Erika Bobo spricht im Interview über die Hurricanes, die Zukunft, Obama und ihre Kochkünste

„Liebend gerne erste Liga“

Gestern morgen in einem amerikanischen Schnellrestaurant in Rotenburg: Erika Bobo stellt sich den Fragen von Sportredakteur Matthias Freese (l.). Trainer Roland Senger lauscht interessiert.

Kreis-Rotenburg - Von Matthias FreeseROTENBURG · Insgesamt sechs dezente Tattoos zieren ihre Haut. Erika Danielle Bobo blickt auf ihre Sterne, die sie an den Händen trägt. „Für mich selbst bin ich der Superstar“, lacht die 26-jährige Amerkanerin, die mit ihren Punkten, Rebounds und Assists in der Tat entscheidend dazu beigetragen hat, dass die BG ’89 Hurricanes in der 2. Basketball-Bundesliga nach den Sternen greifen. Vor dem Saison-Highlight, dem Rückspiel im Play-Off-Halbfinale (morgen, 19.30 Uhr, Scheeßel) gegen die ChemCats Chemnitz, nahm sich die Aufbauspielerin aus Dallas Zeit für ein Exklusiv-Interview.

?Normalerweise wären Sie schon längst in den Staaten. Welches Datum steht jetzt auf ihrem Flugticket?

!Der 26. April. Aber ich kann es wieder umbuchen. Mein Plan ist jedenfalls, dass ich erst nach den Finalspielen fliege.

?Ist es möglich, ein zweites Mal mit dieser Energie zu spielen und die ChamCats erneut zu überraschen?

!Alle waren geschockt von unserem Auftritt. Aber das Energielevel wird noch höher sein, denn wir spielen zu Hause. Jeder von uns will Chemnitz nochmals bezwingen. Und wir haben das Selbstvertrauen, wir können sie definitiv erneut schlagen.

?Und dann ist im Finale alles möglich?

!Ja, wir können gegen Wedel und Osnabrück gewinnen. Wobei ich mir Osnabrück wünschen würde. Die haben uns zwei Mal geschlagen, wir wollen Revanche.

?Ob Aufstieg oder nicht – ist es überhaupt realistisch, dass Sie nach dieser eindrucksvollen Leistung nächste Saison noch für die Hurricanes spielen werden? Einige Clubs müssten längst angefragt haben, oder?

!Es gibt keine Kontakte bisher. Mein Fokus liegt auch erstmal auf dieser Saison, danach werde ich mit meinem Agenten sprechen. Es ist mein erstes Jahr als Profi, und ich muss sagen: Ich mag meine Situation hier. Für mich war es bisher eine richtig gute Saison, ich würde liebend gerne mit diesem Team erste Liga spielen. Mein persönliches Ziel ist die WNBA (die amerikanische Frauen-Profiliga, Anm. der Red.). Das würde mich auch nicht daran hindern, weiter in Übersee zu spielen, denn die WNBA spielt, wenn in Europa Sommerpause ist.

?Wie war es eigentlich, als klar war, dass Sie nach Deutschland gehen würden?

!Die meisten haben mir gratuliert. Und meine Eltern waren sehr aufgeregt. Ich hatte ihnen aber auch erst drei Tage vor meinem Abflug davon erzählt …

?Vorausgesetzt Sie bleiben, braucht die BG ’89 wieder eine zweite Amerikanerin?

!Das wäre eine gute Option für die Centerposition. Ich hätte auch zwei Leute im Kopf. Das Aufbauspiel ist dafür richtig gut, und die Jungen lernen enorm viel dazu, wie Mascha Treblin – sie ist ein erstaunliches Mädchen.

?Was würden Sie von der BG ’89 erwarten, um auch nächstes Jahr hier zu spielen?

!Ein Team, das in der Lage ist, aufzusteigen oder aber in der ersten Liga mitzuspielen. Und vielleicht ein bisschen mehr Geld.

?Themenwechsel: Was erwarten Sie von Ihrem Präsidenten Barack Obama?

!Dass er sein Wort hält, vor allem in der Gesundheitspolitik und in der Bildung. Er muss bessere Vor-aussetzungen schaffen, damit Kinder aufs College gehen können. Wenn du kein Sportstipendium hast, ist es nämlich teuer zu studieren.

?Für viele Deutsche ist Amerika McDonalds, Dallas oder Denver und auch immer noch ein bisschen George W. Bush. Was ist Deutschland inzwischen für Sie?

!Einerseits war es ein kleiner Kulturschock. Ich wohne in Dallas schließlich nur 15 Minuten von Downtown entfernt und bin eher ein Großstadtmensch. Ich vermisse die Einkaufszentren und das Shopping. Da gibt es nicht so viele Möglichkeiten in Scheeßel. Anderereits gibt es auch Ähnlichkeiten. Chemnitz erinnert mich an Chicago, Jena an Philadelphia und Scheeßel an Mansfield bei mir zu Hause – mit vielen Farmen.

?Beschreiben Sie Rotenburg und Scheeßel doch mal in drei Worten.

!Ländlich, klein und natürlich ruhig.

?Und waren Sie schon in Hamburg?

!Nein, aber in Bremen – das ist eine coole Stadt. An meinem Geburtstag war ich dort mit ein paar Teamkolleginnen Sushi essen.

!Und in Ihrer WG kochen Sie dann für Ihren Coach Roland Senger, richtig?

!An seinem 30. Geburtstag habe ich für ihn Steak und Broccoli gemacht, aber wegen dieser Tradition hier hat er so viel getrunken, dass er vergaß, es zu essen. Das ist mir eine Lehre.

?Im Basketball wird überwiegend Englisch gesprochen. Wie sind eigentlich Ihre Deutschkenntnisse?

!Ich kenne nur die Basics wie „danke“, „hallo“, „ich hätte gerne einen Burger ohne Zwiebeln“.

?Nochmal zurück zur Partie gegen Chemnitz. Was versprechen Sie den Fans?

!Einen Sieg. Aber jeder sollte kommen und uns anfeuern, damit wir ihn auch einfahren. Vielleicht können wir die Tribüne in Scheeßel ja füllen.

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