Erste Saisonniederlage fällt deftig aus

Lukas Misere erwischt es beim 17:33 gegen den HC Bremen früh

Lukas Misere sitzt auf dem Hallenboden. Klaas Reichmann legt ihm einen Eisbeutel in den Nacken.
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Schmerzhaftes Spiel für Lukas Misere, der hier von Klaas Reichmann behandelt wird, nachdem er frühzeitig gefoult worden war.

Nils Muche beschrieb es als einen „Scheißtag“. Keeper Yannick Kelm bewies nach der Niederlage stattdessen Galgenhumor im Bezug auf die Halle in Bremen.

Bremen – Die Stimmung war schlecht. „Meine Fresse!“, fluchte der schon seit Wochen verletzte Rückraumspieler Chris-Ole Brandt in der Halbzeit, während die Tür hinter ihm zufiel und er die Betontreppe in den Keller der Halle am Jakobsberg Richtung Kabine hinabstieg. Ein Bild mit Symbolcharakter? So weit ist es längst noch nicht, mit 3:3 Punkten liegen die Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg noch voll im Soll. Doch die 17:33 (7:16)-Niederlage beim HC Bremen, die erste in dieser Punktspielrunde, wollte auch Coach Nils Muche nicht schönreden. „Ein Scheißtag. Das war einfach eine desolate Vorstellung“, gestand er nach der schwächsten Saisonleistung.

Kein Mittel gegen offensive Deckung

Für Lukas Misere war die Niederlage besonders schmerzvoll. Wieder einmal. Hatte er beim letzten Vergleich in der Hansestadt vor fast genau zwei Jahren bereits in der neunten Minute die Rote Karte gesehen, erwischte den Rotenburger Goalgetter nun in der zehnten Minute Gegenspieler Jan Wiezorrek und warf ihn aus der Bahn. Nach einer kurzen Behandlung versuchte es Misere wieder, verließ aber kurz darauf das Feld und kehrte erst in der 36. Minute zurück. „Ich habe einen Schlag abbekommen und mir wurde schwarz vor Augen“, klärte er später auf. Coach Muche monierte: „Da gab es die Gelbe Karte für. Zum Schluss hätte es für so etwas Rot gegeben, aber da hatten sie uns den Schneid schon abgekauft.“

Wieder gestoppt: Der Rotenburger Jens Behrens (vorne) hatte als Spielmacher einen schweren Stand. Hier wird er von Lukas Dibowski festgemacht. Am Ende setzte es so für die Wümmestädter beim HC Bremen die erste Saisonniederlage – mit 17:33 eine ziemlich deftige.

Jedenfalls schien es so, als hätten die Rotenburger zu viel Respekt vor zupackenden Bremern – und zu wenig Platz, um ein effektives Angriffsspiel aufzuziehen. In der extrem engen (und renovierungsbedürftigen) Halle wirkte das Spielfeld kleiner als gewöhnlich, sodass Keeper Yannick Kelm scherzhaft meinte: „Wenigstens haben die hier große Kabinen. Zwei Kabinen sind so groß wie die Halle.“ Der wahre Grund war aber: Die offensive Deckung mit dem meist vorgezogenen Spielertrainer Marten Franke ließ die Gäste nie zur Entfaltung kommen. Vor allem Spielmacher Jens Behrens bekam dieses zu spüren und wurde stets im Aufbau gestört. „Das war alles so angesagt, aber alles, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir nicht umgesetzt“, bemerkte Muche. „Ich habe da keine Erklärung für.“ Auch für die auffällig vielen Fehlpäse nicht.

Und da auch in der Deckung kaum etwas zusammenlief, waren die Rotenburger Keeper ziemlich allein gelassen. Anfänglich fischte Kelm noch einige Bälle weg, dann bekam auch er die Hände nicht mehr ran. Matthis Köhlmoos, nach 20 Minuten eingewechselt, benötigte eine Anlaufzeit, ehe er ein paar Erfolgserlebnisse hatte. Und Robin Fiedler, der Dritte im Bunde, kam, als längst nichts mehr zu retten war.

Auch Robin Fiedler, als dritter Keeper eingewechselt, konnte gegen die oft freien Würfe des HC Bremen selten etwas ausrichten.

Der HC Bremen nahm nach dem 1:1 von Michel Misere ab der achten Minute Fahrt auf und setzte sich kontinuierlich ab. Insbesondere die beiden Außen Felix Laube und Jan Wiezorrek (sieben beziehungsweise sechs Tore) stießen immer wieder durch. „Mehr zutrauen jetzt!“, forderte Muche sein Team nach dem 9:18 durch seinen Rechtsaußen Daniel Barkholdt noch einmal auf (35.). Als seine Mannen dann trotz Überzahl das 13:23 fingen (35.), versuchte der Coach das Team in einer Auszeit ein letztes Mal lautstark wachzurütteln und brüllte dabei gegen das aus den Boxen dröhnende „Gangnam Style“ an. Doch Bremens Keeper Luca Prieß war nur selten zu überwinden.

In der Schlussphase schwächte sich die Muche- Sieben selbst durch Zeitstrafen gegen Thies Stieghahn, Lukas Misere und Keeper Fiedler. Das nutzte ausgerechnet ein gebürtiger Rotenburger: Paul Schröder, seit Jahren beim HC Bremen, erzielte beim Comeback nach langer Verletzungspause seine ersten beiden Tore.

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