Mehr als 80 Jahre Vereinstreue 

Quartett des TuS Rotenburg verabschiedet sich 

Rotenburg - Von Jürgen Honebein. Nach der letzten Partie gegen den TuS Haren wurden vier Spieler des Handball-Verbandsliga-Meisters TuS Rotenburg verabschiedet. Christian Schaffran, Malte Fresen, Jan Leenes und Alexander Meyer sind aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr dabei, obwohl sie altersmäßig noch längst nicht zum alten Eisen gehören.

Bis vor einiger Zeit zählten alle vier noch zum Stammpersonal des TuS Rotenburg und waren an mehreren Aufstiegen maßgeblich beteiligt. Das Quartett ist zusammen seit mehr als 80 Jahren Mitglied im TuS Rotenburg – Vereinstreue pur.

Torhüter Alexander Meyer wird in der Saison 2017/2018 in die zweite Mannschaft wechseln und versuchen, unter dem neuen Trainer Andreas Pott den Aufstieg in die Landesklasse anzupeilen. „Ich mache Platz für die jungen Wilden“, sagt der 27-Jährige lachend und freut sich auf die neue Aufgabe in der Reserve.

Alexander Meyer (27) macht Platz für die jungen Wilden und stellt sich künftig bei der Reserve ins Tor. - Fotos: Freese

Anders sieht es beim ehemaligen Torjäger und Spielmacher Jan Leenes aus. Er taucht in der abgelaufenen Saison noch in der Torschützenliste des frischgebackenen Oberligisten auf, doch schwere Verletzungen haben ihn immer wieder weit zurückgeworfen. Nach dem zweiten Kreuzbandriss im Pokalspiel gegen den TSV Bremervörde im vergangenen Jahr kam endgültig der sportliche Knick. 

Jan Leenes (32) verabschiedet sich beim TuS Rotenburg wegen eines zweiten Kreuzbandrisses.

„Eine zweite Operation war laut der Ärzte keine Garantie dafür, dass ich wieder richtig fit werde. Da ich beim Laufen keine Beschwerden habe, verzichte ich auf eine weitere OP. Hinzu kommt, dass die Mannschaft super stark geworden ist und ich unter diesen Umständen keine Chance mehr gesehen habe“, sagt der 32-Jährige. Es ist aber möglich, dass Leenes in der kommenden Saison die B-Jugend des JH Wümme trainiert. Gespräche wurden bereits geführt.

Sein Bruder Malte Fresen ist mit 30 Jahren im besten Handball-Alter. Der flinke Rotschopf ist seit 24 Jahren im Verein und hat dort alle Höhen und Tiefen mitgemacht. In den letzten Monaten kam er aber nicht mehr zum Einsatz, da er ein Eigenheim gebaut und dadurch nicht trainiert hat. 

Malte Fresen (30) sagt selbst, dass er nicht mehr mithalten kann – Einsätze in der Zweiten sind für ihn denkbar.

Hinzu kamen verschiedene kleine und große Wehwehchen. „Der entscheidende Punkt war aber, dass die Mannschaft inzwischen zwei Klassen besser geworden ist. Da kann ich nicht mehr mithalten“, ist Fresen Realist. Dennoch ist er immer noch dicht am Team und verpasst möglichst kein Heimspiel auf der Tribüne. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass er vielleicht noch einmal in absehbarer Zeit für die Zweite aufläuft.

Nummer vier aus diesem Quartett ist der 26-jährige Außenspieler Christian Schaffran. Er hat in den vergangenen Jahren aufgrund seines Studiums in Braunschweig und Stuttgart nur manchmal ausgeholfen. Inzwischen hat Schaffran sein Studium zum Wirtschaftsingenieur erfolgreich abgeschossen und ist bei einer Unternehmensberatung in Wolfsburg beschäftigt. 

Christian Schaffran (26) ist beruflich in Wolfsburg tätig – der Aufwand für ihn wird zu hoch.

Da seine Freundin in Göttingen wohnt, kommt er am Wochenende nur noch selten nach Hause. „Da macht es keinen Sinn, in Rotenburg weiter zu spielen“, sagt der 26-Jährige, der in der vergangenen Saison bei seinen wenigen Einsätzen immerhin noch sechs Treffer erzielt hat. Sein Spielerpass liegt weiter beim TuS Rotenburg, doch falls er nach Göttingen ziehen sollte, könnte er sich durchaus vorstellen, in der Universitätsstadt aktiv zu werden. Auch Schaffran ist in diesem Jahr seit 20 Jahren Mitglied im TuS Rotenburg.

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