Hurricanes-Matchwinnerin gesteht: „In so einer Situation war ich noch nie“

Krönung von „Kaiserin Kata“

+
Kata Takács

Scheessel - Von Matthias FreeseIm beschaulichen Scheeßel hat sich längst eine österreichischen Basketball-Enklave entwickelt. Sogar einen König gibt es dort – er heißt Thomas mit Vornamen und kam im Sommer mit Lebensgefährtin Theresa Heuritsch, um bei den BG ’89 Hurricanes zu wirken. Sonnabend krönte sich nun Landsfrau Kata Takács zur „Pokal-Kaiserin“ – mit ihren Freiwürfen eine Sekunde vor dem Ende führte die 22-Jährige die Zweitliga-Damen zum 76:75-Coup gegen den Bundesligisten SV Halle und sicherte sich damit einen Platz in den Geschichtsbüchern der Avides Hurricanes.

Als die Uhr beim 74:75 immer weiter runterlief, musste Takács die Initiative in der Rotenburger Pestalozzihalle ergreifen: „Nachdem wir drei Mal außen rumgepasst hatten, hab’ ich gemerkt: Jetzt wird’s knapp, wir müssen was machen“, erzählt die Flügelspielerin, was in ihr vorging. Also zog sie zum Korb und wurde von Katharina Fikiel unfair gestoppt. „Zum Glück hat sie reingegriffen.“ Die Freiwürfe erlebte Takács wie in Trance. „Ich habe gar nicht realisiert, dass es so entscheidend war“, sagt sie. Mit dem Abstand von zwei Tagen wusste sie aber: „In so einer Situation war ich noch nie in einem so wichtigen Spiel.“ Trotzdem rauschten die Würfe durch das Netz, ohne Brett oder Korb auch nur zu berühren.

Spätestens mit dieser Aktion hatte Takács ihre 31 Einsatzminuten, in denen sie auf acht Punkte, sechs Rebounds und drei Steals kam, gerechtfertigt. Dass sie überhaupt so lange auf dem Feld stand, hing auch mit dem Ausfall von Janae Young zusammen. Normalerweise muss sie sich als „Opfer“ der Ausländerregelung (drei Deutsche müssen stets auf dem Court sein) mit 15 bis 20 Minuten arrangieren. „Wenn es 20 sind, bin ich schon zufrieden“, sagt die Studentin der Sportwissenschaften und Geografie. Sie gesteht aber auch: „Es ist schon schwer, als Back-up für die beiden Amis zu spielen. Man kann sich nicht viele Fehler erlauben. In der ersten Zeit hat mir das Probleme bereitet, weil ich mich da sehr unter Druck gesetzt habe.“ Das ist inzwischen deutlich besser geworden, und auch das Vertrauen von Coach Christian Greve ist da.

Dass sie dabei zwei Landsleute in ihrer Nähe weiß, findet sie logischerweise gut. „Die Theresa kenne ich schon lange. Seit wir elf sind, haben wir immer wieder gegeneinander gespielt. In Österreich kennt man eben jeden“, erzählt Takács.

Ihre dritte Saison absolviert die gebürtige Ungarin, die die Pässe beider Nationen besitzt, inzwischen für die Hurricanes. „In Österreich bin ich für die Leute immer die Ungarin, hier in Deutschland bin ich für alle die Österreicherin“, bemerkt sie lachend. Das Nationaltrikot trägt Kata Takács allerdings für die Alpenrepublik, mit der sie 2012 Europameister der kleinen Nationen wurde. Im nächsten Sommer soll der Titel im eigenen Land verteidigt werden – „danach können wir hoffentlich durchstarten“, peilt sie bei erfolgreicher Mission einen Start bei der „echten“ EM an.

Bis dahin will sie mit den Hurricanes aber schon zurück in der ersten Liga sein – und auch die österreichische Fahne in Scheeßel weiter hochhalten. „Wir werden noch mehr, wir machen schon Werbung“, verspricht Takács und fügt erklärend an: „Ich fühle mich einfach wohl hier. Mir sind inzwischen viele Leute ans Herz gewachsen.“

Kerber quält sich bei Melbourne-Rückkehr in Runde zwei

Kerber quält sich bei Melbourne-Rückkehr in Runde zwei

Dubais neue Freizeitparks

Dubais neue Freizeitparks

Mehrere Tote bei Absturz eines Fracht-Jumbos in Zentralasien

Mehrere Tote bei Absturz eines Fracht-Jumbos in Zentralasien

Möbelmesse IMM: Lange Esstische im Fokus

Möbelmesse IMM: Lange Esstische im Fokus

Meistgelesene Artikel

Marvin Meyer verlässt die RSV-Reserve: „Football geht jetzt vor“

Marvin Meyer verlässt die RSV-Reserve: „Football geht jetzt vor“

Schmitz angelt sich Fadiga und Kösling und feiert Turniersieg

Schmitz angelt sich Fadiga und Kösling und feiert Turniersieg

Die Nimmermüden

Die Nimmermüden

Hurricanes am Abgrund - frühe Fouls frustrieren Young

Hurricanes am Abgrund - frühe Fouls frustrieren Young

Kommentare