Sofortige Trennung

Mathies verlässt Sottrum

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Daniel Mathies steht ab sofort nicht mehr an der Seitenlinie des TV Sottrum. Der Trainer und der Bezirksligist haben die sofortige Trennung bekanntgegeben.

Sottrum - Alles gut beim TV Sottrum? Mitnichten! Obwohl der Aufsteiger in der Fußball-Bezirksliga als Tabellenzehnter mit 20 Punkten vier Zähler vor den Abstiegsrängen überwintert und damit im Soll liegt, steht der Club seit Dienstagabend ohne Trainer da.

„Wir haben uns getrennt. Das Buch TV Sottrum ist für mich geschlossen“, erklärt Daniel Mathies. Erst im Sommer hatte der einstige Co-Trainer die Rolle des Chefcoaches von Vitalij Kalteis übernommen. Keine sieben Monate später führten unterschiedliche Auffassungen zum Aus. Co-Trainer Patrick Klee betreut das Team voraussichtlich vorerst am Freitag startenden Vorbereitung auf die restliche Saison.

„Genau kann ich es gar nicht sagen, woran es liegt, aber die Einstellung und die Art des Fußballs haben wohl nicht zusammengepasst. Natürlich haben wir auch einige Punkte liegengelassen, aber wir stehen doch als bester Aufsteiger gut da“, sagt Mathies. Am Dienstag hatte er sich mit dem Vorstand getroffen – danach stand für beide Seiten fest, dass es ab sofort keine Zusammenarbeit mehr geben kann. „Wenn es nicht zu 100 Prozent passt, sollte man besser getrennte Wege gehen“, betont Mathies. 

Klärungsgespräch in Sottrum bereits im November

Der 34-Jährige ist sich auch im Klaren darüber, dass er als Trainer-Novize nicht alles richtig gemacht hat. „Ich bin nicht fehlerfrei“, gibt er zu. Im November habe es auch bereits ein internes Gespräch mit der Mannschaft gegeben, in dem er dem Team mitgeteilt habe, was anders laufen müsse, gleichzeitig aber auch die Spieler ihren Optimierungsbedarf kundgetan hätten.

In der Folgezeit war das Team aber offensichtlich immer noch nicht mit einigen Dingen einverstanden. „Ich habe keine Lust auf eine Schlammschlacht, aber es gab Gespräche über meinen Kopf hinweg, sodass das Vertrauen nicht mehr da ist“, erklärt Mathies. „Deshalb war für beide Seiten klar, dass es unter den Umständen nicht mehr weitergeht. Ich wünsche der Mannschaft beim Ziel Nichtabstieg aber viel Glück und gucke jetzt, wie es bei mir weitergeht.“

Welcher Coach den Aufsteiger künftig trainiert, steht indes noch nicht fest. Bekannt ist aber, dass der Verein seine Fühler bereits ausgestreckt hat – auch wenn Thomas Holzkamm das Gegenteil behauptet: „Wir haben uns informiert, welche Trainer aktuell zu haben sind“, meint der Fußball-Boss. Einen Kontakt mit einem konkreten Kandidaten habe es allerdings noch nicht gegeben. „Dafür lege ich meine Hand ins Feuer“, beteuert er.

Probleme in der Kommunikation beim TV Sottrum

Holzkamm gesteht aber auch, dass es die Schwierigkeiten zwischen Team und Trainer schon länger gibt. „Die Mannschaft ist bereits vor einiger Zeit auf uns zugekommen, um uns mitzuteilen, dass es interne Kommunikationsprobleme gibt“, erzählt der Fußball-Boss. Es folgten viele Gespräche, die jedoch allesamt nicht den gewünschten Erfolg brachten. „Von den Punkten und dem Tabellenplatz können wir nicht meckern. Aber die Mannschaft war halt der Meinung, dass es in der Rückrunde zwischenmenschlich schwierig wird, weiterzumachen wie bisher.“

Das Team habe nicht mehr daran geglaubt, die Probleme aus der Welt schaffen zu können. Einige Spieler hätten sogar damit gedroht, den Verein zu verlassen, wenn es an der Seitenlinie keine Veränderung gebe. „Daher hat das Team letztlich im Namen des Mannschaftsrats die sofortige Trennung gefordert“, erklärt Holzkamm.

Er selbst habe nicht damit gerechnet, dass die Schwierigkeiten in der Kommunikation so schnell eine Eigendynamik entwickeln. „Leider müssen wir diesen Schritt jetzt gehen. Das ist aber nichts gegen die Arbeit von Daniel. Wir sind dankbar für das, was er in seiner Zeit hier für den Verein geleistet hat“, betont Holzkamm abschließend.

Lob auch von Kapitän Patrick Brillowski

Diesem Lob schließt sich auch Kapitän Patrick Brillowski an. „Wir wissen es sehr zu schätzen, wie viel Ahnung er vom Fußball hat“, erklärt er und betont: „Es ist absolut nichts Persönliches gegen Daniel.“ Dennoch sei es seiner Meinung nach die beste Entscheidung für alle Beteiligten, in Zukunft getrennte Wege zu gehen. „Das hat von Anfang an nicht gepasst“, gesteht der Mannschaftsführer. So habe es Fehler von beiden Seiten gegeben, die „dazu geführt haben, dass das Team und der Trainer keine Einheit mehr sind – das ist einfach nicht mehr homogen“. 

Brillowski bedauert, wie die Trennung von Mathies letztlich gelaufen ist. „Das ist schon schade“, sagt er. „Aber die Mannschaft war halt nicht zufrieden mit der Situation. Wir haben gut die Hälfte der Punkte in der Hinrunde liegengelassen und auch zwischenmenschlich lief nicht immer alles rund“, bemängelt der Kapitän. Gleichzeitig stellt er klar: „Das war aber keine Hexenjagd von uns. Es war nicht so, dass wir dem Vorstand gesagt haben, entweder geht Daniel oder einige Spieler gehen“, beteuert Brillowski. Und dafür lege er seine Hand ins Feuer. Letztlich wünsche er sich für seine Mannschaft und den TV Sottrum, dass „endlich Ruhe einkehrt und in Zukunft die richtigen Entscheidungen getroffen werden.“

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