Margit Müller ist erst seit fünf Jahren Bogenschützin – und startet bei der DM

„Irgendwie habe ich Talent“

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Konzentrierter Blick: Margit Müller nimmt die Scheibe ins Visier – morgen startet sie bei der DM.

Jeersdorf - Von Matthias Freese. Wenn Margit Müller ein Ziel ins Visier nimmt, dann mit voller Konzentration. Mit der nötigen Akribie war sie schon damals tätig, als sie die Basketballerinnen der BG ’89 Hurricanes bis in die zweite Liga führte. Als aktive Bogenschützin setzt die 52-Jährige jetzt neue sportliche Bestmarken. Erst vor fünf Jahren begann sie beim SV Jeersdorf damit – Freitag schießt sie auf derDM in Raublingen (Bayern) in der Damen-Altersklasse.

Neben Müller haben vom SV Jeersdorf noch David Schneider (Herren) und Rainer Salewski (Senioren) die Limitzahlen für die DM erreicht. Doch im Gegensatz zu ihren Vereinskollegen ist Margit Müller eine echte Quereinsteigerin. „Ich wollte es immer schon ausprobieren, als Kind war ich schon sehr interessiert daran“, erzählt die in Tostedt tätige Konrektorin. In jungen Jahren war sie sogar mal Junioren-Schützenkönigin in Lamstedt gewesen – „aber das war mit dem Gewehr“. 2009 entschloss sie sich, meldete sich zum Bogensport-Kurs an und stieg 2010 in Jeersdorf endgültig ein. „Es funktionierte ganz gut. Irgendwie muss ich Talent haben“, meint Müller mit einem Schmunzeln. „Ich habe aber auch super Unterstützung im Verein“, denkt sie speziell an ihren Trainer Jürgen Schneider.

Bei der Feldbogen-DM war sie Anfang des Monats bereits dabei und landete auf Rang 13. Die jetzigen nationalen Titelkämpfe in Raubling nach den Regeln des Weltsportverbandes (WA/früher Fita) sind für sie jedoch „völliges Neuland und superspannend“. Mit gemeldeten 544 Ringen geht Müller ins Rennen – geschossen bei den Kreismeisterschaften, da die Ergebnisse der Landesmeisterschaften aufgrund des witterungsbedingten Abbruchs nicht gewertet werden konnten.

Das Wetter ist beim Bogenschießen ohnehin die große Unbekannte. Gezielt wird auf Scheiben, die 70 Meter entfernt sind, „aber weil der Regen die Pfeile so auf den Boden drückte, musste ich mein Visier auf 73 oder 74 Meter stellen“, erinnert Müller an die Bedingungen bei der Landesmeisterschaft in Salzgitter. Ansonsten sind drei Aspekte für sie wichtig: „Ruhe bewahren, eine gute Kondition haben und immer mit einem Lächeln dabei sein“, meint sie und formuliert ihr Ziel für Raublingen vorsichtig: „Ich möchte nicht so weit hinten landen.“

Und was macht die alte Liebe namens Basketball, der sie 2007 den Rücken kehrte? Müllers Engagement beschränkt sich aufs Zuschauen. „Ich werde auch zur EM nach Berlin fahren“, verrät sie. Bei den Heimspielen der Hurricanes ist sie ebenfalls ab und an vor Ort, auch wenn aus ihrem damaligen Team keine Spielerin mehr dabei ist. „Die Mannschaft ist – wie es alle anderen Vereine auch machen – zusammengekauft. Anders kann man auch nicht bestehen, und für Scheeßel und die Region ist das auch toll.“

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