Matchwinner Celik ist kein Oberliga-Neuling / „Für Stammplatz reicht es noch nicht“

Der bescheidene „Nobody“

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Glückwunsch vom Trainer: Jan Fitschen (r.) gratuliert Fesih Celik zu seinem Siegtor.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Fehsi oder etwa doch Fesih? Und der Nachname? Hinten mit „c“ oder mit „k“? Selbst den Verantwortlichen des Rotenburger SV war die Schreibweise anfangs ein Rätsel – ein Indiz dafür, dass Neuzugang Fesih Celik so etwas wie ein „Nobody“ beim Fußball-Oberligisten war. Bis zum Samstag, als er aus dem Schatten trat und als Einwechselspieler den 2:1-Siegtreffer im Heimspiel gegen den VfL Oldenburg erzielte. Dabei ist der 23-Jährige gar nicht so unbekannt an der Wümme.

Der Offensivspieler aus Bad Fallingbostel lief nicht nur in der A-Jugend unter Jürgen Kirschke und Joachim Kroll für den RSV auf – „ich habe auch schon für den RSV in der Oberliga gespielt“, erzählt er nach dem Spiel und nippt am Zitronentee. Genau genommen war es die seinerzeit noch zweigeteilte Klasse, die so genannte Oberliga Niedersachsen Ost. Bei der 1:2-Niederlage beim VfL Maschen am 13. Mai 2009 wurde der damals 18-jährige Celik angesichts der argen Personalnot von Trainer Hartmut Schwolow mitgenommen und in der 82. Minute für Patrick Hiob eingewechselt.

Nach der Jugendzeit legte er aufgrund seiner Ausbildung eine zweijährige Fußballpause ein. „Vor anderthalb Jahren bin ich dann wieder bei meinem Heimatclub SVE Bad Fallingbostel in der Kreisliga angefangen“, berichtet er. Im letzten Winter folgte der Wechsel zum MTV Soltau in die Landesliga. „Und weil es da ganz gut lief, habe ich gedacht, probiere ich es mal wieder beim RSV.“

Trainer Jan Fitschen nahm den Lebensmitteltechniker, der in der Vorbereitung allerdings kaum in Erscheinung trat. „Ich war aufgrund einer Weiterbildung zehn Tage in Österreich“, klärt Celik auf. Und er gesteht ganz ehrlich: „Dann bin ich leider etwas übergewichtig in die Vorbereitung gegangen und hatte sieben Kilo zugenommen.“ Insofern ist er sich durchaus bewusst, dass er sich hinten anstellen muss. „Ich will mich langsam reinarbeiten, ein paar Spielminuten bekommen. Im Moment reicht es nicht für einen Stammplatz, das weiß ich. Aber wenn es irgendwann damit klappen würde, wäre ich glücklich“, bleibt der Matchwinner bescheiden. Und er ergänzt: „Der Erfolg der Mannschaft und der Klassenerhalt stehen im Vordergrund, aber natürlich freut es mich, dass ich das Siegtor gemacht habe.“ Von Kapitän Tim Ebersbach gab’s für die Aktion schon nach dem Abpfiff Anerkennung: „Er hat es genau richtig gemacht, einfach und direkt drauf.“

So ging letztlich die Überlegung, eine frische Kraft im offensiven Mittelfeld zu bringen, voll auf. „Fesih ist ein aggressiver Mittelfeldspieler, der Kevin Klützke und Tim Ebersbach entlasten sollte“, freut sich auch Jan Fitschen über seine gelungene Einwechslung.

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