„Ich komme stärker zurück“

Trotz schwerer Verletzung: Mickelat denkt nicht ans Aufhören

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Das Spiel gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf  endete für Björn Mickelat mit einer schweren Verletzung.

Rotenburg - Von Matthias Freese. In wenigen Tagen wird Björn Mickelat 38 Jahre alt – doch ans Aufhören denkt der Offensivspieler des Fußball-Landesligisten Rotenburger SV noch lange nicht. „Niemals!“, betont er, obwohl ihm nach dem rüden Foul im Spiel gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf eine lange Auszeit droht. „Ich werde noch stärker zurückkommen“, sagt er kämpferisch, ja fast trotzig. Ob es „nur“ Bänderrisse sind, womöglich das Syndesmoseband im rechten Fuß durch ist oder noch mehr beschädigt wurde, steht nicht fest – zu geschwollen ist der Fuß, der im Gips steckt.

Die Stimmungslage beim sonst stets gut gelaunten Routinier hat ebenfalls einen „Tritt“ abbekommen. „Ätzend“ gehe es ihm, gesteht er ob der Schmerzen. Und denkt gleichzeitg an seinen Mitspieler Mathis Wulff, der ebenfalls nach einer Grätsche mit offener Sohle im Krankenhaus landete und mit einem Mittelfußbruch lange ausfällt. „Er war gerade wieder dran und hat klasse gespielt. Für ihn tut es mir wirklich leid“, so Mickelat.

Leid tat es offensichtlich auch Marcel Brunsch, Verursacher für die zunehmende Personalnot in der RSV-Offensive. Der Ahlerstedter hatte Mickelat nach dem Spiel noch in der Kabine aufgesucht. „Aber ich wollte das gar nicht. Ich habe da sowieso nicht mehr viel mitgekriegt“, erklärt der Routinier. Ohnehin kann der vierfache Saisontorschütze auch zwei Tage später die Aktion an der Seitenlinie nicht verstehen. „Absolut unnötig, an der Mittellinie, in der 90. Minute, wo die 2:0 führen. Ich weiß nicht, ob man da so aggressiv reingehen muss. Der Ball war längst weg, er trifft nur mein Bein. Ich habe den Einschlag sofort gemerkt.“

Dickes Ei: Der Fuß von Björn Mickelat liegt inzwischen in Gips.

Trainer Tim Ebersbach zittert mit, „denn ,Micky‘ ist auch für die Stimmung auf dem Platz nicht zu ersetzen“, meint er. Mickelat hofft nun auf einen Termin, um „schnellstens in die Röhre zu kommen. Ich brauche einfach Gewissheit“, sagt er.

Kommentar zum Thema

Röntgenbild zählt, nicht die Fairnesstabelle

Von Matthais Freese

Die SV Ahlerstedt/Ottendorf postet auf ihrer Facebook-Seite unseren Bericht vom Landesliga-Spiel beim Rotenburger SV und distanziert sich gleichzeitg davon, weil wir darin über die schwer verletzten Spieler des Gastgebers und die vorangegangenen Fouls berichten. Teammanager Carsten Schult verlinkt noch die Fairnesstabelle dazu – typischer Fall von sogenanntem „Whataboutism“, also dem Ablenken von unliebsamer Kritik. Sein Verein liegt in eben diesem Ranking zwei Ränge vor dem RSV, darauf möchte er offensichtlich hinweisen. Aber ist Platz zehn jetzt so gut?

Sowieso sprechen die Fakten in diesem Spiel für sich. Nur darum geht es: um zwei schwer verletzte Rotenburger Spieler, rustikal weggegrätscht. Ihre Röntgenbilder erscheinen in keiner Fairnesstabelle! Und doch ist nur hierauf die Wahrheit abgebildet. Immerhin: Ahlerstedts Trainer Malte Bösch entschuldigte sich per Mail bei seinem Trainerkollegen Tim Ebersbach. Manager Schult postet stattdessen lieber Fairnesstabellen.

Natürlich ist Fußball ein Kontaktsport, da passieren Verletzungen. Aber zur Erinnerung: Wir befinden uns in der Landesliga und somit im Amateurbereich. Fast alle Spieler wollen am Montag wieder ihrem Beruf nachgehen. Darüber sollten auch die nach Höherem strebenden Verantwortlichen und Spieler einmal nachdenken. Und nicht jammern, wenn sie öffentlich Kritik für ihre Gangart einstecken müssen.

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