DAS (BISHER UNVERÖFFENTLICHTE) KREISLIGA-INTERVIEW

Liszkowski: „Ein großes Wort mitreden“

Prost: Florian Liszkowski (SG Unterstedt).
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Prost: Florian Liszkowski (SG Unterstedt).
  • Lea Oetjen
    vonLea Oetjen
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Eigentlich wäre das folgende Interview am 14. März auf unserer Lokalsport-Seite erschienen. Das Gespräch mit Florian Liszkowski von der SG Unterstedt war bereits niedergeschrieben – dann folgte der Corona-Lockdown im Fußball mit allen bekannten Folgen! Der Text flog raus. Inzwischen bereiten sich die Teams wieder auf die neue Saison vor. Und wir haben uns nach langen Diskussionen entschlossen, das Interview, das wegen Corona und der Folgen bisher nicht gedruckt wurde, verspätet, aber trotzdem so zu veröffentlichen, wie es damals geführt worden ist. Manches ist nicht mehr aktuell, anderes hat immer noch Bestand. Spannend sind die Aussagen – auch im zeitlichen Kontext gesehen – so oder so. Urteilen Sie selbst.

Unterstedt – Titan, Opa, Becksbomber, Beton, Primus – die Liste der Spitznamen bei der SG Unterstedt ist lang, deren Ursprung wohl besser nicht zu hinterfragen. Auch Florian Liszkowski, der Kapitän des Fußball-Kreisligisten, bleibt nicht verschont. Wir haben den 24-Jährigen mal gefragt, welchen seiner Spitznamen er bevorzugt und gleichzeitig die Themen Aufstieg, Kaderplanung und Corona angesprochen.

Also Herr Liszkowski ... Oder sollte ich Sie lieber – wie Ihre Mannschaft – mit Cheffe oder gleich mit Virgil (in Anlehnung an Virgil van Dijk, Innenverteidiger FC Liverpool) ansprechen?

Och ... Das sind beides nicht so meine Favoriten (lacht). Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich bei Cheffe bleiben. Aber sonst immer gerne ganz klassisch Flo oder halt Bobby.

Dabei ist der Spitzname Virgil doch ein Kompliment. Virgil van Dijk vom FC Liverpool ist schließlich der womöglich beste Innenverteidiger der Welt im Moment. Sind Sie auf dieser Position am wertvollsten für die SG Unterstedt?

Ja, ich denke schon. Wir haben in der Hinrunde hinten echt gut gestanden. Dass wir die wenigsten Gegentore (17, Anm. d. Red.) in der Liga bekommen haben, belegt das. Anfangs war diese Position für mich eher mit Bauchschmerzen verbunden, aber mittlerweile fühle ich mich da sehr wohl. In der Rückrunde gibt es mit Theo Kettenburg und Jannis Bartsch zwei weitere Optionen für die Innenverteidigung.

Geht’s für Sie dann eine Reihe weiter nach vorne? Zum Beispiel auf die Sechs?

Keine Ahnung, ich bin selbst gespannt, wo ich gegen Bremervörde spiele. Ich bin offen für alles. Aber ja, ich sehe mich eher als Sechser. Ich führe gerne Zweikämpfe und komme am liebsten über die Zentrale. Notfalls könnte es auch über den Flügel klappen ... Aber nein, das ist eher so ein Notgedanke.

Ist das so eine kleine Schwäche von Unterstedt? Dass personell oftmals aus dem letzten Loch gepfiffen wird?

Ja, das war es in der Hinrunde. Durch die Winter-Neuzugänge Jannis Bartsch und Bastian Rose sowie die Rückkehrer Theo Kettenburg und Lars Hamelmann hat sich das aber jetzt wieder etwas entspannt – zumindest in der Defensive. Nach vorne sind wir weiter etwas dünner besetzt – vor allem auf den Außen.

Stärkt der kleine Kader denn zusätzlich das Wir-Gefühl der Mannschaft?

Nein, nicht wirklich. Das Klima bei uns ist immer total gut – egal, ob wir zwölf oder 20 Mann sind.

Heißt: Unterstedt erspielt sich den Aufstieg über den Zusammenhalt?

Mal abwarten. Also ich bin mir ziemlich sicher, dass sich „Vissel“ den direkten Aufstieg nicht mehr nehmen lässt – auch wenn ich kein Fan davon bin, das schon kurz nach der Winterpause so sicher zu sagen. Im Kampf um den Relegationsplatz stecken aktuell sechs Mannschaften (MTSV Selsingen, TuS Zeven, FC Alfstedt/Ebersdorf, FSV Hesedorf/Nartum, Bremervörder SC und SG Unterstedt, Anm. d. Red.). Wir wollen im Wettkampf um Platz zwei ein ganz großes Wort mitreden. Die Chance ist auf jeden Fall da.

Ist Unterstedt denn überhaupt schon bereit für die Bezirksliga?

Das Potenzial in der Mannschaft ist da. Allerdings fehlt uns etwas die Breite. Und ob man mit zwei Torhütern in der Offensive in der Bezirksliga so erfolgreich ist, sei auch mal dahingestellt. Auch wenn Tim Genkel und Sebastian Lauridsen ihren Job natürlich gut machen. Für uns ist es umso wichtiger, dass Niklas Herbig, der aus unserer eigenen Jugend kommt, sich derzeit so stark entwickelt. Das haben wir nämlich so nicht erwartet.

Am Thema Corona führt dieser Tage kaum ein Weg dran vorbei. Wie geht’s in der Kreisliga weiter?

Gute Frage ... Jeder Verein sollte sich auf jeden Fall seine Gedanken machen. Es betrifft schließlich jeden Spieler. Ich persönlich hoffe, dass die Saison zu Ende gespielt wird, aber eine Prognose ist schwierig. Zumindest in den Amateurligen ist es aber denkbar, die Saison zu pausieren und nach hinten zu schieben. Geisterspiele in der Kreisliga sind auch nicht das große Problem, denke ich. Wirklich problematisch wird es, wenn es die ersten Fälle innerhalb der Teams gibt.

Von Lea Oetjen

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