Die „Alten“ richten es gegen Oldenburg – Drewes und Fitschen machen dicht

1:0 – Mickelat schießt den RSV aus der Gefahrenzone

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Es ging durchaus zur Sache: Oldenburgs Spielmacher Patrick Lizius (l.) erkämpft sich in dieser Szene mit robustem Einsatz den Ball von RSV-Kapitän Tim Ebersbach. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseNach dem Sprung von den Abstiegsplätzen hatten sie sich diese „Extra-Prämie“ aus dem Publikum redlich verdient: Durch einen schwer erkämpften 1:0 (1:0)-Zitter-Heimsieg gegen den VfL Oldenburg haben die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV erstmals seit dem ersten Spieltag die Gefahrenzone verlassen – und durften sich über eine Spende für die Mannschaftskasse freuen, die Gerd Rathjen, seit 50 Jahren im Verein, ihnen unmittelbar nach dem Abpfiff zusteckte.

„Wahnsinn, wirklich Wahnsinn“, konnte auch Coach Benjamin Duray diesen Schritt Richtung Klassenerhalt gar nicht fassen. Noch am 17. Spieltag lag sein Team mit mageren neun Punkten als 15. der Tabelle satte 13 Zähler (!) hinter den rettenden Rängen. Jetzt, zehn Spiele und 22 Punkte später, ist die furiose Aufholjagd belohnt worden. Wohlgemerkt: Es ist eine Momentaufnahme, der Klassenerhalt längst nicht in trockenen Tüchern. Und doch spricht vieles für den Mini-Kader des RSV, der denn auch ausgelassen vor der Tribüne ein neu einstudiertes Lied zum Besten gab – „Allez RSV“, mit Jelle Röben als heiserem Vor-Sänger in der Mitte.

Noch in der Hinrunde hätte die Wümme-Elf solch ein Spiel mit Sicherheit verloren. Denn: Die Oldenburger waren an diesem Tag eigentlich die bessere Mannschaft, mit einigen guten Chancen, klareren Aktionen und einem sortierteren Spielaufbau. Dem RSV war insbesondere der Ausfall des gesperrten Sechsers Drilon Demaku anzumerken. Zwar räumte Tim Ebersbach auf seiner Position ordentlich ab, hatte bisweilen aber auch zu viel Offensivdrang. Den im Zentrum vor ihm agierenden Yannik Malende (sein Oberschenkel wurde noch vorher von Mitspieler Marcel Costly fitgeknetet) und Tobias Kirschke fehlte bisweilen die Abstimmung. So wurden die Räume mitunter auch zu groß. Auf dem rechten Flügel war Youngster Costly offensiv zwar immer wieder brandgefährlich, in der Rückwärtsbewegung jedoch manchmal zu nachlässig. „Durch die Umstellungen hat unser Spiel ein bisschen gelitten“, räumte auch Duray ein. „Aber wenn man sieht, dass ich die Nummer 14 bin, sieht man, aus welchem Loch wir pfeifen“, so der Trainer, der als dritter Ersatzspieler bereitstand.

Im Prinzip gab es vier Sieggaranten beim RSV: Zum einen natürlich den Torschützen Björn Mickelat, der in der 17. Minute einen langen Befreiungsschlag von Jan Fitschen aufnahm, Gegenspieler Gerrit Kersting ins Leere grätschen ließ und clever Keeper Felix Bohe überwand. Zum anderen rettete RSV-Schlussmann Henner Lohmann mehrfach in höchster Not – insbesondere auch in der letzten Aktion des Spiels, als er überragend einen Schuss von Nils Frenzel abwehrte (90.+3). Und dann war da noch die Innenverteidigung mit Christoph Drewes und Fitschen, die in dieser Konstellation erst zum zweiten Mal spielte, aber dennoch sehr souverän auftrat. „Es war schon wirklich hart und ein dreckiger Sieg“, fand auch Christoph Drewes angesichts der anfallenden Arbeit an diesem Samstag. „Aber die Alten haben es dieses Mal gerichtet.“ Mickelat ist 33, Fitschen 31, er übrigens erst 26. Und Lohmann fällt bei dieser Einschätzung mit 22 Jahren komplett raus.

Angesichts des Restprogramms ist der Klassenerhalt nun durchaus realistisch. Kader und Trainer der kommenden Saison stehen allerdings noch nicht fest. Auch Drewes, der angebliche Kontakte zum Klassenpartner TB Uphusen dementiert, hat „um etwas Bedenkzeit gebeten. Wir hatten ein ganz faires Gespräch, aber jeder wartet momentan auf den anderen und fragt sich, wie die Mannschaft aussehen wird, wer Trainer ist. Keiner will den ersten Schritt machen.“

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