Rotenburg lässt zu viele Chancen aus und unterliegt Schwanewede mit 25:27

„Mit dem Kopf durch die Wand“

Rotenburgs Sören Heyber (am Ball) erwischte eine starke erste Hälfte. Hier schüttelt er Torben Lemke ab. Fotos: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Das Selbstvertrauen schrumpfte in der Schlussphase auf ein Minimum, die Verantwortung wurde nur noch hektisch hin- und hergepasst. Keiner wollte werfen, keiner den Fehler machen. Und so verpassten es die Handballer des TuS Rotenburg, das Spiel doch noch zu einem versöhnlichen Ende zu bringen und unterlagen zum Heimauftakt der neuen Oberliga-Serie dem „aufgemotzten“ Aufsteiger HSG Schwanewede/Neuenkirchen trotz einer komfortablen Pausenführung mit 25:27 (16:9). Zweites Spiel, zweite Niederlage –- ein sorgenfreier Saisonstart sieht anders aus.

Nils Muche war völlig aufgewühlt, als er kurz nach dem Abpfiff auf den nur wenige Meter entfernt stehenden Jan Claas Tholen zeigte. „Das ist der Matchwinner!“, stellte der Coach des TuS Rotenburg fest. In der Tat zeigte die Nummer eins der Schwaneweder an diesem Abend etliche starke Paraden vor rund 300 Zuschauern in der Pestalozzihalle. In seiner ersten Verärgerung machte Muche auch sein Team dafür verantwortlich und kritisierte: „Ein Torwart ist dazu da, die Dinger zu halten, die Außen, um sie reinzuschießen. Auf der einen Seite hat das funktioniert, auf der anderen nicht.“

Nun hatte auch Rotenburgs Schlussmann Yannick Kelm eine passable erste Halbzeit erwischt, doch Gegenüber Tholen konservierte seine Top-Form über 60 Minuten. Und für die Außen Lukas Misere und Luka Bruns gilt festzuhalten, dass sie zwar zusammen auf elf Tore kamen, aber ihre Quote nicht annähernd an die von Schwanewedes kroatischem Linksaußen Karol Oroz, der sieben Mal traf, heranreichte. Gerade im ersten Durchgang waren für Rotenburgs Treffer vielmehr die Rückraumhalben zuständig. Sören Heyber war auf seiner linken Seite ebenso effektiv wie der für ihn gekommene Chris Ole Brandt. Der eingewechselte Michel Misere brachte auf seiner rechten Seite frischen Wind und traf bis zur Pause viermal. Ein 12:9 bauten die Gastgeber dann auch mit einem Tor von Keeper Kelm innerhalb von drei Minuten auf ein 16:9 bis zur Halbzeit aus.

Umso unverständlicher bleibt es, wie sich die Gastgeber anschließend von ihrem Weg abbringen ließen und fortan auch aus dem Rückraum gegen die Schwaneweder 6:0-Abwehr nichts mehr ging. „45 Minuten lang war es wunderbar, tadellos. Dann haben wir uns zwar Chancen ohne Ende herausgespielt – aber die musst du auch reinschießen“, haderte und grantelte Muche gleichermaßen. „Und die letzten zehn Minuten wollten sie mit dem Kopf durch die Wand – dabei waren es noch zehn Minuten. Da muss ich mich stattdessen hinten reinkämpfen.“ Hinzu kam, dass nur drei von sieben Siebenmetern verwandelt wurden. Mitte der zweiten Hälfte gelang in zehn Minuten gar nur ein Treffer, ab der 47. Minute traf außer Lukas Misere kein Rotenburger mehr, Heyber wurde obendrein ein Tor aberkannt (45.).

Alles nur eine Frage der Unerfahrenheit gegen die routinierten und clever aufspielenden Gäste, die sich auch von der Roten Karte gegen Nils Goepel (41.) nicht von ihrer Aufholjagd abbringen ließen? Nein, denn bis auf Brandt (hat immerhin A-Jugend-Bundesliga gespielt) haben die Rotenburger bereits zwei Oberliga-Jahre lang gezeigt, wozu sie durchaus in der Lage sind. Mit seinem achten verwandelten Siebenmeter brachte Marco Wilhelms Schwanewede in der 51. Minute mit 23:22 in Führung, mit dem neunten zum 27:25 beendete er 23 Sekunden vor Schluss endgültig die Hoffnungen von Misere & Co.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Fotostrecke: Groß trainiert mit Verband und Schiene an der Hand

Fotostrecke: Groß trainiert mit Verband und Schiene an der Hand

Erdogan setzt seine Offensive gegen Kurden fort

Erdogan setzt seine Offensive gegen Kurden fort

Studie: Jugend ist anfällig für populistische Argumente

Studie: Jugend ist anfällig für populistische Argumente

Google-Smartphone Pixel 4 setzt auf schlaue Kamera und Radar

Google-Smartphone Pixel 4 setzt auf schlaue Kamera und Radar

Meistgelesene Artikel

Mit Wahlers' Tor brechen die Dämme

Mit Wahlers' Tor brechen die Dämme

RSV steckt mitten im Formtief

RSV steckt mitten im Formtief

Aus für Benjamin Duray in Grosny

Aus für Benjamin Duray in Grosny

Wieder Rot – Misere ist fassungslos

Wieder Rot – Misere ist fassungslos

Kommentare