Amerikanerin mit acht Dreiern

Leavitt hat beim 106:59 der Hurricanes die „Goldfinger“

Toshua Leavitt (rechts) prellt den Ball, Selma Yesilova streckt die Arme dazwischen.
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Stets einen Tick schneller: Toshua Leavitt (rechts, gegen Selma Yesilova) traf nahezu jeden ihrer Würfe und steuerte noch starke Anspiele bei.

Dass ein Team in der 2. Basketball-Bundesliga der Damen mal 100 Zähler oder mehr wirft, geschieht selten. Den Hurricanes ist es nun durch Muska Saidi gelungen.

Scheeßel – Christian Greve hatte seine Worte an die Mannschaft nach dem Spiel verhältnismäßig kurz gehalten, doch in der Kabine herrschte noch Klärungsbedarf, während der Trainer der Avides Hurricanes bereits wieder draußen war. Einige Minute später löste Pia Mankertz auf: „Kuchen und einen Kasten Bier – nee, Radler nehmen wir“, verriet die Kapitänin des Basketball-Zweitligisten. Spendieren muss das Mitspielerin Muska Saidi, weil sie das recht seltene Kunststück schaffte, den 100. Punkt des Spiels zu erzielen – und das sogar per Dreier. Im ersten Heimspiel hieß es am Ende 106:59 (67:22) gegen die fast schon bemitleidenswerten Young Dolphins Marburg. Überragende Spielerin war dabei Toshua Leavitt, die gleich acht Dreier in den Körben der Scheeßeler Sporthalle versenkte.

Der amerikanische Guard der Hurricanes hatte ohnehin goldene Finger an diesem Abend. Fünf Dreier gelangen der 24-Jährigen allein schon im ersten Viertel, am Ende hatte sie aus der Distanz lediglich einen Fehlversuch. „Sie hat unfassbar gut getroffen und sehr viel kreiert“, bemerkte Greve. Zumal sie auch bei den Zweiern noch eine 75-Prozent-Quote hatte und sämtliche Freiwürfe verwandelte – machte unterm Strich 35 Punkte! Mit feinen Pässen auf die freien Mitspielerinnen ließ Leavitt aber auch diese glänzen. Insbesondere Mirja Beckmann trumpfte mit einer Erfolgsquote von 66,7 Prozent und insgesamt 22 Punkten auf. Nur knapp verpasste sie angesichts ihrer neun Rebounds ein Double-Double.

Reingelegt und vorbeigezogen: Leonie Rosemeyer (am Ball, gegen Hanna Bonacker) war auch unterm Brett sehr präsent.

Leonie Rosemeyer war ebenfalls in Spiellaune, obwohl ihre Dreier dieses Mal nicht fielen. Ohnehin hatte sie in diesem Spiel etwas andere Prioritäten gesetzt. Da neben der am Knie verletzten Centerin Anacia Wilkinson kurzfristig auch noch mit Hannah Pakulat (Entzündung im Bein) die zweite „Abräumerin“ unterm Brett ausfiel, musste Rosemeyer diesen Job übernehmen. „Rebound“ stand deshalb auch mit einem schwarzen Filzstift auf ihren beide Handrücken geschrieben. „Ich wollte für Hannah und ,Naci‘ die Rebounds holen und habe mein High, glaube ich, erreicht“, erklärte sie später und war entscheidend daran beteiligt, dass ihr Team auch diese Bilanz mit 41:26 entschied. Allein fünf Offensivrebounds holte Rosemeyer.

Die Hurricanes gaben damit die richtige Antwort auf die 53:72-Auftaktpleite beim BBZ Opladen. „Auf jeden Fall“, bestätigte Coach Greve, während Kapitänin Pia Mankertz meinte: „Wir waren alle ziemlich genervt von unserer Perfomance vergangene Woche. Wir haben härter trainiert – und es war schön zu sehen, dass wir auch besser verteidigen können.“ Allerdings, so fand der Trainer, bedurfte es nach wenigen Minuten noch eines „Aufrüttlers“. Also nahm er trotz einer 8:3-Führung eine Auszeit, wurde kurz laut und sah sich später bestätigt: „Das hat etwas gebracht. Danach war es auch bis auf wenige Ausnahmen gut.“

Und wieder durch: Mirja Beckmann erzielte 14 ihrer 22 Punkte allein im zweiten Viertel.

So gut, dass Marburgs Talentschmiede – mit Sarah Lückenotte, Selma Yesilova und Jasmnin Weylell aus dem Erstliga-Kader angereist – nur hinterherschauen konnte und die Hurricanes das erste Viertel mit 30:13 dominierten. Michelle Schischkov hatte den Schlusspunkt gesetzt, nachdem Leavitt clever die Zeit runterlaufen lassen und den genialen Pass gespielt hatte. „So wird‘s nicht weitergehen“, unkte bereits Vorstandsmitglied Utz Bührmann. Und doch sollte es bis zur Pause ähnlich weitergehen, obgleich Greve seiner Top-Scorerin eine längere Pause gönnte – 67:22. „Es läuft ja“, bemerkte auch Hannah Pakulat, die das Spiel mit ihrem angeschwollenen Bein von der Bank aus verfolgte.

Kontinuierlich, wenn auch nicht mehr ganz so stürmisch, bauten die Hurricanes ihren Vorsprung nach der Halbzeit weiter aus. Bei Leavitts 93:34 betrug er bereits 58 Punkte (30.), das letzte Viertel schenkten die Gastgeberinnen dann mit 11:20 weg, wobei Greve zwischenzeitlich auch vier seiner Starting-Five-Spielerinnen (Mankertz, Leavitt, Rosemeyer, Baden) draußen ließ. In der 35. Minute war schließlich die 100-Punkte-Marke durch Saidis Dreier erreicht. Das hatten die Hurricanes zuletzt übrigens vor fast drei Jahren geschafft, als am Ende ein 115:41-Auswärtssieg beim ASC Mainz stand. „Das kommt in der Liga ja nicht so oft vor“, wusste auch Greve, der den Erfolg jedoch nicht überbewerten wollte: „Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, aber mich nervt, dass wir mit dieser Intensität nicht letzte Woche so gespielt haben“, gestand er und ergänzte: „Das war zum Teil schon richtig ansehnlicher Offensivbasketball. Das habe ich mir sehr gerne angeschaut. Es war eine gute Reaktion. Wir müssen die Leistung aber nächste Woche bestätigen.“ Dann kommt mit den Bender Baskets Grünberg ein Gegner nach Rotenburg, der stärker als Marburg sein dürfte.

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