Besondere Verbindung zum TuS Mulmshorn

Pils ist seit 25 Jahren Schiedsrichter und erhält dafür die silberne Pfeife

Manfred Pils steht auf dem Fußballplatz mit der Pfeife im Mund, lächelt und streckt seinen rechten Arm zur Seite.
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Da geht es lang: Manfred Pils zeigt, in welche Richtung weitergespielt wird.

Seit nun mehr einem Vierteljahrhundert pfeift Manfred Pils Spiele im Kreis. Dabei hat er aus einer besonderen Verbundenheit nie den Verein gewechselt.

Helvesiek – Den Fußball erlebte Manfred Pils aus unterschiedlichen Positionen. Der gebürtige Klein Meckelser spielte lange beim SV Ippensen Fußball, agierte nach der Karriere als Trainer und fand in der Schiedsrichterei schließlich seine „Berufung“. Auch deshalb wurde ihm nun Ende November auf dem Kreis-Fußballtag die silberne Pfeife für seine 25-jährige Tätigkeit überreicht. Der 60-jährige Bankkaufmann findet in seinem Hobby einen guten Ausgleich, fährt gerne zu den Spielen auf die Dörfer und denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Den Traum von der großen Fußball-Bühne verfolgte er nie, legte seinen Fokus auf die Spiele in der 1. Kreisklasse und darunter. „Ich hatte nie Ambitionen in eine höhere Liga aufzusteigen, wollte einfach ohne Gespann pfeifen. Damit bin ich allein auf mich gestellt, muss aber keine Rücksicht auf andere nehmen. Damit bin ich deutlich früher wieder zu Hause“, sagt Pils, der 1996 seine Schiedsrichterprüfung machte.

Der Wechsel zur „schwarzen Zunft“

Dass er nach der Trainer-Karriere zur „schwarzen Zunft“ wechselte, bedurfte keines Anstoßes von Außen. „Ich habe Fußball gespielt und als Trainer agiert. Da habe ich mir gesagt, es gibt ja noch die Schiedsrichterei. Warum probierst du das nicht einmal“, berichtet Pils. Seine Premiere erlebte er dann beim Spiel des SV Vahlde II in der 5. Kreisklasse. „Die Ansetzung erhielt ich von Paul Rameloh per Postkarte. Es war nur ein Spiel in der untersten Liga, doch angespannt war ich trotzdem“, erinnert sich der erfahrene Referee, der nicht nur im Freundeskreis „Manni“ genannt wird.

In der Fußball-Szene hat sich das Urgestein längst ein hohes Standing erworben, strahlt Ruhe und Übersicht aus. Auf den Plätzen ist er ein gern gesehener Gast. „Manni bringt eine große Ruhe mit, nimmt sich total zurück, beweist viel Fingerspitzengefühl und ist regelfest. Zudem ist er top fit, stets auf Ballhöhe und bringt die Spiele gut über die Runden“, lobt Ralf Brockmann, Trainer des Bartelsdorfer SV, der sich immer freut, wenn der Helvesieker seine Spiele leitet.

Weniger Karten im Frauenfußball

Der Aufwand, den er betreibt, ist moderat, vier Spiele sind es im Durchschnitt pro Monat. Doch mittlerweile pfeift er auch Partien in der Frauen-Landesliga, fühlt sich auf der Ebene sehr wohl. „Der Frauenfußball hat eine sehr gute Entwicklung genommen. Dort verteile ich im Gegensatz zum Männerfußball nicht so viele Gelbe Karten“, verrät Pils. Fit genug für noch mehr Spiele ist er auf jeden Fall: „Ich jogge regelmäßig, möchte mich fit halten. Daher laufe ich während der Spiele zum Beispiel bei Ecken auf die Grundlinie und hoffe auf einen anschließenden Konter. Dann sprinte ich in Richtung Mittelinie, sehe darin ein gutes Training“, plaudert Pils aus dem Nähkästchen.

