Nur 13 Spieler, kein gelernter Keeper, Torjäger weg: Der TuS Fintel ist in der 1. Kreisklasse dennoch Zweiter

Mischkes Tanz auf dem Drahtseil

+
Kapitän Arno Holsten (am Ball) organisiert die Defensive des TuS Fintel. Johannes Kohnen (Hintergrund) ist mit zwei Treffern einer der besten Torschützen. 

Fintel - Von Vincent Wuttke. Nein, nicht der TV Hassendorf, FC Walsede, der SV Horstedt oder der TuS Elsdorf sind in der 1. Fußball-Kreisklasse Süd der Verfolger des Spitzenreiters VfL Visselhövede.

Stattdessen ist der TuS Fintel überraschend Zweiter. Nach fünf Spielen hat die Mannschaft von Trainer Georg Mischke schon zwölf Punkte auf dem Konto und damit die Aufstiegsaspiranten überrascht.

Dabei war Fintel mit einem Kader von nur 15 Spielern in die Spielzeit gestartet. Vor allem hat die Elf in den vergangenen sechs Monaten drei Leistungsträger verloren. Im Winter zog es Torjäger Michel Müller zum Rotenburger SV in die Landesliga, sein Bruder Max spielt seit Sommer für den Ligarivalen SV Grün-Weiß Helvesiek. Zudem ist Stammtorwart Manuel Delic mit einer Rückenverletzung vor dieser Spielzeit ausgeschieden. Nun steht mit Nils Rudolph ein Feldspieler zwischen den Pfosten, der von Mischke umgeschult wurde.

Trotz der vielen schlechten Vorzeichen hat es das Trainer-Urgestein geschafft, ein stabiles Team zu formen. Bisher gab es in jedem Spiel nur einen Gegentreffer. „Die Jungs machen es hinten sehr gut. Da wird auch nicht viel rumgetauscht“, so Mischke.

Georg Mischke

Der Übungsleiter hatte die Rot-Weißen schon von 2010 an drei Jahre lang trainiert und das Team 2012 in die Kreisliga geführt. Nachdem Mischke zwischenzeitlich zweieinhalb Jahre beim SV Rot-Weiß Scheeßel die Verantwortung wieder innehatte, ist er vor der vergangenen Saison zurückgekehrt. Eine Wiederholung des Aufstiegs in die Kreisliga schließt der Bauunternehmer aber erst mal aus. „Wir träumen nicht davon, Erster zu werden. Das sehen wir ganz realistisch“, sagt der Coach. Stattdessen hält er an seinem Saisonziel fest, dem Klassenerhalt. Verbucht werden kann dieser noch lange nicht. Nach dem gelungenen Saisonstart hat Fintel aber schon elf Zähler Vorsprung auf den TuS Hemslingen/Söhlingen, der den ersten Abstiegsplatz belegt. „Ich bin aber schon zu lange im Geschäft, um nicht zu wissen, dass wir auch noch Spiele verlieren“, betont der 66-Jährige.

Die einzige Niederlage bisher gab es am ersten Spieltag beim Wiedersehen mit Max Müller gegen Helvesiek (0:1). Danach folgten vier Siege in Folge – und das ohne Torjäger. Nachdem die Müller-Brüder nicht mehr dabei sind, ist die Last nun auf mehrere Schultern verteilt. Mit Dennis Hagemann, Johannes Kohnen, Stephan Riebesel und Drai Frebby Sadia haben gleich vier Akteure bereits zweifach getroffen. Das Rezept des Trainers geht also auf. „Bis fünf Minuten vor Anpfiff wird in der Kabine noch gelacht. Aber wenn wir auf den Platz gehen, wollen wir gewinnen“, erklärt Mischke.

Ganz sorglos ist der Trainer trotz des starken Beginns derweil nicht. Der schon dünne Kader ist weiter geschrumpft. „Mittlerweile sind wir nur noch 13“, so der Scheeßeler. Da die Reserve ebenfalls Personalnot hat, kann sich der Trainer auch dort nicht endlos bedienen. „Es ist ein Tanz auf dem Drahtseil“, meint Mischke deshalb.

Das könnte Sie auch interessieren

BVB nach 3:0 beim HSV Tabellenführer - 96 verpasst Sieg

BVB nach 3:0 beim HSV Tabellenführer - 96 verpasst Sieg

Oktoberfest 2017: Das waren die Eindrücke vom fünften Tag

Oktoberfest 2017: Das waren die Eindrücke vom fünften Tag

Düsseldorf Spitzenreiter in Liga zwei

Düsseldorf Spitzenreiter in Liga zwei

Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen

Thyssenkrupp will mit Tata neuen Stahlgiganten schaffen

Meistgelesene Artikel

Ahrens trotzt seinem Knie

Ahrens trotzt seinem Knie

Meinke-Ahrens-Duo schlägt dank Bennet Rosilius erneut zu

Meinke-Ahrens-Duo schlägt dank Bennet Rosilius erneut zu

Zusammenführung im Zentrum

Zusammenführung im Zentrum

Hesse: „Wir sind überrascht“

Hesse: „Wir sind überrascht“

Kommentare