RÜCKPASS Luka Bruns wagt vor zehn Jahren Wechsel zum HSV

Mit Kribbeln im Bauch

Das HSV-Logo auf der Brust: Der gebürtige Rotenburger Luka Bruns wechselte vor zehn Jahren zum einstigen Handball-Aushängeschild HSV Hamburg. Foto: Freese

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Mit Handball-Cracks wie Johannes Bitter oder Hans Lindberg im selben Verein zu spielen, beschreibt Luka Bruns als „etwas ganz Besonderes“. Für den Rotenburger erfüllte sich dieser Traum vor zehn Jahren, als der damals 15-Jährige den Sprung zum HSV Hamburg schaffte. Zwei Jahre lang spielte der Rechtsaußen beim einstigen Aushängeschild in der Jugend, ehe es für ihn 2012 zurück zu seinem Heimatverein TuS Rotenburg ging.

Luka Bruns war schon immer ehrgeizig, trainingsfleißig und besonders wissbegierig. In seiner Rotenburger Jugendzeit war er als B-Jugendlicher bereits Stammspieler in der A-Jugend. Immer wieder machte er mit zahlreichen Toren auf sich aufmerksam. Über ein Probetraining ging es für den Linkshänder 2010 zum HSV Hamburg. In den Gängen der Sporthalle oder aber im Kabinentrakt kam es schon hin und wieder mal vor, dass ihm die Bundesliga-Mannschaft des Vereins über den Weg lief. „Als 15-Jähriger hat man da natürlich ein Kribbeln im Bauch, wenn plötzlich Nationalspieler wie Johannes Bitter, Torsten Jansen oder Stefan Schröder an einem vorbeilaufen oder sogar gleichzeitig im Kraftraum sitzen. Wir gehörten ja alle zum selben Verein. Manchmal haben die Herren auch kurz bei uns zugeguckt“, erzählt der heutige Automobilkaufmann.

Auch in Hamburg avancierte Bruns in der B-Jugend schnell zum Goalgetter. „Meine acht bis zehn Tore habe ich pro Spiel gemacht. In meinem ersten Jahr habe ich es gleich geschafft, Teamleader zu werden“, erinnert sich Bruns an seine Anfänge in Hamburg gerne zurück. Der Lohn war am Saisonende der Meistertitel in der Oberliga. Doch der Erfolg war kein Selbstläufer. Bis zu fünfmal pro Woche fuhr der Rotenburger in die Hansestadt zum Training. Die Zugfahrten nutzte er meistens zum Lernen. „Ohne Disziplin wäre es schnell in die Hose gegangen. Die nötige Unterstützung habe ich durch meine Familie bekommen. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Bruns.

In der folgenden Spielzeit 2011/2012 ging es für den damaligen Landesauswahlspieler in die A-Jugend-Bundesliga. Dort hatte er mit Kevin Herbst und Tim Dahlhaus (beide schafften später den Sprung in die Bundesliga, aktuell sind sie beim Drittligisten Mecklenburger Stiere Schwerin beziehungsweise beim Zweitligisten SG BBM Bietigheim aktiv) plötzlich zwei Konkurrenten auf seiner Position vor sich. Die Startformation war in weite Ferne gerückt, „die beiden waren einfach besser“, sagt Bruns. Diese Zeit war für den damals 15-Jährigen nicht einfach. „Besonders psychisch war es ein Kampf mit sich selbst. Ich musste mich immer wieder aufrappeln. Es war aber ein fairer Austausch, wir sind respektvoll miteinander umgegangen“, betont der Rechtsaußen. Im Schnitt kam Bruns auf rund 20 Minuten Spielzeit und drei Tore pro Partie. Mit seiner Bundesliga-Mannschaft erreichte er Rang neun.

Nach zwei Jahren war das Kapitel HSV Hamburg für Bruns wieder Geschichte. Er kam zurück nach Rotenburg, um sich verstärkt auf sein anstehendes Abitur zu konzentrieren. „Ich hatte nie den Profi-Traum. Mir war der Kontakt nach Hause sehr wichtig. Außerdem ging die Schule vor. Da war ich in meiner Entscheidung ganz nüchtern“, erklärt Bruns, der fortan wieder für seinen Heimatclub TuS Rotenburg auf Torejagd ging und bis heute immer noch geht. „Ein anderer Verein kommt jetzt auch nicht mehr infrage“, versichert er.

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