WIE GEHT‘S EIGENTLICH ...? Hemslinger Fußballer ist in Leipzig sehr erfolgreich

Langeweile gibt‘s bei Depke nicht

Eine gute Auszeit vom stressigen Alltag: Der Wahl-Leipziger Jorma Depke genießt es, in der Sächsischen Schweiz zu wandern.
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Eine gute Auszeit vom stressigen Alltag: Der Wahl-Leipziger Jorma Depke genießt es, in der Sächsischen Schweiz zu wandern.

Hemslingen/Leipzig – Im Terminkalender von Jorma Depke ist es fast unmöglich, ein freies Feld zu finden. Zwar liegen seine Fußballtätigkeiten derzeit aufgrund der Corona-Krise auf Eis, doch Langeweile kennt der gebürtige Hemslinger durch seine ganzen anderen Verpflichtungen nur aus Erzählungen. Der ehemalige Leistungsträger des SV BW Westervesede hat seinen Lebensmittelpunkt seit einigen Jahren nach Leipzig verlegt und hat sich dort in der Fußballbranche mittlerweile einen Namen gemacht.

Wissenschaftliche Hilfskraft an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig im Bereich Sportbiomechanik, Co-Trainer der A-Jugend des JFV Neuseenland in der Landesliga Sachsen, in Ferienzeiten Trainer verschiedener Fußballschulen, im Sächsischen Fußballverband als DFB-Mobil-Teamer sowie Vereinsberater aktiv – um seine ganzen Aktivitäten aufzulisten, bedarf es eines großen Zettels. Die wenige Freizeit, die Depke dann noch bleibt, nutzt er aber nicht, um die Beine hochzulegen, sondern steht dann auch noch selbst auf dem Fußballplatz. Beim FC BW Leipzig gehört der Mittelfeldmann zur Stammelf des Teams. Mit dem Club feierte der 28-Jährige in der Saison 2018/2019 den Aufstieg in die Landesliga Sachsen.

Master-Studium kurz vor dem Abschluss

„Ich lebe mittlerweile schon in meinem sechsten Jahr in Leipzig und fühle mich pudelwohl in der sehr grünen Stadt. Ich kann hier alles mit dem Fahrrad erreichen“, erzählt Depke, der 2014 für sein Studium dorthin gezogen war. Vier Jahre später hat er seine beiden Bachelor-Studiengänge Sportwissenschaften und Sportmanagement abgeschlossen und steht gerade in seinem sportwissenschaftlichen Master-Studiengang „Diagnostik & Intervention“ kurz vor dem Ende. „Ich muss jetzt nur noch meine Masterarbeit schreiben. Ich behandele dabei die Themen Kognition, Motorik und Ermüdung mit Bezug zum Fußball. Eine sehr spannende Sache, von der ich aber noch nicht zu viel verraten möchte“, so Depke.

Der Student begeistert sich aber nicht nur für Fußball. Auch das Wandern steht auf seiner Interessenliste ganz weit oben. So unternimmt Depke gerne Ausflüge in die Sächsische Schweiz. „Natur- und Wanderfreunden kann ich es nur empfehlen – immer eine gute Auszeit vom Alltag“, findet der 28-Jährige.

Für seinen Fleiß und Ehrgeiz ist der gebürtige Hemslinger nicht erst seit seiner Studienzeit bekannt. Schon vorher war er stets engagiert. Im Jahr 2012 absolvierte Depke beispielsweise ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Niedersächsischen Fußball-Verband. Parallel machte er sich über die Kreisgrenzen Rotenburgs einen Namen, schließlich hatte er einen enormen Anteil daran, dass der SV BW Westervesede in der Saison 2012/2013 den Aufstieg in die Kreisliga schaffte. Das Besondere dabei: Als Sechser avancierte er seinerzeit zum echten Goalgetter. Sein Können blieb auch dem TV Jahn Schneverdingen nicht verborgen, und so schloss sich der Mittelfeldmann im Sommer 2013 dem Bezirksligisten an. Am Ende der Spielzeit folgte für ihn bereits der nächste Aufstieg. Mit dem Team aus dem Heidekreis ging es als unangefochtener Meister in die Landesliga hoch. Dort kam er aufgrund seines begonnenen Studiums dann jedoch nur noch zu vereinzelten Einsätzen.

Immer noch Kontakt zu alten Teamkollegen

Zwar liegt die Zeit schon einige Jahre zurück, dennoch ist der Kontakt insbesondere zu seinem Heimatclub SV BW Westervesede (2018 zum Veeser FC fusioniert) nie abgebrochen. „Ich erinnere mich immer wieder gerne an die schöne Zeit dort zurück. Besonders die gute Gemeinschaft auf, aber auch neben dem Platz, bleibt mir hier in guter Erinnerung“, erzählt der einstige Torjäger. Und auch die Blau-Weißen haben ihren Leistungsträger nicht vergessen, wie Depke verrät: „Jede Sommerpause gibt es eine Anfrage, ob ich endlich wieder in die Heimat komme und noch mal nach Westervesede zurückkehre. Das ist natürlich ein schönes Gefühl.“

Ob es dazu kommt, ist jedoch mehr als fraglich, da Depke seine mittelfristige Zukunft in Leipzig sieht. „Im nächsten halben Jahr möchte ich meine Masterarbeit schreiben, nebenher noch meine Nebenjobs weiter ausführen und dann gerne im Sportbereich in Leipzig arbeiten. Im Sport kann es mit vielen Kontakten manchmal sehr schnell gehen, einen Job zu finden. Allerdings ist natürlich auch diese Branche von der Corona-Pandemie betroffen. Im neuen Jahr gilt es erstmal, das Studium abzuschließen, eigene Projekte voranzutreiben und dann freue ich mich auf das, was kommt“, blickt der Sportwissenschaftler voraus.

Einen Besuch dürfen seine ehemaligen Teamkollegen aber nach der Corona-Krise definitiv wieder einplanen, schließlich kommt Depke immer gerne in die Heimat zurück. „Zwar bin ich leider nicht mehr so häufig da, aber dann freue ich mich besonders auf die Treffen mit der Familie und den alten Freunden“, versichert der Wahl-Leipziger. Und wenn dann über die Geschehnisse der 1. Kreisklasse Süd (Veeser FC) oder der Bezirksliga (TV Jahn Schneverdingen) diskutiert wird, kann Depke sofort mitreden. „Ich verfolge regelmäßig den Fußball in der Heimat und schaue nach, wie sich die Vereine in ihren Ligen so schlagen.“

Von Mareike Ludwig

Jubelnd im Konfettiregen: Der gebürtige Hemslinger Jorma Depke (8.v.l.) feierte mit dem FC BW Leipzig in der Saison 2018/2019 den Aufstieg in die Landesliga Sachsen.
Lang ist‘s her: Jorma Depke im Trikot des SV BW Westervesede. 2013 gelang der Kreisliga-Aufstieg.
Als Co-Trainer aktiv: Jorma Depke coacht die A-Jugend des JFV Neuseenland.

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