Coach Andreas Pott glaubt weiterhin an die Wende

„Mein Team ist landesligatauglich“

Für Sottrums Coach Andreas Pott (l., mit seinem Spieler Ulf Leipnitz) wäre ein Abstieg in die Landesklasse verkraftbar, doch kampflos aufgeben will der 50-Jährige nicht. - Foto: Freese

Sottrum - Von Björn Lakemann. In einem sind sich Andreas Pott, Trainer des Landesligisten TV Sottrum, und der Handball-Vorstand des Wieste-Clubs, Ulf Leipnitz, einig: Die Zusammenarbeit ist auf zwei Jahre ausgelegt. „Schon letzte Saison hat uns eine Wildcard des Verbandes vor dem Verlassen der Klasse bewahrt. Ein Abstieg wäre also kein Beinbruch“, erklärt der 50-jährige Finanzbeamte Pott trotz einer Bilanz von 0:26 Punkten unaufgeregt. Im Interview mit unserer Zeitung nennt der B-Lizenz-Inhaber Gründe für die dürftige Spielzeit seiner Mannschaft, macht aber auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Herr Pott, hat Ihr Team den Kampf um den Klassenerhalt in der Landesliga schon aufgegeben?

Andreas Pott: Solange es theoretisch noch möglich ist, wollen wir kämpfen. Doch eventuell sind wir jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ein Abstieg akzeptiert wird – das könnte befreiend wirken. Wir betrachten die restlichen Partien der Saison nach der Pause nur noch als Trainingsspiele. Bislang war es für uns ein echter Klassiker: Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu. Uns fehlt außerdem Zweikampfverhalten und die Wurfvariabilität. Von daher hat im neuen Jahr die Weiterentwicklung des Teams Priorität, und nicht Siege.

Was macht Ihnen Hoffnung, in der Rückrunde noch Punkte einzufahren?

Pott: Das ist natürlich abhängig davon, wie umfangreich unser Kader bestückt sein wird. Doch es waren genug enge Spiele dabei. Wir haben eine charakterstarke Truppe mit einer guten Mannschaftshygiene. Sollten wir unsere Heimaufgaben gegen SVGO Bremen und Beckdorfs Zweite lösen und in Spaden gewinnen ist sogar noch der Klassenerhalt möglich. Doch dafür müsste schon einiges zusammenkommen. Wir hoffen auf jeden Fall darauf, dass unser Leistungsträger Felix Lückert nach seiner studienbedingten Pause wieder gut rein findet. Das Einzige, was zählt, sind aber Siege. Ein Abstieg wäre dennoch kein Beinbruch.

Ihr Team blieb in der Hinserie ohne Punktgewinn. Ist die Landesliga eine Nummer zu hoch?

Pott: Die Deckung ist der Schlüssel zum Erfolg und wenn wir die auf die Reihe kriegen, ist mein Team sehr wohl landesligatauglich. Vielleicht war die Erwartungshaltung vor der Saison aber auch zu groß. Inzwischen kann ich als Trainer besser einschätzen, was ein Spieler kann oder eben nicht kann. Mein Team ist gewachsen, stabil genug und sollte den Mut aufbringen, geduldig zu bleiben. Außerdem haben die Jungs Vertrauen in meine Maßnahmen.

War es im Nachhinein ein Fehler, nach dem sportlichen Abstieg in der letzten Saison die Wildcard des Verbandes anzunehmen?

Pott: Nein, die Wildcard war vor allem eine Chance. Denn es ist einfacher, mit Hängen und Würgen die Klasse zu halten, als den Wiederaufstieg zu schaffen. In dieser Spielzeit ist es aber so, dass wir auf höherem Niveau auf die Fresse bekommen. Der Weg zum rettenden Ufer ist daher schon sehr weit. In der Vorbereitung auf die Rückserie werden wir viel Athletik-Training machen, um bestens vorbereitet die Aufgaben in der zweiten Saisonhälfte anzunehmen. So stehen unter anderem zwei Testspiele in Hollenstedt und Schneverdingen auf unserer Tagesordnung.

Welche Weichen wurden bereits gestellt, falls es tatsächlich runter in die Landesklasse gehen sollte? Würde die Mannschaft so zusammenbleiben?

Pott: Fest steht, dass uns Jens Hofacker am Ende der Spielzeit verlassen wird, da er eine Pilotenausbildung in der Schweiz macht. Zudem wissen wir nicht, wohin es Felix Lückert nach seinem Studium verschlägt. Doch das derzeitige Team bleibt soweit zusammen, auch wenn wir nicht gerade die erste Anlaufstelle für Neuzugänge sind. Sicherlich werden uns neue Spieler nicht gerade die Bude einrennen.

Ist Ihr Team etwas überaltert?

Pott: Ein paar erfahrene Korsettstangen braucht eine Mannschaft einfach. Und ein Akteur wie unser Routinier Benjamin Schnäpp, der allerdings als Optiker bis spät in den Abend gefordert ist, kann man nur als „nice to have“ bezeichnen. Ich finde, dass unsere Altersstruktur eigentlich besser nicht vorstellbar ist. Die Spieler sind im besten Alter, um Höchstleistungen abzurufen. Es gibt aber ein Auf und Ab, weil einige Spieler im Kinder- und Jugendbereich recht lückenhaft ausgebildet worden sind. Viele Akteure haben daher in irgendeinem Bereich ein leistungsmäßiges Handicap.

Geben Sie mal einen Tipp ab: Wie viele Punkte können Sie und ihr Team am Saisonende auf der Habenseite verbuchen?

Pott: Wenn die Personaldecke stabil bleibt, sind 14 Punkte realistisch. Holen wir nur zehn, steigen wir ab. Wir sollten die Teams aus dem unteren Bereich schlagen und auch mal gegen eine Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte einen Überraschungssieg landen. Vielleicht werden die beiden Kreisderbys auswärts über Wohl und Wehe entscheiden. Der Spielplan war nicht zu unserem Vorteil, wegen der sieben Heimspiele am Stück in der Hinrunde. Die hätten wir lieber in der Rückrunde gehabt.

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