers Doppelpack war die Gefahr, die der Tabellenneunte meist durch Phillip Gruhn ausgestrahlt hatte, abrupt verflogen. Unverkennbar hatte der RSV mehr Qualität von der Bank beizusteuern als die Eintracht, sodass dem eingewechselten Arthur Bossert nach Querpass von Denker auch noch das 4:1 gelang (90.).

Yannik Funck agierte als Sechser und traf.

Neben Müller waren es vor allem die beiden Sechser Funck und Tobias Kirschke (nach der Pause immer bissiger) sowie Innenverteidiger Christoph Drewes, die zu den Besten im Team der Wümmestädter zählten. Und mit 29 Punkten bleiben sie als Tabellenzweiter erster Verfolger des Spitzenreiters MTV Treubund Lünmeburg, der sich beim hochgehandelten TuS Harsefeld mit 3:0 schadlos gehalten hatte. Doch von Meisterschaft redet beim RSV ohnehin keiner. „So demütig sollten wir auch bleiben“, meint Coach Ebersbach.

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