Respektables Pokal-Aus – 55:72 / „Optisch war Rotenburg der Sieger“

Mankertz zeigt es Keltern

Becky Nash (l.) hatte einige starke Phasen – hier lässt sie Merike Anderson stehen.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Lobgesänge auf Pia Mankertz hüben wie drüben: Es waren nicht nur die 14 Punkte im letzten Viertel, mit denen die Kapitänin des Basketball-Zweitligisten Avides Hurricanes sich selbst bei Christian Hergenröther ins Gedächtnis brannte. „Rotenburg hat es toll gemacht – vor allem Pia Mankertz“, meinte der Coach des Erstliga-Spitzenreiters Rutronik Stars Keltern, nachdem sein Favorit sich mühsamer als erwartet mit 72:55 (41:29) ins Viertelfinale des DBBL-Pokals gequält hatte. Und auch Hurricanes-Trainer Christian Greve stellte fest: „Da hat man gemerkt, dass sie auf dem Level noch voll mitspielen kann.“ Mit 23 Punkten gegen die Profis aus Baden-Württemberg war die 29-Jährige in der Tat in Erstliga-Form.

Noch ehe die Partie begonnen hatte, herrschte in der Pestalozzihalle allerdings helle Aufregung. Rolf Ludwig, Vorsitzender des Hurricanes-Stammvereines TuS Rotenburg, war die Treppenstufen heruntergestürzt und musste im herbeigerufenen Rettungswagen behandelt werden. Pünktlich mit dem Tipp-off war der 77-Jährige zurück in der Halle und verfolgte die Partie noch sichtlich mitgenommen, mit ein paar Prellungen und mit Kühlpads ausgestattet in der ersten Reihe.

Von dort sah der Sportfunktionär einen „höchst respektablen Auftritt“, wie auch Greve fand. Nur eines merkte der Coach etwas kritisch an: „Ich hätte mir gewünscht, dass einige noch mutiger angetreten wären.“ Was nicht unbedingt für die Anfangsphase galt, denn nach knapp sechs Minuten legte Mankertz den Gästen nach einem Steal gegen Ilze Jakobsone das 15:7 ins Netz. Auch Becky Nash und Kama Griffitts waren von Beginn an gut im Spiel – schließlich war es für sie auch die beste Möglichkeit, um zu testen, ob sie das Zeug für eine Klasse höher mitbringen. Deutschlands Nummer eins im Damen-Basketball wirkte in dieser Phase indes überrascht und verhalten bis verschlafen. „Wir waren nicht da – auch mental nicht. Wir haben fast alles danebengeworfen. Das war sicher eines unserer schlechtesten Saisonspiele“, wollte Hergenröther die lange Anfahrt mit dem Zug aber nicht als Ausrede gelten lassen.

Erst allmählich wurde sein Team stärker und kämpfte sich dank einer offensiveren und aggressiveren Defense vorbei. Beim 41:29 zur Halbzeit war der Primus aus dem Oberhaus aber noch nicht enteilt. „Das ist doch achtbar“, fand auch Hurricanes-Manager Utz Bührmann und ergänzte: „Keltern wechselt dann die neun Profis durch – diese Qualität haben wir einfach nicht.“ Zwar brachte die Kanadierin Nash, die ihr bisher bestes Spiel zeigte, ihre Crew mit sechs Punkten wieder auf 35:45 heran (24.), dann gelang den Rutronik Stars jedoch ein 11:0-Run, da sich die Gastgeberinnen zu viele Fehlpässe erlaubten – 35:56 (30.). Das letzte Viertel ging jedoch mit 20:16 an die Hurricanes, auch weil Mankertz hier noch drei Dreier einstreute und ihr Team bis auf 53:64 heranbrachte (37.). „Optisch war Rotenburg der Sieger, auf dem Papier waren wir es“, fand Hergenröther. Allerdings weilten nur knapp 150 Besucher in der Halle, sodass Bührmann bemerkte: „Dieses Spiel hätte mehr Zuschauer verdient gehabt.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Virologe: Sars-CoV-2 bleibt wohl wie Influenza dauerhaft

Virologe: Sars-CoV-2 bleibt wohl wie Influenza dauerhaft

Umwelt-Drama: Diese sieben Reiseziele werden "dank" Kreuzfahrtschiffen komplett zerstört

Umwelt-Drama: Diese sieben Reiseziele werden "dank" Kreuzfahrtschiffen komplett zerstört

Das Motorrad fit für die Saison machen

Das Motorrad fit für die Saison machen

Mode-Klassiker der 1970er kommen zurück

Mode-Klassiker der 1970er kommen zurück

Meistgelesene Artikel

Sievers & Co. als Spielverderber

Sievers & Co. als Spielverderber

Hähner glänzt – doch am Ende überwiegt der Frust

Hähner glänzt – doch am Ende überwiegt der Frust

Galataugliche Pestalozzihalle

Galataugliche Pestalozzihalle

Gegen die Nachwuchssorgen: Die Story eines Neu-Schiedsrichters

Gegen die Nachwuchssorgen: Die Story eines Neu-Schiedsrichters

Kommentare