Misere mit Tempo, Heyber mit Wucht

Rotenburg setzt sich mit 32:26 gegen Elsfleth von der Abstiegszone ab

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Kaum aufzuhalten: Lukas Misere kam über das Tempospiel immer wieder zum Erfolg. Elf Tore steuerte der Linksaußen zum 32:26 gegen Elsfleth bei. Fotos: Freese

Rotenburg - Während die meisten Mitspieler bereits zu Freunden und Familie in Richtung Tribüne geeilt waren, stand Kilian Behrens vor der eigenen Bank und hörte Nils Muche aufmerksam zu. Der Coach des Handball-Oberligisten TuS Rotenburg erklärte, gestikulierte und baute sich wie ein Gegenspieler vor dem Kreisläufer auf – dann durfte Behrens gehen. Gerade im Abwehrzentrum erhält der 21-Jährige derzeit Verantwortung im Crashkurs beigebracht. Und nach dem wichtigen 32:26 (13:11)-Heimsieg gegen den Vorletzten Elsflether TB stellte Muche fest: „Die Mitte haben wir gut dichtgemacht. Kilian hat mir gefallen. Er ist in der Deckung auf einem guten Weg, auch wenn er manchmal noch ein bisschen Beton-Beine hat – aber das ist okay.“

Behrens, vergangene Saison meist auf der Bank, ist eines der neuen Gesichter bei dem sich im Umbruch befindenden TuS Rotenburg. Der ein Jahr jüngere Tim Kesselring ein anderes. Der aus der Zweiten hochgezogene Youngster spielte überraschend von Beginn an im rechten Rückraum, da Linkshänder Michel Misere aufgrund einer Erkältung noch angeschlagen war. „Er hat es in der ersten Halbzeit ausgezeichnet gemacht“, meinte Muche, der Kesselring nach rund 17 Minuten zunächst rausnahm. 

„Ich wollte ihn eigentlich noch viel mehr spielen lassen“, gestand der Coach, doch war später die körperliche Präsenz eines Sören Heyber mehr gefragt. Für Kesselring war das in Ordnung. „Ich bin super happy, dass ich angefangen habe, das war nicht verkehrt“, fand er. Zumal er in der A-Jugend und im vergangenen Jahr bei der Zweiten vornehmlich als Spielmacher aufgelaufen war und nun als Back-up auf der Halbposition agiert.

Den Durchblick behält Jens Behrens trotz Bedrängnis bei der Suche nach dem freien Mitspieler.

Rund 300 Zuschauer sahen zwar ein eher unterdurchschnittliches, aber unterhaltsames Spiel. Das erste Highlight setzte Lukas Misere mit einem Tor per Kempa-Trick zum 10:10 (25.). Damit brachte er sein Team, das kurzfristig die Führung abgegegeben hatte, auch wieder auf Kurs. Ohnehin spielte der Linksaußen seine Geschwindigkeit und Klasse aus und zeigte offensiv sein bestes Saisonspiel – elf Tore bestätigen das. 

Zupackend: Kilian Behrens (2.v.l.) macht den Elsflether Markus Zindler „dingfest“.

Gleiches galt vorne für seinen Gegenpart auf der rechten Seite, für Luka Bruns, der bei seinen sechs Treffern sehenswerte Dreher dabei hatte. Allerdings hatte er in der Deckung einen schweren Stand gegen Justus Pille, dem neben „Wühler“ Florian Doormann auffälligsten Elsflether. Mehrmals kam der Linksaußen zum erfolgreichen Abschluss und überwand auch Keeper Yannick Kelm.

Dreierkonferenz: Luka Bruns, Tim Kesselring und Chris Ole Brandt (v.l.) analysieren auf dem Weg in die Pause bereits die erste Halbzeit.

Muche kritisierte hinterher, dass es seine Mannen nach gutem Start zwischenzeitlich mit „Standhandball“ versucht hätten. „Ich habe ihnen in der Halbzeit gesagt, sie sollen mehr laufen.“ Das taten sie mit fortlaufender Dauer zunehmend mehr. Bis zum 18:20 durch Doormann blieb Elsfleth noch dran (46.), dann brach der Kontakt ab. Als Lukas Misere seinen Slalom-Gegenstoß zum 23:18 abschloss (47.) und auch noch Heybers Harpune zum 25:20 einschlug (51.), waren die Gäste endgültig „erlegt“ und Rotenburg mit nun 8:10 Punkten erst einmal raus aus der Abstiegszone.

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