Und dazu passt auch eine Geschichte mit seinen Kindern Maybritt und Jan-Lukas Pils. Während die 19-Jährige beim Landesligisten TuS Westerholz spielt, läuft der 22-Jährige für den Tabellenführer der 1. Kreisklasse, dem SV GW Helvesiek auf. Bei beiden Teams stand Vater Manfred Pils bereits als Referee auf dem Platz. „Das müsse er nicht erneut haben, meinte Jan-Lukas, doch meiner Tochter gefiel die Begegnung auf dem Platz“, sagt Pils und lacht. In Carolin Pils hat er zudem ein weiteres Fußball-Talent im Familienkreis. Die Neunjährige spielt beim TV Stemmen. „Als ich meine Frau Christine in Helvesiek kennenlernte und ihr Vater erfuhr, dass ich Fußballer war, schrillten bei ihm die Alarmglocken. „Suche dir bitte keinen Fußballer, denn die sind doch nie zu Hause“, erinnert sich Pils mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

Familienvater Manfred Pils

Jedoch wurde der Pakt fürs Leben geschlossen und drei gesunde Kinder machten das Glück perfekt. Der Fußball ist in der Familie allgegenwärtig. „Jetzt hat sie den Salat und muss sich mit vier Kickern arrangieren. Doch es läuft total harmonisch ab“, verrät der Familienvater.

„Christine und ich waren früher bei Festivitäten im Dorf dabei. Und irgendwann wurde ich von den Jungs gefragt, ob ich nicht Lust hätte als Spielertrainer zu agieren. Die wussten, dass ich in Sittensen im Nachwuchsbereich tätig war und halt in Ippensen spielte“, sagt Pils, der damit seine erste Trainerstation in Helvesiek im Herrenbereich in Angriff nahm. Die C-Lizenz hatte er bereits länger in der Tasche. Er wusste also wie sich Trainingslehre anfühlt.

Die drei Spielzeiten waren überaus erfolgreich und machten Lust auf mehr. „Ich erhielt ein paar Angebote, wechselte dann zum TuS Mulmshorn, wo die gute Verwandtschaft den Anstoß gab. Da konnte ich einfach nicht nein sagen“, so der HSV-Fan, der in Wohnste, Kirchtimke und Elsdorf weitere Herausforderungen anging. „Beim TSV Timke habe ich eine sehr gute Zeit erlebt. Die Trainingsbeteiligung war super, alle zogen voll mit. Wir hätten uns mit dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse belohnen können, verloren das Relegationsspiel nach Elfmeterschießen“, weiß Pils noch genau. Damals war es Timke-Urgestein Kalli Ohrenberg, der den Übungsleiter für seinen Verein gewinnen konnte und gerne auf die erfolgreiche Zeit zurückblickt. „Das hat mit Manni einfach gepasst. Die Truppe war begeistert von seinen damaligen neuen Trainingsmethoden. Wir hatten noch nie so fitte Spieler“, lobt Ohrenberg.

Als Trainer „schon ein harter Hund“

Doch bevor der C-Lizenz-Inhaber das nächste Angebot beim TuS Elsdorf annahm, machte er eine Babypause. „Wir bekamen unser zweites Kind und damit wollte ich Christine nicht allein lassen“, berichtet Pils. Der TuS Elsdorf wurde daraufhin zur vorerst letzten Trainerstation, die von 2003 bis 2006 ging. Danach zog er einen Schlussstrich unter das Trainer-Kapitel. „Plötzlich war Fußball erstmals für mich zweitrangig“, sagt Manfred Pils. Seit seinem Start in die Schiedsrichterei pfeift er für den TuS Mulmshorn. „Das ist durch eine Verbundenheit zu acht ehemaligen Fußballern begründet, den ,Tipp-Göttern‘.“

Die Verantwortlichen des Teams aus der 1. Kreisklasse sind ebenfalls dankbar, dass er seit 25 Jahre für den Verein pfeift. „Wir wissen es schon zu schätzen, dass Manni sich auch nach seiner Trainertätigkeit weiterhin als Schiedsrichter zur Verfügung stellt. Ich habe zu seiner Trainerzeit im Tor gespielt und muss sagen, dass er schon ein harter Hund war. Doch die Zeit mit ihm war super und es ist eine Freundschaft geblieben. Wir treffen uns immer noch zum Skatspielen“, sagt Martin Patzwald, der Fußballobmann des TuS Mulmshorn.

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