Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 20

Judo-Trainer Volker Mitschke liebt die Arbeit mit den jungen Menschen

Volker Mitschke mit Medaille um den Hals.
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2017 wurde Volker Mitschke zum Trainer des Jahres gekürt.

Rotenburg – Ein Tag ohne Judo ist für Volker Mitschke fast unvorstellbar. Normalerweise steht der 78-Jährige montags bis freitags für sechs, manchmal auch mehr als sieben Stunden auf der Matte, um den Nachwuchs des TuS Rotenburg und Schüler der IGS Rotenburg zu betreuen. Doch momentan muss sich der Trainer des Jahres 2017 damit trösten, im Internet ab und an mal ein internationales Turnier per Live-Stream zu verfolgen – und sich einen anderen Zeitvertreib suchen, solange die Sporthallen in der Pandemie verschlossen bleiben.

Langweilig wird Mitschke, dem gebürtigen Brandenburger, trotzdem nie. „Ich habe schon wichtige Dokumente der letzten 30 Jahre eingescannt. Auf so einen kleinen Stick geht alles rauf, was sonst meinen ganzen Keller füllt“, erzählt der „Unruheständler“ schmunzelnd und ergänzt: „Ich bin immer aktiv. Es gibt keine Minute, in der ich nicht etwas mache.“ Und sei es eines seiner alten Fahrräder reparieren. „Ich hatte sogar noch ein Rennrad, das ich wieder fertiggemacht und dem Spaß-BuS gestiftet habe.“ Auch zu den Athleten des Behindertensportvereins pflegt er einen engen Kontakt. Er hatte sie bereits auf ihren Weg zu den Special Olympics begleitet.

Vor allem aber mit einem Namen wird Volker Mitschke immer in Verbindung gebracht, schließlich nahm er seinerzeit Dimitri Peters beim TuS Rotenburg unter seine Fittiche. Zusammen mit seinem Trainer-Kollegen Heinrich Friauf formte er ihn in der kleinen Halle des Ratsgymnasiums zu einem der weltbesten Judoka im Halbschwergewicht – das Trainer-Team hatte somit nicht unerheblich Anteil daran, dass sich Peters bei den Olympischen Spielen 2012 in London Bronze erkämpfte. „So ein Ass kriegst du nur einmal im Leben – wenn überhaupt“, sagt Mitschke über den ehemaligen Schützling. „Ja, er war der Beste – aber wir hatten immer gute Leute.“

Was nicht zuletzt mit Mitschkes Engagement zusammenhängt. Er hat deshalb auch keine Bedenken, dass die Corona-Auszeit zu einem Rückgang an jungen Kämpfern führen könnte und ist überzeugt: „Wir haben reichlich Kinder. Wenn die Tür wieder aufgeschlossen wird, sind sie innerhalb von einer Woche alle wieder da.“

Mitschke selbst ist in Sachen Judo dabei eher ein „Spätstarter“ gewesen. Erst Anfang der 1970er-Jahre, mit Mitte 20, hatte er die Sportart für sich entdeckt. Er begann beim JSC Bremen und baute später eine Betriebssportgruppe auf. In der Hansestadt war er als Betriebswirt in einem Tabak-Traditionsunternehmen tätig. Vor mehr als 30 Jahren zog er dann nicht nur nach Rotenburg, sondern übernahm von Helmut Ramke auch die Leitung der 1967 gegründeten Judo-Abteilung. „Was mich beim Judo hält, sind die jungen Menschen“, sagt der Träger des 2. Dan, den er 2019 verliehen bekommen hat.

Zahlen, Daten, Fakten: Volker Mitschke

Geburtsort: Golzow (Brandenburg).

Alter: 78 Jahre.

Aktueller Wohnort: Rotenburg.

Familienstand: Geschieden.

Beruf: Betriebswirt im Ruhestand.

Sportart: Judo.

Sieg bei der Sportlerwahl: 2017.

Größte Erfolge: Als Trainer den Olympia-Dritten Dimitri Peters ausgebildet, weitere Judoka zu Deutschen Meisterschaften geführt; Verleihung des 2. Dan (2019).

Bisherige Vereine: JSC Bremen, TuS Rotenburg.

Aktueller Verein: TuS Rotenburg.

Hobbys: Radfahren.

Ziele: Wieder mit dem Judo-Training starten, gute Judoka aufbauen, Nachfolger als Trainer und Abteilungsleiter finden.

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