RSV fährt wichtigen Dreier ein

Lohmanns Doppelpack im Derby sichert überzeugendes 4:1 gegen Hagen

Noel Lohmann zieht ab, Ylbes Halimi (Mitte) läuft daneben.
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Kaum zu halten: Noel Lohmann (beim Schuss) strotzte nur so vor Spielfreude. In dieser Szene kann der noch vor der Pause ausgewechselte Hagener Ylbes Halimi den Rotenburger Linksaußen nicht bändigen.

RSV-Trainer Tim Ebersbach war die Freude nach dem Sieg anzumerken. Seinen Mannen gelangen zudem gleich drei Premieren.

Rotenburg – Die Premieren im Dreierpack hätten zu keinem besseren Zeitpunkt passieren können: Erster Doppelschlag für Noel Lohmann in der Fußball-Oberliga, erstes Tor für Joel Schallschmidt in dieser Spielklasse, erster Heimsieg in dieser Saison – für den Rotenburger SV lief das Kellerduell und Bezirksderby gegen den FC Hagen/Uthlede wie ein Länderspiel. Mit dem 4:1 (3:1) vor rund 200 Zuschauern im Ahe-Stadion sammelten die Wümmestädter wertvolle Zähler im Hinblick auf die wahrscheinlich erscheinende Abstiegsrunde.

Verständlich, dass RSV-Coach Tim Ebersbach auch Minuten nach dem Spiel noch begeistert, ja fast schon euphorisiert war. „Das war der überzeugendste Sieg seit Langem. Gerade die erste Halbzeit war wahnsinnig unterhaltsam und so geil anzu-gucken. So ein Powerfußball – ich konnte es phasenweise zum ersten Mal richtig genießen“, spritzte das Lob aus des Trainers Munde wie aus einer geschüttelten Sektwasserflasche heraus. Ganz im Gegenteil zu Benjamin Duray, dem früheren RSV- und aktuellen Hagener Coach. „Das war eine völlig indiskutable erste Halbzeit von uns. So kann man in der Oberliga nicht auftreten“, grantelte er mit seinen Mannen und stufte den Rotenburger Sieg als „auch in der Höhe verdient“ ein. „Entscheidend ist, wie wir aufgetreten sind – und das war enttäuschend. Dabei sind das doch die Big Points.“

Applaus – von und für Tobias Kirschke.

Die haben nun die auf Platz sieben vorgerückten Rotenburger eingetütet. „Das sind die Punkte, die du holen musst“, meinte auch Torsten Krieg-Hasch, der Sportliche Leiter des RSV. „Die erste Halbzeit war überragend.“ In der Tat fackelten die Gastgeber da ein für sie eher seltenes Offensivfeuerwerk ab. Joel Schallschmidt, erneut als Spitze aufgeboten, Noel Lohmann, Marcel Marquardt, aber auch die zentralen Mittelfeldakteure Lucas Chwolka und Stefan Denker sowie insbesondere der linke Außenverteidiger Björn Hakansson, der mit seinen gefährlichen Vorstößen wie ein Linksaußen agierte, stürzten überfordert wirkende Hagener von einer Verlegenheit in die andere. „Das konnte man ja dieses Mal auch“, meinte der Verteidiger ob seiner Vorstöße. Einzig Hagens Keeper Yannick Becker verhinderte mit mehreren Paraden eine frühere und noch höhere RSV-Führung. „Zentrale, wo seid ihr denn?“, flehte er seine Vorderleute an – fast wie ein Taxifahrer, der sich verfahren hatte und dringend Hilfe brauchte.

„Die erste Halbzeit war echt gut von uns, wir waren alle so heiß, weil wir wussten, dass es ein so wichtiges Spiel ist“, erklärte Lohmann. Nach der 1:0-Führung, die Lucas Chwolka in der 18. Minute mit einem satten und noch abgefälschten Fernschuss erzielt hatte (bereits sein vierter Saisontreffer!), erhöhte Lohmann fix auf 2:0 (20.). Vorausgegangen war ein Ballgewinn von Schallschmidt gegen Ylbes Halimi. Am 3:0 war wieder Lucas Chwolka beteiligt. Einen Denker-Pass legte er uneigennützig für den einlochenden Lohmann vor, statt selbst abzuschließen (36.). Ärgerlich war jedoch der Gegentreffer in der Nachspielzeit vor der Pause. Der inzwischen eingewechselte Kai Diesing erzielte ihn per Strafstoß nach einem Foul von Tobias Kirschke an Finn-Niklas Klaus (45.+3).

Das ist sein erstes Oberliga-Tor: Joel Schallschmidt (l.) zieht ab, während Hagens Lewis Stroth zu spät kommt und sich dabei auch noch verletzt.

Hagens Bemühungen, in Durchgang zwei zurück in die Spur zu finden, waren zwar zu erkennen, aber nicht durchdringend genug. Und der Widerstand war spätestens gebrochen, als in einer ereignisloseren zweiten Hälfte Schallschmidt mit dem 4:1 endgültig die Entscheidung herbeiführte (70.).

Benjamin Duray blieb da nur der Respekt vor dem Ex-Club, der „in der Summe etwas breiter aufgestellt ist und einen Tick mehr nachzusetzen hat. Und dann haben die Leute wie Christoph Drewes, der den absoluten Siegeswillen und die Präsenz, diese Wucht hat. Oder eben ein Tobias Kirschke.“ Beide gehörten damals bereits zu seiner Formation. „Unser Zentrum war bombenstark“, fand auch Ebersbach und verriet noch, dass er auch auf Wunsch des Mannschaftsrates am 4-3-3-System festgehalten und nicht auf die schon angedachte Dreierkette umgestellt hatte.

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