Hurricanes-Kapitänin pausiert

Risiko zu groß: Pia Mankertz tritt auf die Corona-Bremse

Schwere Entscheidung getroffen: Pia Mankertz setzt in der aktuellen Lage aus beruflichen Gründen mit dem Basketball aus.
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Schwere Entscheidung getroffen: Pia Mankertz setzt in der aktuellen Lage aus beruflichen Gründen mit dem Basketball aus.

Rotenburg – Es mag ein unpopulärer Schritt sein. Auch ein ungewöhnlicher für diejenigen, die Pia Mankertz als eine Basketballerin kennen, die sich selbst stets alles abverlangt, vorweg geht und ihr Team anführt. „Es fällt mir auch nicht leicht“, gesteht die 30-jährige Kapitänin der Avides Hurricanes. Doch seit dieser Woche hat sie sich selbst eine Auszeit verordnet. „Ich habe mich entschieden, aktuell nicht zu trainieren und zu spielen – aus beruflichen Gründen.“ Der Zweitligist muss damit bis auf Weiteres ohne seinen absoluten Stammguard auskommen – ein kaum zu kompensierender Verlust.

Mankertz´ Pause hat einen ganz konkreten Anlass. Das Coronavirus spielt da eine gewisse Rolle. Von dem möchte sie sich ihre berufliche Zukunft nicht gefährden lassen. Anfang Dezember steht für die angehende Grundschullehrerin die abschließende Referendariatsprüfung an. „Da bin ich drauf angewiesen“, sagt sie und möchte das Risiko, sich über den Sport anzustecken, ausschließen. Ab Februar strebe sie nach ihrer Zeit an der Schule in Lauenbrück dann eine Festanstellung an. „Da muss ich jetzt gucken, was wichtiger ist“, sagt die gebürtige Hamburgerin und hat die Frage für sich selbst längst beantwortet. Job first!

Bei ihrem Verein stößt sie damit auf „vollstes Verständnis“, wie Coach Christian Greve betont. „Respekt vor der Entscheidung, ich kann das verstehen“, bemerkt auch Utz Bührmann aus dem Vorstandsteam und erinnert an die „Freiwilligkeit“ in der aktuellen Situation. Mankertz selbst plagt schon ein wenig das schlechte Gewissen. „Ich lasse das Team nicht gerne im Stich“, sagt sie. Gleichzeitig übt die frühere Nationalspielerin aber auch Kritik an der Entscheidung der Liga, dass trotz der sehr hohen Coronafallzahlen weitergespielt werden soll: „Warum kann man nicht die Hallen auflassen, um sich fit zu halten, aber mit den Spielen pausieren? Man trifft doch auf so viele Leute aus den Risikogebieten. Wenn die Liga gesagt hätte, dass wir bis Dezember oder Januar pausieren, das wäre doch möglich gewesen. Warum können wir nicht bis in den Juni spielen? Das verstehe ich nicht.“

Allerdings zählt die 2. Basketball-Bundesliga zum Spitzen- und Profisport in Deutschland, der damit trotz des Lockdowns erlaubt ist. Für Mankertz ist das jedoch „Quatsch, dass wir als Profisport angesehen werden, wo wir nur zwei Profis im Team haben und es für die wenigsten der Job ist.“ Gleichwohl sieht sie durchaus die wirtschaftlichen Aspekte und die Gefahr, dass sich Sponsoren zurückziehen, sollte Basketball über einen längeren Zeitraum aussetzen müssen.

An ihrer Meinung, zunächst zu pausieren, haben auch die Corona-Tests, die von den Hurricanes erstmals am Mittwoch genutzt wurden, nichts geändert. „Ich sehe es kritisch. Bis zum Spiel können sich die Leute immer noch anstecken. Eine absolute Sicherheit kriegst du dadurch auch nicht.“ Deshalb müssen die Hurricanes auch vorerst auf sie verzichten.

Suckstorff vor dem Debüt

Ohne die bereits in die USA zurückgekehrte Daeja Smith und den pausierenden Guard Pia Mankertz wird die Partie beim Titelfavoriten Rheinland Lions am Samstag (18 Uhr) in Bonn für die Zweitliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes zu einer kaum lösbaren Aufgabe. Gleichzeitig ist das Spiel aber eine Chance – vor allem für Neuzugang Anna Suckstorff, die ihr Debüt feiern soll. Sie kann zum ersten Einsatz kommen, weil ihr Stammverein, der SC Rist Wedel, für den die 18-jährige Jugendnationalspielerin das Erstspielrecht in der 1. Regionallia besitzt, wegen des Lockdowns nicht antreten darf. „Pias Position werden sich Melda Tölle und Anna Suckstorff, unsere beide Youngsters, teilen“, verrät Coach Christian Greve. Mit Sophie von Ass (Doppelspielrecht für den TSV Lamstedt) rückt zudem ein zweites Talent voraussichtlich erstmals in den Kader. Nicht mitreisen wird Michelle Schischkov, die zwar negativ getestet wurde, sich aber noch bis Dienstag wegen eines Coronafalles an ihrer Schule in Tostedt in Quarantäne befindet. „Die Rheinland Lions sind der Top-Favorit. Sie haben sich einen Profikader zusammengestellt und müssen jetzt ihren Ansprüchen gerecht werden“, sieht Greve sein Team in der Außenseiterrolle.

Von Matthias Freese

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