Marvin Meyer will mit dem TV Sottrum unbedingt aufsteigen

„Auch mal dreckig gewinnen“

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Für Marvin Meyer ist klar: Er will mit dem TV Sottrum möglichst das Double holen.

Sottrum - Von Matthias Freese. Es könnte die Saison des TV Sottrum werden: In der Fußball-Kreisliga mischt das Team von Coach Ralf Brockmann im Titelrennen aussichtsreich mit, im Kreispokal steht es im Finale. Wir sprachen mit Mittelfeldspieler Marvin Meyer (21).

In den letzten Wochen spielte Sottrum den „Minimalistenball“ – in vier Spielen fiel jeweils nur ein Tor, drei Mal haben Sie dabei 1:0 gewonnen. Ist das Sottrums neue Devise, hinten nichts zulassen, vorne ein Mal zulangen?

Marvin Meyer: Man sieht ja generell an unserem Torverhältnis, dass wir keine „Tormaschine“ beziehungsweise echten Knippser vorne haben und unsere Spiele generell knapp gewinnen. Dazu kam noch, dass wir mit Bülstedt eine Mannschaft hatten, die uns nicht liegt, und mit Westerholz eine, die sich bekanntermaßen darauf konzentriert, hinten Beton anzurühren und fast nur zu kontern. Aber es hat auch was Positives. Solche Spiele, bei denen lange die Null steht, haben wir in den letzten Jahren oft verloren, knappe Führungen konnten wir selten über die Zeit bringen. Das klappt dieses Jahr!

Seit letztem Wochenende ist Sottrum in der besten Position für den Titelkampf, ein Spiel und einen Punkt haben Sie weniger als der TuS Bothel. Angst, dass Sie jetzt wieder einen Big Point vergeben?

Meyer: Wir stehen momentan deutlich über unserem Saisonziel, trotzdem beziehungsweise gerade deswegen wäre es umso bitterer, wenn man jetzt noch einen Big Point vergeben sollte. Aber gegen Westerholz haben wir ja schon mal einen geholt!

Sottrums Bezirksliga-Zeit liegt schon sieben Jahre zurück. Die wenigsten Spieler waren damals dabei. Sie selbst haben aber beim TSV Ottersberg II Erfahrung in der höheren Liga gesammelt. Können Sie den jungen Spielern da Ratschläge geben?

Meyer: Das stimmt wohl. Das haben wirklich nur wenige mitbekommen, alleine weil unsere Mannschaft so jung ist. Ich denke, hier bringe ich mich auch am besten ein. Den „Alten“ kann ich sicherlich weniger gut Tipps geben, dafür haben die schon zu viel Erfahrung. Aber ich gebe mir Mühe, die neuen und jungen Spieler zu integrieren und ihnen Tipps zu geben, was beispielsweise ihre Spielweise oder das Lösen von Spielsituationen angeht. Ich rede auch schon viel mehr auf dem Platz, früher habe ich das ganze Spiel über keinen Ton von mir gegeben.

Warum steigt Sottrum in diesem Jahr auf?

Meyer: Warum wir aufsteigen? Es ist jetzt schon meine dritte Saison in der Mannschaft von Ralf, aber wir waren bisher weder quantitativ noch qualitativ so gut besetzt. Dazu kommt, dass wir dieses Jahr Spiele auch mal „dreckig“ gewinnen und nicht wie so oft in den letzten Jahren unentschieden spielen, da hat uns ja sonst keiner was vorgemacht. Außerdem: Für die „Älteren“ wird es langsam Zeit und die Jungen sind auch hungrig!

Und dann als Meister oder über die Relegation?

Meyer: So lange wir in der Bezirksliga landen, ist uns das nicht so wichtig. Aber mal ehrlich: Wer will sich so kurz vor dem Ziel schon noch ein mögliches „Double“ oder selbst nur die Meisterschaft nehmen lassen? Vielleicht entscheidet sich ja alles im vorletzten Spiel gegen Bothel, das wird bestimmt ein heißes Match.

Reicht der dünne Kader denn überhaupt für die Bezirksliga?

Meyer: Nein! Der Kader reicht definitiv nicht aus. Ralf musste diese Saison schon oft genug irgendwas aus dem Hut zaubern, weil uns das Verletzungspech verfolgt. Vor allem die Verletzung von Jan Vollmers können wir überhaupt nicht gleichwertig auffangen. Für den Bezirk müssen wir uns in der Breite aber auch Tiefe noch verbessern.

Haben Sie denn schon angefangen, alte Sottrumer wieder einzusammeln, wie etwa die Pröhl-Brüder oder Jannis Oberbörsch?

Meyer: Ich weiß, dass wir schon ein, zwei Spieler an der Angel haben. Ob Ralf noch ein paar Hochkaräter überzeugen kann, weiß ich nicht. Natürlich spricht man so etwas spaßeshalber mal an – Jannis und ich sind sehr gute Freunde, aber sein Weg führt wohl noch nicht nach Sottrum. Und die Pröhl-Brüder haben dem Fußball vorerst den Rücken gekehrt. Aber ein Aufstieg auf Bezirksebene wird sicherlich noch den einen oder anderen anlocken.

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