Linksaußen des TuS Rotenburg gibt seine Zusage / „Ich war am Überlegen“

Misere in einer neuen Rolle

Ganz schön abgehoben: Lukas Misere hat schon häufiger gezeigt, dass er im Rückraum spielen kann. Foto: Freese

Rotenburg - Von Matthias Freese. Lukas Misere hat sich Zeit gelassen. Länger als gewöhnlich. Ein „Flirt“ mit dem Ligarivalen SV Beckdorf wurde ihm nachgesagt – er selbst schweigt lieber dazu. Und schafft Tatsachen: Der Leistungsträger vom linken Flügel hat seinem Heimatverein, dem Handball-Oberligisten TuS Rotenburg, die Zusage für ein weiteres Jahr gegeben. Und plant doch eine räumliche Veränderung.

„Ich würde gerne mal wieder einen Ball in die Hand nehmen“, sagt der 24-Jährige, der trotz Corona-Pandemie behauptet: „Ich glaube, ich bin so fit wie noch nie.“ Viele Läufe und viel Krafttraining daheim haben dazu beigetragen. Ab Juli hat Trainer Nils Muche die ersten Trainingseinheiten im Verbund geplant – „bis dahin kann sich jeder selbst auf ein hohes Fitnesslevel bringen“, meint Misere. Er ist jedenfalls bereit.

Dass wäre er auch für den Abstiegskampf gewesen, ehe die Saison abrupt endete, weswegen die Wümme-Sieben als Tabellenvorletzter drin bleiben durfte. „Ich hätte gerne die sportliche Aufgabe gemeistert. Ich hätte Lust gehabt, mit dem Rücken zur Wand zu stehen und sich da wieder herauszukämpfen. Auch wenn ich weiß, dass es schwer gewesen wäre, das noch zum Positiven zu drehen“, gesteht er.

Lange Zeit herrschte auch nach dem Klassenerhalt der etwas anderen Art eine Ungewissheit beim TuS Rotenburg vor. „Es gab viele Optionen, wo es für uns hätte hingehen können. Bekommen wir einen Kader zusammen, melden wir überhaupt für die Oberliga?“, erzählt der Gegenstoßspezialist und gesteht: „Ich war auch echt am Überlegen.“ Jetzt überwiegt der Optimismus. Mit seiner Zusage geht er voran und macht sicher einigen Kollegen die Entscheidungsfindung leichter. Auch der Verein hat sich positioniert, indem er die Meldung für die Oberliga abgegeben hat.

Im Fall von Lukas Misere schlug das Pendel wohl endgültig Richtung Rotenburg aus, als Nils Muches Rückkehr auf die Trainerbank, nur drei Monate nach dessen Rücktritt, feststand. „Das war natürlich ein Aspekt“, räumt Misere ein. „Vom Charakter her passt ,Mulle‘ einfach am besten zu uns. Er war ja auch nie wirklich weg, wir haben nach jedem Spiel hin- und hergetickert und die Meinungen ausgetauscht.“

Das haben sie übrigens auch hinsichtlich der nächsten Saison, denn: Misere würde gerne eine andere Position auf dem Feld einnehmen. Im Laufe der (fast) drei Oberliga-Spielzeiten hatten sich die Gegner zunehmend auf den torgefährlichen Linksaußen eingestellt, zudem wurde er in dieser Saison bisweilen zu selten ins Spiel gebracht und versauerte ein wenig in seiner Ecke. „Ich war nicht so mit meiner Rolle zufrieden und habe gemerkt, dass ich dem Team nicht so helfen konnte“, sagt der mit 81 Toren zweitbeste Werfer seines Teams. Er sieht seine Zukunft deshalb häufiger im Rückraum, auf der Halbposition oder aber in der Mitte. Da durfte er auch in der abgebrochenen Serie ab und zu mal ran – aber an der Abstimmung hatte es noch gehapert. „Ich werde in der Abwehr trotzdem auf außen verteidigen, aber wir müssen den Gegner vor andere Aufgaben stellen, das war zu monoton, wir haben die Überraschungsmomente nicht mehr gehabt“, meint er. So kam das Tempospiel, Rotenburgs großes Plus seit Jahren, nicht mehr zum Tragen. „Erste und zweite Welle – das war immer unser Spiel. Aber da sind wir uns auch einig, dass wir andere Impulse setzen müssen. Wir müssen aus dem gebundenen Positionsspiel heraus versuchen, mehr Tore zu erzielen. Da haben wir uns immer schwergetan, das waren vielleicht zehn Prozent unserer Tore, die wir so gemacht haben“, merkt Misere an. Shooter dafür hat der TuS Rotenburg eigentlich, allen voran Sören Heyber, aber auch Michel Misere, Chris Ole Bruns – oder eben Lukas Misere.

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