Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 12

Lukas Misere ist „Mister Rotenburg“

Lukas Misere jubelt.
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Lukas Misere ist beim TuS Rotenburg der Torjäger und emotionale Anführer in einer Person.

Rotenburg – Die Pestalozzihalle ist nur wenige Minuten entfernt, zur Arbeit geht es entspannte 100 Meter zu Fuß. Die Wege für Lukas Misere sind kurz. Der 25-Jährige ist in Rotenburg geboren und aufgewachsen, immer noch dort wohnhaft und mittlerweile der Anführer der Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg. Keine Frage: Misere, der in den Jahren 2015, 2016 und 2017 zum Sportler des Jahres gekürt wurde, ist ein Wümmestädter durch und durch und so etwas wie „Mister Rotenburg“.

Nur für den Fußball ging er „seinem“ Rotenburg in der Jugend etwas fremd. Misere lief bis zur U 19 für die JSG KAWU auf und fuhr für die Heimspiele in den Vorort nach Unterstedt. Auch auf dem Rasen hatte es der Groß-und Außenhandelskaufmann drauf und war in der Landesliga ein Leistungsträger. Dabei wäre der etwas größere Ball auch fast dafür verantwortlich gewesen, dass Misere beim Handball ausgestiegen wäre. „Ich bin immer zweigleisig gefahren in der Jugend. Am Ende musste ich mich aber entscheiden. Irgendwann kannst du nicht mehr beides machen“, sagt Misere. „Die Entscheidung ist mir wahnsinnig schwergefallen damals.“ Er zog sich beim Fußball zurück und läuft nur noch ganz selten für die 3. Herren der SG Unterstedt auf.

Beim Fußball, Basketball und allen anderen Sportarten ist er stattdessen als Zuschauer anzutreffen. „Wer mich sucht, braucht nur einfach bei den Sportstätten nach mir zu schauen. Die Erfolgsquote wird recht hoch sein“, meint er und lacht. „Oder ich sitze vor dem Fernseher und schaue Sport.“

Für den TuS Rotenburg war Miseres Entscheidung zugunsten des Handballs Gold wert. Der Linksaußen stieg 2013 – noch für die A-Jugend spielberechtigt – bei den Herren in der Landesliga ein. Nach dem Aufstieg in die Verbandsliga ging es 2017 dann noch einen Schritt weiter nach oben in die Oberliga. Die Kreisstädter laufen mittlerweile in der vierthöchsten Spielklasse in Deutschland auf – und das zu einem Großteil dank Misere. Der Lebensgefährte von Pia Mankertz von den Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes ist der Torjäger und von den Gegnern seit Jahren kaum zu stoppen. Bereits in der ersten Saison in der Oberliga 2017/2018 krönte sich Misere mit satten 205 Treffern zum Torschützen in der Liga.

Dreifach-Sieger bei der Sportlerwahl: Lukas Misere.

Mittlerweile ist er im Team trotz seiner 25 Jahre so etwas wie ein Routinier und Co-Kapitän. Nur Christian Hausdorf gehört dem Team noch länger an. „Das ist fast schon erschreckend“, sagt Misere lachend. Dabei hat er kein Problem damit, Verantwortung zu übernehmen. Lange Zeit warf er auch die Siebenmeter, er geht stets voran und nimmt sich in entscheidenden Momenten die Würfe.

Dabei war zunächst nicht abzusehen, dass der Linksaußen mal der Anführer wird. Er erinnert sich an seine Anfänge bei den Herren. „Ich weiß noch, dass ich super stolz darauf war, als ich auswärts bei einem meiner ersten Spiele mitgefahren bin“, sagt Misere. Voller Vorfreude setzte er sich in Altenwalde nach dem Aufwärmen auf die Bank. „Und da blieb ich dann auch die gesamten 60 Minuten“, erzählt er und schmunzelt darüber. Trotzdem blieb er dran und war dank seines Talents und der ehrgeizigen Einstellung dann schnell nicht mehr wegzudenken. „Man konnte klar sehen, dass er zum Beispiel technisch deutlich besser ausgebildet war als wir“, sagt Johann Knodel. Er war lange Zeit Mitspieler und ist mittlerweile der Teammanager.

Verlockende Angebote stets abgelehnt

Bei den Kreisstädtern sind sie besonders stolz auf ihr Aushängeschild, weil es ein echtes Eigengewächs ist. Mit sechs Jahren begann Misere und blieb immer beim Club. Lediglich Auswahltraining gab es neben den Einheiten in Rotenburg.

Trotz vieler Angebote von anderen Vereinen, die finanziell durchaus verlockend waren, ist Misere dem TuS Rotenburg in 19 Jahren seit seinen Anfängen immer treu geblieben. Im Jahr 2017 sagte der Rechtshänder, der mittlerweile auch verstärkt im linken Rückraum aufläuft, sogar dem Zweitligisten Wilhemshavener HV ab und blieb zwei Klassen tiefer. „Wenn man seit der Landesliga dabei ist und mit seinen Freunden so viel erreicht hat, dann verlässt man das nicht, wenn man glücklich ist“, erklärt Misere. Er fügt an: „Die Oberliga ist ja auch keine Gurkenliga.“

Zur Not auch allein gegen alle: Lukas Misere (am Ball) geht keinem Zweikampf aus dem Weg und wird von seinen Gegnern immer wieder hart attackiert. Er dürfte der wohl meistgefoulte Spieler des TuS Rotenburg sein.

Statt eines Abgangs macht sich der Torjäger mittlerweile eher darüber Gedanken, wie er beim TuS Rotenburg neben dem Platz mit anpacken kann. Zwischenzeitlich war Misere bereits als Jugendtrainer aktiv, gab diesen Job aber wieder aus Zeitgründen auf. „Aber ich will das auf jeden Fall noch einmal machen.“ Für seinen Verein in seiner Stadt setzt sich der Handballer eben ein.

Zahlen, Daten, Fakten: Lukas Misere

Geburtsort: Rotenburg.

Alter: 25.

Wohnort: Rotenburg.

Sportart: Handball.

Bisherige Vereine: JSG KAWU, SG Unterstedt (Fußball), TuS Rotenburg.

Aktueller Verein: TuS Rotenburg.

Größte Erfolge: Aufstieg in die Verbandsliga mit dem TuS Rotenburg, Aufstieg in die Oberliga mit dem TuS Rotenburg, Torschützenkönig in der Oberliga 2017/2018 mit 205 Treffern.

Beruf: Groß- und Außenhandelskaufmann.

Familienstand: Ledig.

Sieger der Sportlerwahl: 2015, 2016, 2017.

Hobbys: Joggen, Fußball, Basketball, Sport aller Art anschauen.

Ziele: Mit dem TuS Rotenburg in der Oberliga bleiben.

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