„Alles-oder-nichts-Taktik“ zahlt sich für RSV in Lüneburg nicht aus / „Unter Wert geschlagen“

Mickelat entschuldigt sich nach 0:3

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Ärger mit dem Referee hatte auch Drilon Demaku (l.).

Kreis-Rotenburg - Aus Lüneburg berichtetMatthias FreeseLÜNEBURG · In der Startelf begann Björn Mickelat die Partie, auf der Tribüne endete sie für den Routinier des Rotenburger SV. Und nach dem Abpfiff folgte prompt die Entschuldigung: „Es tut mir leid für die Mannschaft“, gestand der Oberliga-Kicker, der gestern in der Begegnung beim Lüneburger SK Hansa als rechter Außenverteidiger mit einem eklatanten Fehler die 0:3 (0:2)-Niederlage eingeleitet hatte und zur Pause ausgewechselt worden war.

Dass Mickelat das Spiel aber nicht mal bis zum Ende auf der Ersatzbank miterleben durfte, sondern sich im altehrwürdigen Wilschenbruch-Stadion zu den Zuschauern gesellen musste, lag an Axel Martin. Der in der Tat ein wenig einseitig leitende Unparteiische der TSG Nordholz war die ständige Kritik von der RSV-Bank in der 89. Minute leid. Kurz zuvor hatte er bereits Lüneburgs Coach Elard Ostermann wegen des gleichen „Deliktes“ von dessen Bank gescheucht.

RSV-Trainer Benjamin Duray ärgerte sich zwar über den Auftritt des Schiedsrichters, allerdings auch über die Böcke, die sein Team geschossen hatte: „Insgesamt war es kein schlechtes Spiel von uns, aber unsere zwei, drei krassen individuellen Fehler sind bestraft worden.“ Er hatte seine Startelf dabei durcheinandergewirbelt – nicht nur wegen der Gelb-Rot-Sperre, die Innenverteidiger Christoph Drewes absitzen musste. Seinen Part übernahm Yannik Malende, dem allerdings noch etwas die Zweikampfhärte, Kopfballstärke und auch das lautstarke Organ seines verhinderten Kollegen fehlten.

Ebenfalls draußen waren Außenverteidiger Andy Kiel und Außenstürmer Sascha Schneider, drinnen dafür der 17-jährige Marcel Costly. Ohnehin wählte Duray eine 4:1:4:1-Variante mit Maximilian Schulwitz als einziger, aber ballsicherer Spitze sowie Drilon Demaku als Sechser – bis er gelb-rot-gefährdet runter musste (55.). Zur Pause stellte Duray auf das 4:3:3-System um und brachte Jannick Heins – allerdings ohne großen Effekt. „Ich habe alles oder nichts gespielt“, erklärte er, „aber leider war es zeitweise zu hektisch, wir haben nicht sauber verschoben und waren nicht so synchron wie gewünscht.“

Also blieb die Aufholjagd aus. Nötig geworden war sie, weil Björn Mickelat zwar noch Onur Saglam den Ball vom Fuß hatte spitzeln können, ihn aber direkt für Dominic Ulaga auflegte – 1:0 (13.). Schon eine Viertelstunde später jubelte Ulaga erneut. Vorausgegangen war ein Hackentrick von Sven Möller, mit dem er Mickelat überraschte und die RSV-Abwehr öffnete. Ulaga vernaschte noch Kapitän Tim Ebersbach im Strafraum und vollendete – 2:0 (28.). Auch der RSV besaß durchaus Chancen – etwa durch Kevin Klützkle (21.) oder Schulwitz (27./39.). „Wir sind komplett unter Wert geschlagen worden“, meinte deshalb Mickelat. „Und die machen die Tore zu den ungünstigsten Momenten.“ Spätestens mit dem 3:0, per Kopf von Benjamin Tillack erzielt (60.), war dann endgültig geklärt, wer als Sieger vor 480 Zuschauern den Platz verlassen würde. Wobei Mickelat angesichts der Lüneburger Titelambitionen noch anfügte: „Mit denen müssen wir uns nicht messen.“

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