Rotenburg bricht in Schwanewede ein – 22:33

Der Misere-Effekt bleibt aus

Thorsten Misere (M.) hatte sich sein Debüt als verantwortlicher Coach des TuS Rotenburg anders vorgestellt. Er hatte Johann Knodel (l.) zurückgeholt und Tim Kesselring von Beginn an als Spielmacher aufgeboten. Fotos: Freese
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Thorsten Misere (M.) hatte sich sein Debüt als verantwortlicher Coach des TuS Rotenburg anders vorgestellt. Er hatte Johann Knodel (l.) zurückgeholt und Tim Kesselring von Beginn an als Spielmacher aufgeboten.

Schwanewede - Seit mehr als 14 Monaten, seit dem 15. September 2018, dem 26:25 beim TSV Bremervörde, hat der TuS Rotenburg in der Handball-Oberliga kein Auswärtsspiel mehr gewonnen. Daran hat auch Interimstrainer Thorsten Misere am Samstagabend nichts ändern können. Nach dem Rücktritt von Coach Nils Muche hatte der 54-Jährige versucht, das Team in zwei Trainingseinheiten wieder in die Spur zu bekommen. Eine Halbzeit lang schien das beim Aufsteiger HSG Schwanewede/Neuenkirchen zu funktionieren, dann brachen sämtliche Dämme und es setzte eine 22:33 (12:12)-Klatsche. Der Misere-Effekt blieb aus, Rotenburg spielte nach der Pause wie ein Absteiger. „Da haben wir böse nachgelassen“, fand der Interimstrainer.

Wer will dieses Team künftig übernehmen? Mindestens ein Kandidat befand sich unter den 260 Zuschauern auf der Tribüne der Schwaneweder „Heidehölle“: Jörg Leyens, noch bis Anfang November Coach der Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten, verfolgte die Partie. An der Seite des erfahrenen Trainers saß im ersten Durchgang Friedrich Behrens, der langjährige Handball-Boss des TuS Rotenburg, der sich seit dem Muche-Rücktritt wieder eingeklinkt hat.

Wieder mittendrin ist seit wenigen Tagen auch Johann Knodel – eigentlich als neuer Teammanager, gegen Schwanewede aber auch als Spieler. Bereits in der elften Minute löste er Rechtsaußen Luka Bruns ab. Ohnehin hatte Thorsten Misere einige Veränderungen vorgenommen: Während Martin Nowakowsky als Linksaußen begann, weil Goalgetter Lukas Misere das Spiel krank zu Hause am Liveticker verfolgte, erhielt neben Spielmacher Tim Kesselring auch Chris Ole Brandt im linken Rückraum den Vorzug. Der Youngster avancierte prompt zum besten Rotenburger und erzielte acht Tore. „Mir hat es richtig gut getan, das Vertrauen zu spüren“, bemerkte Brandt. „Er war der Einzige, der funktioniert hat“, urteilte sein Coach.

Die Körperhaltung und die Blicke sagen alles: Die Keeper Yannick Kelm und Matthis Köhlmoos (v.l.) bekamen kaum eine Hand an den Ball. Rechts hockt Christian Hausdorf.

In der Tat kam sonst kaum ein Spieler an seine Normalform heran. Auffällig: Alle drei Keeper – Yannick Kelm machte in der 37. Minute Platz für Matthis Köhlmoos, dieser nur sieben Minuten später für Michael Bauer – brachten kaum eine Hand an den Ball. „Sie sind auch alleine gelassen worden“, schränkte Coach Misere ein. Auffällig ebenfalls: Sämtliche Außenspieler gingen leer aus! „Dabei haben wir im Training genau das geübt, die Außen ins Spiel zu bringen“, haderte der Übungsleiter.

So ist jedenfalls kein Spiel zu gewinnen, obwohl es doch recht gut begonnen hatte. Die 6:0-Abwehr mit Jens Behrens und Sören Heyber im Mittelblock stand, einzig Schwanewedes Linksaußen Karol Oroz kam immer wieder durch. Vorne gelang Brandt mit seinem fünften Treffer das 10:10 (21.), Jens Behrens der Pausenstand – 12:12 (30.).

Bester Rotenburger war ohne Frage Chris Ole Brandt (l.), der von Beginn an ran durfte und sich hier mit Schwanewedes Nils Goepel um den Ball streitet.

Doch pünktlich mit dem Wiederanpfiff durch die mit klarer Linie leitenden Unparteiischen Ali Farhat und Nils Jansen (SSC Dodesheide/HSG Nordhorn) offenbarten sich Rotenburgs Schwächen. „Das war meiner Meinung nach auch eine konditionelle Sache“, vermutete Thorsten Misere. „Dabei hatten die Jungs den Auftrag, sich in der Winterpause fitzuhalten.“ Chris Ole Brandt stimmte ihm zu: „Es gibt sicher einige bei uns, die Nachholbedarf haben. Vielleicht sollten wir alle mal in der Woche laufen gehen.“

Jörg Leyens (Mitte, links) ist ein Trainerkandidat beim TuS Rotenburg – der langjährige Handball-Boss Friedrich Behrens saß neben ihm auf der Tribüne.

Auch der Rückraumlinke hatte beobachtet, „dass jeder so ein bisschen eingebrochen ist, ich selbst ja auch. Und wenn es dann ein-, zweimal nicht läuft, spielt man sich in so eine Misere rein.“ Wenngleich dieses Wortspiel unbewusst gewählt war.

„Wir hätten uns besser verkaufen müssen“, war schließlich auch Thorsten Misere – der im Gegensatz zu Vorgänger Muche wesentlich ruhiger das Spiel verfolgte – enttäuscht und ergänzte: „Wir müssen darüber sprechen, wen wir als Verstärkung gewinnen können.“ Zumal es mit solchen Leistungen nicht so einfach werden dürfte, einen Trainer für den in akuter Abstiegsgefahr steckenden TuS Rotenburg zu gewinnen.

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