RSV dominiert das Derby

Lucas Chwolka knackt Uphusen beim 4:0-Sieg

Marcel Marquardt (am Ball) setzte sich gegen Uphusens Philipp Rockahr durch.
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Rotenburgs Marcel Marquardt (am Ball) setzte sich gegen Uphusens Philipp Rockahr durch.

Es dauerte bis zur 1:0-Führung, dann dominierte der RSV das Derby gegen den TB Uphusen, der sich zudem noch zwei Platzverweise einfing.

Rotenburg – Die Gefühlswelten hätten unterschiedlicher kaum sein können. Christian Ahlers-Ceglarek, Trainer des TB Uphusen, war schon während des Spiels recht ruhig geblieben und wollte hinterher erst gar nichts sagen. „Ich schäme mich für die Leistung!“, gestand er dann doch ziemlich konsterniert. Tim Ebersbach, der Coach des Rotenburger SV, der während der 90 Minuten seine Oberliga-Fußballer immer wieder verbal angetrieben hatte, war nach diesem „völlig verdienten“ 4:0 (2:0)-Derby-Heimsieg umso besser gelaunt: „Anfang der Saison wäre es noch undenkbar gewesen, dass wir vier Dinger in der Oberliga schießen.“ Das gelang seinen Mannen nun schon zum dritten Mal – die Ausgangslage für die Abstiegsrunde wird immer besser.

Der eingewechselte Björn Mickelat bejubelt das 4:0 von Stefan Denker.

Eine tragische Figur gab es in dieser so wichtigen Partie auch. Es war Mohammed Tekin, der defensive Mittelfeldspieler des Turnerbundes. In der 26. Minute war er noch untröstlich gewesen und – sinnbildlich für sein gesamtes Team – zusammengesunken, weil er mit einem Ballverlust die Niederlage eingeleitet hatte, in der Nachspielzeit war Tekin dann verbittert und verärgert, als er sich die Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung einhandelte. Wie Mitspieler Abdullah Dogan hinterher erklärte, hätte der Unparteiische Dominic Schleicher (VfL Badenhausen) den Uphuser zuvor mit einer beleidigenden Äußerung provoziert. Das wiederum war nicht spielentscheidend. „Wir haben den Gegner mit unseren Fehlern stark gemacht“, gestand Dogan. Der 24-Jährige Mittelfeldspieler mochte seinem Coach, der den Auftritt des Teams als „Frechheit von vorne bis hinten“ bezeichnete, auch nicht widersprechen. „Das sehe ich genauso“, meinte der frühere Dritt- und Regionalligaspieler. „Das war die schlechteste erste Halbzeit, die wir gespielt haben. Ich bin sehr traurig. Das war nicht gut. Wir waren einfach nicht da.“

Joel Schallschmidt (l., gegen Burak Yigit) setzte viele Akzente.

Und das in so einem Spiel, das für Uphusen weitere Konsequenzen nach sich zog: Kapitän Philipp Rockahr holte sich nach einem Foul an Marcel Marquardt die Gelb-Rote Karte ab (64.), Dogan selbst und Pedro Güthermann sind nach ihrer fünften Gelben ebenfalls gesperrt. Zu allem Überfluss zog sich Nico Drummer noch einen Nasenbeinbruch bei einem Duell mit Joel Schallschmidt zu (46.). Der Innenverteidiger wurde vom Rettungswagen abgeholt. Seine stark blutende Nase – ein Bild mit Symbolcharakter.

Der RSV ist hingegen obenauf. Das wird beim Blick auf die aktuelle Tabelle, in der die Wümmestädter Siebter sind, gar nicht so deutlich. Wohl aber beim Zusammenzählen der Punkte gegen die direkten Konkurrenten. Die Rotenburger nehmen mindestens 14 Punkte mit in die Abstiegsrunde – eine ziemlich gute Basis oder wie Präsident Peter Grewe meinte: „Das sind Eckpfeiler für den eventuellen Nichtabstieg.“ Zum Vergleich: Uphusen hat acht sicher und liegt damit einigermaßen im Rennen.

Nico Drummer (M.) holte sich eine blutige Nase.

Das Problem der Achimer hat hingegen Rotenburgs Außenverteidiger Björn Hakansson erkannt: „Die kriegst du immer gebrochen, wenn du ein Tor machst. Dann fängt deren Kopf an zu rattern, dann darfst du sie nur nicht mehr rankommen lassen“, analysierte er. So war es auch im Derby vor rund 250 Zuschauern. So lange es 0:0 stand, war es ein nahezu ausgeglichenes Spiel, in dem der RSV jedoch die reifere Spielanlage präsentierte und abgeklärter wirkte. Als Lucas Chwolka dann gegen Tekin den Ball eroberte und im Stile eines Torjägers seinen bereits sechsten Saisontreffer markierte, kippte die Partie klar zugunsten der Gastgeber. „Wir müssen uns gegenseitig helfen“, forderte Rockahr seine Mitspieler auf – vergeblich. „Wir verlieren die Dinger zu schnell“, wusste Uphusens Keeper Benjamin Schimmel, der noch manches Mal rettete, beim 2:0 durch den aus der Drehung schießenden Marquardt aber eine unglückliche Figur machte. Erst mit seiner Parade bremste er den sonst vermutlich über das Tor fliegenden Ball, der so an Höhe verlor und ins Netz fiel (41.). Ausgerechnet nach Drummers Verletzungspause wirkte der RSV nicht mehr so souverän. „Vielleicht waren sich die Jungs zu sicher“, vermutete auch Ebersbach. Doch als Luca Althausen – eigentlich im Zentrum der gut funktionierenden Dreierkette spielend – nach einer Ecke von Lucas Chwolka überlegt zum 3:0 einschob, waren Uphusens verhaltene Bemühungen gestoppt (76.). Stefan Denker erhöhte schließlich noch nach einem Pass von Hakansson auf 4:0 (90.+2).

„Das 1:0 hat uns natürlich Auftrieb gegeben. Aber wir dürfen mit Recht behaupten, dass nach den ersten Minuten nur wir noch Fußball gespielt haben. Und ich hatte auch das Gefühl, dass wir kämpferisch ein paar Prozent mehr reingehauen haben als Uphusen. Wir hatten so ein paar Achterbahnfahrten im Spiel. Das gefällt mir nicht, aber ich lege die Messlatte auch immer ans Limit und hatte nie das Gefühl, dass es kippen könnte“, resümierte Ebersbach nach dem erfolgreichen Nachmittag seines Teams im Ahe-Stadion.

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