Unterstedt dominiert im Ahe-Stadion

Moderau ist beim 4:1 gegen Rotenburgs Reserve der Derby-Entscheider

Daniel Moderau (M.) schiebt den Ball durch die Beine von Alexander Stripling.
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Die Vorentscheidung: Daniel Moderau (M.) schiebt den Ball durch die Beine von Alexander Stripling – 2:1.

Die SG Unterstedt hat das Derby gegen den Rotenburger SV gewonnen. Kurios: Die erste und einzige Gelbe Karte gab es erst in der Nachspielzeit.

Rotenburg – Den ganz jungen Nachwuchskickern des Rotenburger SV, die direkt hinter der Bande saßen und vehement ihre Hände dagegen klatschten, war es egal. „Hier regiert der RSV“, riefen sie fast trotzig und geschlossen, obwohl Hannes Kettenburg unmittelbar zuvor das vierte Tor für die SG Unterstedt erzielt und damit das letzte sportliche Highlight des Stadtderbys der Fußball-Kreisliga gesetzt hatte. Mit einem 4:1 (1:0) bei der RSV-Reserve zogen die Mannen aus dem Ortsteil denn auch in der Tabelle vorbei und rückten die Verhältnisse in dieser Klasse vor rund 160 Zuschauern wieder zurecht.

Wenn bei den Rotenburgern etwas nach vorne ging, dann meist über Buba Jabbi (M.), der auch das 1:1 erzielte. Hier versucht er zwischen Theo Kettenburg (l.) und Yannik Malende durchzukommen.

Während die grün-weißen Unterstedter noch vor ihren Fans feierten und standardmäßig „Derbysieger, Derbysieger“ sangen, hatte Michel Müller, der Spielertrainer der unterlegenen Rotenburger seine Jungs bereits im Kreis zusammengetrommelt. „Unterm Strich war der Sieg verdient, absolut“, räumte er anschließend ein – garniert mit einem kleinen Seitenhieb und einer Spur Understatement: „Die haben gegen einen Abstiegskandidaten gewonnen und feiern, als wenn sie Meister geworden wären.“

Nun ja, ein Derbysieg ist schließlich auch nichts Alltägliches. Zumal das Spiel „in der Phase nach der Halbzeit hätte kippen können“, räumte auch Unterstedts Coach Patrick Werna, bekanntlich wie manch seiner Akteure mit RSV-Vergangenheit, ein. „Das wäre nach der ersten Halbzeit aber eine Katastrophe gewesen.“ In den ersten 45 Minuten waren die Gäste schließlich schon einigermaßen dominant aufgetreten und durch Bastian Rose in Führung gegangen (13.). „Aber wir haben es versäumt, das 2:0 und 3:0 nachzulegen“, merkte Uwe Delventhal aus dem Unterstedter Trainer-Team an.

Meist blieb es fair, auch wenn Jewgenij Teichreb (l.) hier Christopher Hesse wegräumt.

So jedenfalls kamen die jungen RSV-Akteure, die auf den rotgesperrten Innenverteidiger Iago Schreier verzichten mussten, mit neuem Elan und mehr Druck aus der Kabine. Das 1:1 durch einen satten Schuss von Buba Jabbi war die Belohnung (54.). „Ich bin stolz auf die Jungs. Sie haben gut dagegengehalten“, betonte Spielertrainer Müller trotz der noch folgenden Gegentore. Für ihn war bereits das 2:1 durch Daniel Moderau der Knackpunkt: „Da war es durch.“ Ein Abstoß von Keeper Alexander Stripling kam dabei postwendend zurück – Yannik Malende – ein Rotenburger im Unterstedter Trikot – bediente Moderau, der mit einem „Tunnel“ Stripling überwand (65.). Moderau legte acht Minuten später nach einem vorausgegangen Abspielfehler von Tim Schmudlach auch das 3:1 nach – die endgültige Entscheidung, bevor Hannes Kettenburg nach feiner Flanke von Nisar Atris noch erhöhte (80.).

Derby ist dreckig – hier ist der Beweis.

„Zum Schluss haben wir viele Räume bekommen und hatten echt viel Umschaltsituationen“, bemerkte Malende, der an alter Wirkungsstätte vor allem auch kämpferisch eines seiner besten Spiele im Unterstedter Trikot zeigte und ergänzte: „Das war auf beiden Seiten ein gutes Niveau“. Teamkollege Vincent Wuttke fügte an: „Wenn wir immer so spielen würden, wären wir woanders.“ So aber ist die Realität Platz drei mit zwei Spielen mehr als die Spitzenteams FC Alfstedt/Ebersdorf und SV Anderlingen, während Rotenburg als Achter weiter auf Aufstiegsrundenkurs bleibt.

Lieber nicht hinschauen: Rotenburgs Emirhan Ünlü (vorne) bekommt Vincent Wuttkes Jubelgeste nicht mit.

Kurios übrigens für ein Derby: Erst in der Nachspielzeit zog der gut leitende Referee Viktor Herber (SV Jeersdorf) die einzige Gelbe Karte gegen Schmudlach.

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