Der frühere RSV-Jugendkicker Bujar Muriqi ist als Bosnier für die Amerikaner in Afghanistan tätig

„Liebesgrüße“ aus der Krisenregion

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So sieht das tägliche Arbeitsumfeld für Bujar Muriqi aus: Afghanistan, Kandahar-Airfield.

Rotenburg - Von Matthias FreeseFacebook macht’s möglich: Im fernen Afghanistan verspürte Bujar Muriqi (31) vor einigen Wochen so ein Gefühl, dass sich ein bisschen wie die Sehnsucht nach einer alten Zeit anfühlte. Also setzte sich der Bosnier an den Rechner, stieß erst auf die Website des Rotenburger SV und dann über das soziale Netzwerk auf den Vorsitzenden Henri Ohlmann, seinen früheren Trainer. Der musste schon ein wenig überlegen, denn der ehemalige Schützling, der sich da meldete, hatte Ende der Neunziger ja nur ein Jahr an der Wümme verbracht. „Aber ich habe Heimweh nach Rotenburg und auch nach Deutschland“, verdeutlicht Muriqi, dass diese Zeit bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Rotenburg – das liegt bereits 15 Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat sich vieles im Leben von Bujar Muriqi geändert. In Afghanistan arbeitet er jetzt für das amerikanische private Sicherheits- und Militärunternehmen Dyncorp International – als Frachtpapiere-Spezialist. „Ich hab’ sehr ernsthaft darüber nachgedacht, weil ich wusste, dass ich in eine Kriegszone gehen würde. Aber ich habe mich entschieden und muss sagen, dass es eine meiner besten Entscheidungen war, die ich getroffen habe.“

Rückblick: In Gracanica (Bosnien und Herzegowina) aufgewachsen, flüchtete Muriqi während des Jugoslawienkrieges zunächst mit seinen Schwestern Emina und Zana 1992 nach Kroatien, dann ein Jahr später mit seiner Familie nach Deutschland. Dort schloss er sich auch dem TV Oyten an, wo er in der C- und B-Jugend an der Seite des jetzigen RSV-Kapitäns Tim Ebersbach spielte. „Bujar war ein ganz Guter“, erinnerte sich Ebersbach an den einstigen Linksaußen. Auch Moritz Becker gehörte dazu. 1997 folgte der Wechsel zum RSV – „doch leider konnte ich bei den Punktspielen nicht mitmachen, weil ich gesperrt war. Ich habe also trainiert und die Freundschaftsspiele absolviert“, erinnert er sich. Boris Lange, aber auch Hasan Duygu und Metin Duygu gehörten damals zum Team. Und Bujar Muriqi trug noch lange und gelockte braune Haare mit Mittelscheitel. Inzwischen sind sie kurzgeschoren.

Wieder in Bosnien, beendete Muriqi die Schule, studierte in Sarajevo Sportwissenschaft, kickte bis 2001 noch für NK Bratstvo und wurde Sportlehrer. „Aber leider konnte ich keine Arbeit finden, deshalb habe ich es mit einem eigenem Fitnesscenter versucht. Es war nicht schlecht, aber auch nicht so gut“, sagt er. Afghanistan war jedenfalls für ihn besser. Und ist es auch noch. „Aber Deutschland war zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich hatte zwar seitdem noch keine Gelegenheit gehabt, das Land zu besuchen, aber die Zeit wird kommen“, glaubt Muriqi. Bis dahin hält er eben über das Internet und Facebook Kontakt zum Rotenburger SV – und sich auf dem Laufenden.

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