RSV-Stürmer bleibt derzeit nur die Zuschauerrolle / „Meine Zeit wird kommen“

Müller steckt in der Warteschleife

Das RSV-Trikot durfte Michel Müller in der Fußball-Oberliga erst in einem Punktspiel tragen. Ansonsten kam er bisher nicht über die Rolle des Zuschauers hinaus.
+
Das RSV-Trikot durfte Michel Müller in der Fußball-Oberliga erst in einem Punktspiel tragen. Ansonsten kam er bisher nicht über die Rolle des Zuschauers hinaus.

Rotenburg – Nach fünf Spielen stehen in der Statistik von Michel Müller gerade einmal acht Minuten Einsatzzeit. Im jüngsten Punktspiel beim SV BW Lohne (0:3) wurde der Offensivmann erstmals in dieser Saison beim Fußball-Oberligisten Rotenburger SV eingewechselt. Ansonsten hatte ihn Coach Tim Ebersbach auf der Bank gelassen. Kein Wunder, dass der 23-Jährige mit seiner derzeitigen Situation alles andere als einverstanden ist.

Seine bisherige Nicht-Berücksichtigung ist für Müller aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Vielmehr sieht es der gebürtige Finteler als Ansporn, weiter Gas zu geben und sich im Training zu beweisen. „Natürlich bin ich enttäuscht, wenn ich nicht spiele. Es wäre komisch, wenn das nicht der Fall wäre. Aber hätte mir jemand vor zwei Jahren gesagt, dass ich jetzt im Oberliga-Kader stehe, hätte ich es wahrscheinlich nicht geglaubt. Ich bin sehr ehrgeizig und gebe nicht auf. Irgendwann kommt ,Ebbe‘ (Tim Ebersbach, Anm. d. Red.) nicht mehr an mir vorbei und muss mich aufstellen. Meine Zeit wird kommen“, zeigt sich Müller optimistisch.

Bis es so weit ist, könnte es allerdings noch etwas dauern, da die Spielausrichtung des RSV nicht Müllers Qualitäten entspricht. Als einer der Außenseiter der spielstarken Liga setzt Ebersbach eher darauf, seine Jungs gegen den Ball arbeiten zu lassen und wenig Ballbesitz zu haben. Zudem verfügen die Gegner oftmals über große und robuste Spieler. „Das spielt Michel leider nicht in die Karten. Ihm fehlt die Körperlichkeit. Er lebt von seinem ersten Kontakt. Dennoch geht seine Formkurve immer weiter nach oben. Er hat zuletzt gut trainiert. Dass er Fußball spielen kann, wissen wir. Er braucht noch etwas Geduld. Er darf nicht nachlassen, dann kommt er zu seinen Einsätzen“, sagt der Coach.

In einem persönlichen Gespräch hat Ebersbach genau diese Punkte mit Müller besprochen, um ihm zu erklären, warum es derzeit noch nicht für mehr gereicht hat, obwohl die vergangene Saison für ihn sehr erfolgreich verlaufen war und er stets seine Einsätze bekommen hatte. „Der Sprung von der Landesliga ist schon extrem. Das Tempo ist noch schneller, jeder kleine Fehler wird sofort eiskalt bestraft. Ich bin immer über jedes Feedback dankbar und stehe mit unserem Trainer im engen Austausch“, so der Angreifer.

In der Offensive ist das Ebersbach-Team mit Arthur Bossert, Stefan Denker, Jan Friesen, Noel Lohmann und Björn Mickelat gut besetzt. „Wir haben brutal starke Leute. Gerade ,Micky‘ und ich ähneln uns vom Stil. Er verfügt aber natürlich über eine ganz andere Qualität, da komme ich als junger Spieler nicht einfach so vorbei. Das ist noch mal eine andere Liga.“

Um sich aber auch schon bald in der Oberliga einen Namen zu machen, sammelt Müller momentan fleißig Spielpraxis in der Reserve. „Wenn sich die Partien nicht überschneiden, biete ich immer selbst an, dort auszuhelfen. Für mich ist es selbstverständlich, schließlich hat die Mannschaft arge Personalnot. Auch wenn die Kreisliga noch nicht meinem Anspruch genügt“, so der angehende Erzieher. Das Wörtchen „noch“ in seiner Aussage dürfte besonders Jan Rosenbrock, regelmäßiger Gast im Ahe-Stadion, freuen. Der Trainer des SV GW Helvesiek (1. Kreisklasse Süd) versucht schon lange, den Stürmer zu seinem Team zu lotsen. Er hat dabei auch ein Ass im Ärmel – Müllers älterer Bruder Max, der bei den Grün-Weißen spielt. „Irgendwann wollen wir auf jeden Fall mal zusammen spielen. Wenn möglich, auch gerne mit unserem jüngeren Bruder Maik (der 15-Jährige spielt derzeit in der U 16 des RSV, Anm. d. Red.). Doch bis es so weit ist, will ich höherklassig angreifen“, räumt der Finteler Wechselgerüchte aus dem Weg.

Und wer weiß, vielleicht steht nach dem nächsten Punktspiel gegen den TuS Bersenbrück, Samstag (13.30 Uhr) ein zweistelliger Wert hinter Müllers Einsatzzeit.

Von Mareike Ludwig

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Wieder Inter! - Gladbach bangt um Weiterkommen in der Gruppe

Wieder Inter! - Gladbach bangt um Weiterkommen in der Gruppe

Real droht erstmals Vorrunden-Aus - Liverpool Gruppensieger

Real droht erstmals Vorrunden-Aus - Liverpool Gruppensieger

US-Präsidenten und ihre Vierbeiner

US-Präsidenten und ihre Vierbeiner

Macbook-Pro: Läutet Apples M1-Chip eine neue PC-Ära ein?

Macbook-Pro: Läutet Apples M1-Chip eine neue PC-Ära ein?

Meistgelesene Artikel

„Ich bin definitiv überzeugt von mir“

„Ich bin definitiv überzeugt von mir“

„Ich bin definitiv überzeugt von mir“
Fußballer Deniz Kadah: „Ich denke noch nicht ans Aufhören“

Fußballer Deniz Kadah: „Ich denke noch nicht ans Aufhören“

Fußballer Deniz Kadah: „Ich denke noch nicht ans Aufhören“

Kommentare