Müller hat's vorher gewusst

Stürmer Müller trifft erneut, aber RSV verspielt Sieg gegen Stade in der Defensive

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Da hilft auch kein hohes Bein mehr: Clever drückt sich Rotenburgs Michel Müller (vorne) in Stades Verteidiger Philipp Aue rein, erkämpft dadurch den Ball, vollstreckt zum zwischenzeitlichen 2:1 und ...

Stade – Von Matthias Freese. Auf Michel Müller ist Verlass. Immer dann, wenn der 22-Jährige nach der Winterpause in der ersten Elf des Rotenburger SV stand – und das war jetzt zweimal der Fall –, steuerte er auch ein Tor bei.

Da aber die Defensive die gewohnte Souveränität in der Partie beim Aufsteiger VfL Güldenstern Stade vermissen ließ, reichte es für die Wümmestädter in der Fußball-Landesliga lediglich zu einem 2:2 (1:1). „Rein subjektiv gesehen waren wir ganz klar die bessere Mannschaft“, fand RSV-Coach Tim Ebersbach und lag damit durchaus richtig.

An Schiedsrichterin Monique Panetta vom SV Rosche arbeiteten sich beide Seiten ab. Zunächst waren es vor allem die Gastgeber, die sich auf ihrem Rasen am Ottenbecker Damm über manche Entscheidung in bisweilen wenig freundlichem Ton echauffierten. Später hatte mehrfach der RSV gute Gründe, zu meckern und sich nicht immer richtig behandelt zu fühlen – etwa als es in der Nachspielzeit Freistoß für Stade statt Schiedsrichterball gab. Allerdings waren es letztlich keine spielentscheidenden Pfiffe der 21-jährigen Unparteiischen. Die Fehler, die zu den Toren führten, begingen die Teams schon selbst.

... dreht anschließend jubelnd sowie mit ausgestreckten Zeigefingern ab, während sein Stader Gegenspieler mit sich selbst hadert.

Vor allem Stade agierte anfangs extrem passiv und unsicher, gewann kaum einen Zweikampf und hielt den Ball nur kurzfristig in den eigenen Reihen. „Wir hatten ja fast 75 Prozent Ballbesitz und waren eine Klasse stärker“, stellte Ebersbach treffend fest. Er hatte an der Seitenlinie übrigens die geballte Trainerkompetenz versammelt, denn neben dem in der Schlussphase noch eingewechselten Björn Mickelat (als Coach schon für den TuS Zeven verantwortlich) blieb auch der spielende Co-Trainer Christoph Drewes wegen muskulärer Probleme draußen. Für ihn agierte Karol Karpus in der Innenverteidigung – „er war auch mal dran“, betonte Ebersbach.

Ohne Drewes offenbarte die Abwehr jedoch einige Unsicherheiten. Und die sollten zehn Minuten nach der verdienten Führung des eifrigen Marcello Muniz (14.) offen zutage treten. Einen Fehlpass von Karpus versuchte Tobias Kirschke nicht konsequent, sondern mit der Hacke zu klären – weitere Rettungsversuche misslangen ebenfalls, sodass am Ende der Fehlerkette Jannik Peters der Nutznießer war und ausglich. „Bis zum 1:1 hat Stade ja gebettelt“, meinte Ebersbach. Danach bekamen die Gastgeber jedoch Rückenwind.

Nach vorne war es beim RSV neben Muniz vor allem Müller, der als Sturmspitze stets gefährlich war und sich letztlich für sein Nachsetzen belohnte. Einen langen Pass von Sebastian Czimmeck bekam Stades Verteidiger Philipp Aue unter Müllers Druck nicht geklärt. Der RSV-Angreifer drückte sich clever nach innen rein und vollstreckte souverän – sein drittes Saisontor, obgleich er erst sechsmal in dieser Saison in der Startelf stand. „Jungs, ich hab‘s euch gesagt“, kommentierte er die Glückwünsche der Mitspieler in der 50. Minute.

Mehrfach besaß der Tabellensechste danach Kontermöglichkeiten, um zu erhöhen, spielte diese aber nicht gut aus. „Die haben ganz viel Platz hergeschenkt. Wir haben aber zu sehr ins Zentrum gespielt. Der letzte Pass hat nicht gestimmt, sonst wären wir als Sieger vom Platz gegangen“, mutmaßte Ebersbach. So aber war es Stades Bester, Stürmer Pascal Voigt (einst für den Heeslinger SC in der Oberliga unterwegs), der nicht nur clever manch Freistoß herausholte, sondern auch schnell und aus der Drehung ein Zuspiel von Aue zum 2:2 verwertete (65.). „Er war bei denen der einzige, der für Entlastung gesorgt und sich gewehrt hat. Ihm hat Stade zum großen Teil den Punktgewinn zu verdanken“, fand Rotenburgs Coach.

Er stellte nach dem Ausgleich vom 4-3-3 auf ein 4-4-2 um, doch kam sein Team nur noch durch den eingewechselten Lukas Heller zu einer ganz dicken Chance (87.). Kein Wunder, dass Ebersbach beim Blick in die Gesichter seiner Spieler feststellte: „Die Jungs sind unzufrieden.“ Aus gutem Grund.

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