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Althausen gleicht gegen Wolfenbüttel aus und gibt Ebersbach recht

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Von: Matthias Freese

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Sämi van den Berg sitzt auf der Bank, Wedat Bezek und Torschütze Luca Althausen (v.l.) stehen davor.
Völlig erschöpft, aber froh über den Punkt: Sämi van den Berg, Wedat Bezek und Torschütze Luca Althausen (v.l.) gehörten zu den Stützen des RSV beim 1:1 gegen Wolfenbüttel. © Freese

Der RSV war spielerisch drückend überlegen, nur das Tor fiel über lange Zeit nicht. Erst Luca Althausen erlöste seine Mannen in der Schlussphase.

Rotenburg – Tim Ebersbach hatte es beschworen, geradezu herbeigeschrien. „Wir belohnen uns jetzt!“, rief er seinen Oberliga-Fußballern des Rotenburger SV in der 83. Minute von außen zu, als Björn Hakansson im Ahe-Stadion zum Freistoß schritt. Gesagt, getan: Der Außenverteidiger zwirbelte den Ball scharf auf Keeper Direnc Güven, seinen zweiten Nachschuss drückte Luca Althausen letztlich mit Vehemenz über die Linie. „Ich wollte ihn unbedingt reinmachen, scheißegal wie – Hauptsache Tor“, meinte der Innenverteidiger nach dem Treffer zum 1:1 (0:0)-Endstand gegen den MTV Wolfenbüttel, der im Abstiegskampf noch einmal von besonderer Bedeutung sein könnte.

„Der Punkt ist Gold wert“, fand Ebersbach, denn dadurch wahrten seine Mannen ihren Sieben-Punkte-Vorsprung vor den Abstiegsrängen, auch wenn sie die Spitzenposition an den punktgleichen MTV Eintracht Celle abgeben mussten. Keine Frage: Eine Niederlage hätte den Druck bei dem seit drei Spielen sieglosen RSV erhöht, sie hätte den Spielverlauf auch nicht annähernd widergespiegelt. „Ein krasses Spiel, eine emotionale Achterbahnfahrt. Wir hatten doch gefühlt 75 Prozent Ballbesitz“, war Ebersbach nach dem Abpfiff noch ziemlich aufgewühlt. Der 41-jährige Team-Oldie Björn Mickelat, der wieder einmal in der Startelf stand, fand nach dem eher schwachen Auftritt im Hinspiel am Ostermontag (1:1) denn auch: „Die Reaktion der Mannschaft war sensationell. So eine gute erste Halbzeit haben wir lange nicht gezeigt.“ Der Coach ergänzte: „Das war vielleicht sogar unser stärkstes Spiel in der Abstiegsrunde, auch weil wir 90 Minuten körperlich da waren.“

Wedat Bezek (r.) geht hier an Jarno Engler vorbei.
Erstmals über 90 Minuten in der Oberliga: Wedat Bezek (r.) geht hier an Jarno Engler vorbei. © Freese

Dabei hatte Ebersbach auch einige Umstellungen vorgenommen – und sogar seinen Abwehrchef Christoph Drewes geopfert. „Der muss den Akku mal aufladen, außerdem hat er was mit der Hüfte“, erklärte der Trainer den geplanten Wechsel. Also übernahmen Sämi van den Berg und Althausen die Arbeit in der Innenverteidigung – und standen recht sicher. „Die Kette war super“, fand Ebersbach und attestierte auch Yannick Chwolka auf der rechten Seite eine starke Leistung mit viel Druck nach vorne. Ärgerlich nur, dass er beim Gegentreffer maßgeblich beteiligt war. Seine kurze Ablage auf Stefan Denker spitzelte der Nebenmann in die Füße von Jonas Klöppelt. Der fackelte nicht lange und zog unhaltbar ab (54.). Ärgerlich auch deshalb, weil es tatsächlich Wolfenbüttels erste Chance war. „Ein brutaler Nackenschlag“, fand Ebersbach.

Der RSV hatte bis dato bereits fünf große Möglichkeiten gehabt – die wohl beste durch Marcello Muniz, dessen Schuss nach Vorlage von Yannick Chwolka noch von Jarno Engler vor der Linie geklärt wurde (45.). Schon zuvor hatten Mickelat nach überragender Muniz-Vorarbeit (15.), Joel Schallschmidt (27.), Stefan Denker (36.) und Luca Althausen (37.) gute Chancen. Von Wolfenbüttel war bis dato wenig zu sehen. Diszipliniert und mit Übersicht hielt der RSV die Gäste vom eigenen Tor fern. Dabei übernahm vor der Abwehr Wedat Bezek die Rolle als Sechser anstelle von Tobias Kirschke. Der junge Winter-Zugang nutzte seine Chance. „Er ist sehr ballsicher und hat ein ganz tolles Spiel gemacht“, lobte sein Coach.

Luca Althausen (l.) schießt den Ball. Direnc Güven wirft sich auf den Boden. Lucas Chwolka (3.v.l.) und Joel Schallschmidt (r.) schauen zu.
Der sitzt, im zweiten Versuch: Luca Althausen (l.) überwindet Keeper Direnc Güven. Lucas Chwolka (3.v.l.) und Joel Schallschmidt (r.) schauen zu. © Freese

Insbesondere nach der Wolfenbütteler Führung kamen zunehmend Nickligkeiten in die Partie. „Jetzt wird‘s rassig“, beobachtete auch Gäste-Keeper Güven, nachdem Lucas Chwolka kurzerhand Nils Göwecke in die Bande befördert hatte. Vor seinem Ausgleich musste Althausen auch hinten noch einmal in höchster Not auf der Linie gegen Klöppelt klären (76.), Keeper Jeroen Gies zudem vor seinem Strafraum gegen den heraneilenden Stephane Dieupeu (79.). „Was mich richtig freut, ist, dass wir aber auch nach dem Rückstand weiter Fußball gespielt haben. Dass wir uns belohnt haben, war umso verdienter“, mochte sich Ebersbach dann schließlich auch mit dem einen Zähler arrangieren.

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