90-Minuten-Comeback gegen TSV Achim

Löber ist bei Sottrums 3:2 die Hilfe in der Not

Timo Löber (vorne) führt den Ball am linken Fuß. Fabian Schmidt läuft hinterher.
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Egal auf welchem Grün: Timo Löber (vorne, gegen Fabian Schmidt) kann mit dem Ball umgehen.

Von seinem Comeback wusste Timo Löber vor seiner Dusche am Morgen noch nichts. Umso erstaunlicher war die Leistung des 35-Jährigen beim 3:2-Sieg des TV Sottrum.

Sottrum – Am Samstagabend wusste Timo Löber noch gar nicht, was ihn am Sonntag erwarten sollte. „Ich habe ein Jahr lang nichts gemacht – und dann gleich ganze 90 Minuten“, stöhnte der 35-Jährige, den der Hilferuf von Dariusz Sztorc, Coach des TV Sottrum, wenige Stunden vor dem Anpfiff erreichte – „als ich gerade aus der Dusche rausgekommen bin“. Aufgrund der kurzfristigen Personalnot beim Fußball-Bezirksligisten stand Löber, der eigentlich mit dem Fußball aufgehört hatte, also ohne Training als Rechtsverteidiger in der Startelf – und feierte bei seinem Comeback einen, wenn auch mühsamen, 3:2 (0:1)-Sieg gegen den Tabellenvorletzten TSV Achim.

Sottrum kletterte dadurch auf Platz fünf, also in die Tabellenregion, die die Aufstiegsrunde garantieren würde. „Jetzt geht es um die Wahrheit in den nächsten drei Spielen, wenn wir noch Fünfter werden wollen“, hatte Abteilungsleiter Thomas Holzkamm vor dem Anpfiff erklärt und auf die sich anschließenden Duelle bei Rot-Weiß Achim und gegen den TSV Thedinghausen verwiesen. Allerdings waren für Teil eins dieses Unterfangens gleich mehrere Stücke in Sztorc‘ Personalpuzzle über Nacht rausgefallen. So auch Routinier Matthias Michaelis, der zunächst draußen blieb, aber seinem Trainer trotz seiner Knieprobleme signalisierte: „Wenn du mich brauchst, bin ich da.“

Abflug zum Jubeln: Finn Herwig breitet nach dem 1:1 seine Arme aus und rennt Richtung Bank.

Eben dieser Zeitpunkt war zur zweiten Hälfte gekommen, als Sztorc mit Michaelis und Sinan Reiter ein neues Sturmduo brachte, um den 0:1-Rückstand, den Theo Spicker ungestört per Kopf erzielt hatte (12.) umzubiegen. Schon zuvor hatte Dominik Reuter in der Innenverteidigung eingewechselt werden müssen, nachdem sich Denis Neufeld die Schulter ausgekugelt hatte (38.).

Mit den Offensivwechseln war jedenfalls „gleich Leben drin“, wie auch Sinan Reiter fand. Es dauerte auch lediglich zweieinhalb Minuten, ehe Finn Herwig nach Wiederanpfiff eine Einzelaktion im Sechzehner mit dem 1:1 krönte. Herwig bereitete auch das 2:1 durch Marvin Meyer vor (65.), während Reiter den Strafstoß verwandelte, den Keeper Vincent Schicks an ihn verursachte (78.). Dass es noch einmal spannend wurde, als erneut Specker mit einem Flachschuss auf 2:3 verkürzte (89.) und Tobias Engel gegen den Achimer Doppeltorschützen noch glänzend parieren musste (90.+2), war im Prinzip überflüssig. „Wir haben mit Sicherheit eines unserer schlechtesten Spiele der vergangenen Monate gezeigt – trotzdem hätten wir auch 6:1 gewinnen können“, meinte Sztorc und wollte die personellen Ausfälle auch gar nicht als Ausrede gelten lassen: „Was auf dem Platz stand, das waren gestandene Bezirksliga-Spieler“, betonte er und bemerkte in Richtung Timo Löber: „Ich bin schon überrascht, dass er es 90 Minuten so ausgehalten hat. In der zweiten Halbzeit war das schon sehr souverän von ihm.“ Die Einladung der Mitspieler, zum Training vorbeizukommen, schlug Löber jedoch aus. „Nein, das habe ich nicht vor. Mir fehlt im Moment auch die Zeit“, sagte der Außenspieler, der seine sportliche Betätigung mehr auf den Golfplatz verlegt hat. „Lasst ihn mal“, unterband Sztorc deshalb die Rückholversuche seiner Jungs und schob lachend nach: „Er muss Dienstag wieder auf dem Golfplatz sein.“

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