Paul verlässt den Verein

RSV ist zurück im Training

Björn Hakansson spielt den Ball. Hinter ihm steht ein Teamkollege, rechts neben ihm läuft ein weiterer durch Stangen.
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Auf Björn Hakansson (beim Pass) freuen sie sich beim RSV besonders. Er kam im Winter vom FC Oberneuland.

Nach dem Corona-Test sind die Fußballer des RSV auf den Sportplatz zurückgekehrt. Dabei waren auch Spieler, deren Zukunft noch nicht geklärt ist.

Rotenburg – Sieht so das Training der Zukunft aus? Vor dem ersten Dehnen, vor dem ersten Ballkontakt der Corona-Test? Aktuell ist das quasi die Pflicht vor der Kür. Auch bei den Oberliga-Fußballern des Rotenburger SV, die am Dienstag nach sieben Monaten ins regelmäßige Mannschaftstraining zurückkehrten. „Momentan kannst du nur Koordination und Passübungen mit Abstand machen. Spielformen gehen ja noch gar nicht. Es ist relativ einseitig“, merkt Trainer Tim Ebersbach an. „Hauptsache irgendwas mit Ball“, mag sich manch seiner Spieler denken. Als kleines Highlight wählt der B-Lizenz-Inhaber ein Shoot-out anstelle eines Abschlussspiels.

Ebersbach ist froh, überhaupt wieder „eine Konstanz reinzubringen, ohne gleich anzuziehen.“ Am Anfang steht jedoch der Test unter der Tribüne des Ahe-Stadions, bevor es auf Platz drei geht. „Meine Füße jucken“, gesteht Yannick Chwolka kurz vor Betreten des Rasens. „Alter, habe ich das vermisst“, entfährt es Mitspieler Michel Müller. 16 Spieler begrüßen Coach Ebersbach und Torwarttrainer sowie der Corona-Beauftragte Lars Neugebauer – und wahren die Distanz. Zwei Meter sind Vorschrift. Aufgebaut hat der Trainer einen bunten Stangenwald, durch den der Ball geführt werden soll. Auch Fahrradreifen kommen zum Einsatz – in sie soll der jonglierte Ball geköpft werden.

Stangen und Fahrradreifen gehören zur Grundausstattung von Coach Tim Ebersbach.

Einige Routiniers wie Christoph Drewes oder Björn Mickelat fehlen noch, dafür sind neben Winterzugang Björn Hakansson auch die U 19-Spieler Nico Nachtigall und Iago Schreier sowie ein Gastspieler dabei: Marcel Marquardt, junger Mittelfeldakteur des Weser-Ems-Bezirksligisten TuS Heidkrug, der auch beim Regionalligisten FC Oberneuland schon mittrainiert hat. „Er bringt viel mit“, sagt Ebersbach über ihn.

Mit der vorsichtigen Rückkehr auf den Trainingsplatz kommt ohnehin weitere Klarheit in die noch nicht abgeschlossene Personalplanung. Fest steht inzwischen, dass von den verbliebenen Wackelkandidaten Julian Paul auf die Seite der Weggänge gesprungen ist. Der junge Torwart, der im vergangenen Sommer vom Ligarivalen TB Uphusen gewechselt, aber nicht über die Rolle der Nummer drei hinausgekommen war, macht aktuell die Einheiten noch mit. Er suche aber „eine neue Aufgabe, bei der er mehr Chancen auf Spielanteile hat. Es steht fest, dass er uns verlässt, um in der Bezirksliga oder Landesliga die Nummer eins zu werden“, berichtet Ebersbach.

So bleiben nur noch drei Fragezeichen stehen – hinter Tim Potratz, Michel Müller und Atilla Iscan. Ihnen ist der Kaderplatz angeboten worden, „ohne große sportliche Versprechen – alles fair und transparent“, wie der Trainer sagt. „Weil sie auch menschlich gute Typen sind, würden wir sie gerne behalten.“ Nur die Aussicht auf reichlich Spielzeit – die kann er eben nicht garantieren. Vor allem Müller und Iscan, beide beim Auftakttraining nach der Auszeit anwesend, denken deshalb über Vereinswechsel nach. „Michel möchte eine Führungsrolle und würde sich gerne in der Landesliga beweisen“, erzählt sein aktueller Coach.

Unter Beobachtung: Gastspieler Marcel Marquardt passt den Ball. Hinten schaut Michel Müller zu.

Als Neuzugang hat der RSV bisher Keeper Jeroen Gies (1. FC Lok Leipzig) vermeldet. Im Winter war mit Hakansson (FC Oberneuland) bereits ein weiterer Hochkaräter gekommen. Es sollen nicht die letzten Verstärkungen bleiben. „Ein hochwertiger Neuzugang ist noch möglich“, sagt etwa RSV-Präsident Peter Grewe zurückhaltend. „Wenn es ein Wunschkonzert gäbe, würde ich schon gerne noch zwei Verstärkungen für die erste Elf haben“, meint wiederum Ebersbach. Einen für vorne, einen für hinten. Auch deshalb, weil er nicht genau abschätzen kann, wie fit Routinier und Co-Trainer Christoph Drewes aus der langen Corona-Pause kommt. „Es gibt konkrete Gedanken, dass er erst mal in der zweiten Herren spielt“, meint Ebersbach. Doch sollte sein Abwehrchef das Level des vergangenen Sommers erneut erreichen, kommt er in der Oberliga kaum an ihm vorbei.

Viel hängt von den finanziellen Möglichkeiten ab. „Es ist annähernd derselbe Etat wie für die vergangene Saison. Wenn es ein bisschen nach oben abweicht, kriegen wir das auch hin“, erklärt Grewe, ohne konkreter zu werden. Immerhin betont er: „Wir sind gut durch die Corona-Zeit gekommen, weil wir den Kostenapparat Richtung null gefahren haben.“ Große Sprünge sind dennoch nicht geplant. So hatte der RSV kürzlich nicht nur Maximilian Schulwitz (zum TuS Harsefeld) abgesagt, sondern war auch beispielsweise im Falle von Luca Mittelstädt vom Regionalligisten FC Oberneuland „ausgestiegen, weil wir uns eingestehen mussten, dass wir mit anderen Oberligisten nicht mithalten konnten. Das ist nur ehrlich, auch für den Spieler“, betont Ebersbach. Mittelstädt wechselte daraufhin zum Ligarivalen FC Hagen/Uthlede. „Aber das richtige Karussell beginnt sich ja meist erst zu Beginn der Vorbereitung zu drehen“, glaubt Ebersbach.

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