Top-Transfers und ein neuer Goalgetter

Wie Vitalij Kalteis die FSV Hesedorf/Nartum zum Titelanwärter formt

Bastian Falldorf zieht mit dem Ball am Fuß an seinem Gegenspieler vorbei in den Strafraum.
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Mit Dampf zum Tor: Bastian Falldorf (2.v.l.) verleiht dem Flügelspiel der FSV Hesedorf/Nartum reichlich Gefahr. Der Ex-Ottersberger (hier im Pokalspiel gegen den Botheler Cedric Neuschwander) traf schon siebenmal in dieser Punktspielrunde.

Wer ist eigentlich der Titelfavorit in der Fußball-Kreisliga? Für viele Beobachter ist es die FSV Hesedorf/Nartum, obwohl die aktuell nur auf Platz vier liegt. Doch das Team von Coach Vitalij Kalteis hat beste Karten.

Hesedorf – Vitalij Kalteis und die FSV Hesedorf/Nartum – daraus könnte sich tatsächlich eine längerfristige und enge Beziehung entwickeln. Den Grundstein dazu hat der Coach selbst gelegt: Der 39-jährige „Ur-Scheeßeler“ hat neu gebaut und wohnt mit seiner Familie nun seit rund sieben Wochen direkt in Hesedorf. Und auch, was einen möglichen Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga angeht, hat Kalteis zumindest das Fundament bereits erstellt. Als Vierter ist der Club aus der Gemeinde Gyhum zwar nur in die Winterpause gegangen, dennoch spricht die Tabellenkonstellation für Hesedorf/Nartum.

„Wir sind nicht der Titelfavorit“, widerspricht Kalteis dem Eindruck vieler Beobachter und reicht diese Rolle lieber an den Spitzenreiter SV Anderlingen weiter. Doch der wurde von den Kalteis-Mannen nicht nur in Punkt- und Pokalspiel bezwungen, sondern befindet auch in Reichweite. Der Primus ist um drei Zähler besser, hat aber schon eine Partie mehr absolviert. Fakt ist jetzt: Kalteis hat im Laufe der bisherigen Saison ein Team mit Format entwickelt. „Seitdem wir in den Rhythmus gekommen sind, merkt man, dass wir viel Potenzial haben. Diese super Mannschaft musste sich aber erst mal finden, zumal einige Positionen durch Neuzugänge besetzt worden sind“, erklärt Kalteis, der seit dem Sommer 2020 verantwortlich ist und zuvor bereits den TV Sottrum in die Bezirksliga geführt hatte.

Kalteis versucht, mit Understatement den Druck fernzuhalten

Typisch für Kalteis ist sein Understatement, mit dem er gleichzeitig versucht, den Druck von seinen Jungs zu nehmen. „Natürlich hat die Mannschaft Vorstellungen und Ziele. Ich bin da eher verhaltener und vorsichtiger“, sagt er und umkurvt bewusst den Begriff Meisterschaft. Nur so viel: „Wir müssen nicht! Aber wenn es passiert, nehmen es alle gerne mit.“

Nach den Verpflichtungen von Dominik Rosenbrock und den Falldorf-Brüdern Bastian und Nicklas (alle vom Landesligisten TSV Ottersberg) kommt die Entwicklung nicht überraschend. Unerwarteter ist da schon die „Explosion“ bei Jan-Patrick Müller, dem mit 14 Toren besten Torschützen. Er spielt mit seinen mittlerweile 34 Jahren seine wohl beste Saison bei der Fußball-Spielvereinigung und erzielte nun schon in elf Spielen mehr Treffer als in den vorherigen zehn Jahren zusammen. „Er hat sich unheimlich fit gemacht und hat Top-Leute neben sich. ,JayPi‘ ist auch nicht satt, wenn er ein, zwei Tore gemacht hat. Und sein Alter merkt man ihm nicht an“, lobt Kalteis seinen variablen Stürmer, der auch gerne über die Flügel angreift.

34-jähriger Stürmer Müller ist die große Überraschung

Ohnehin ist die Offensive die große Stärke: Auf durchschnittlich 4,72 Tore – darunter die Kantersiege beim Rotenburger SV II (8:0) und TSV Gnarrenburg (16:0) – kommt kein anderes Team. Aber auch hinten steht die Reihe vor Keeper Moritz Meyer. „Das Erste, was ich vor anderthalb Jahren gemacht habe, war, der Mannschaft das Defensivdenken nahezubringen“, erzählt der frühere Abwehrspieler Kalteis, dessen Team mehr Anlaufzeit benötigte. Grund waren einige Spielverlegungen zu Saisonbeginn und der Abbruch beim TSV Groß Meckelsen wegen einiger Wespennester. So „taumelte“ Hesedorf/Nartum in der Tabelle etwas hinterher, ehe das Team in Schwung kam.

Folglich stehen noch vier Nachholspiele aus der Qualifikationsrunde ab dem 20. Februar an, weshalb Kalteis bereits am 14. Januar wieder zum Training bittet. Und das mit unverändertem Personal, schließlich ist der nun spielberechtigte Neuzugang Lasse Plückhahn (zuvor RW Scheeßel) bereits seit dem Sommer im Training dabei. „Er bringt noch mal ordentlich Qualität für vorne mit“, ist der Coach überzeugt. Um weitere Verstärkungen habe er sich nicht bemüht, betont der in der Automobilbranche tätige Niederlassungsleiter: „Ich war nicht aktiv, weil ich es nicht als notwendig ansehe. Außerdem bin ich kein Freund von Winterwechseln.“

Nun hofft Kalteis, dass die Saison wie geplant fortgesetzt werden kann und nicht wieder von Corona aufgehalten wird. „Man kann da nicht vor weglaufen, sondern muss sich Gedanken machen, wie wir es mit dem geringsten Risiko hinkriegen, dass gespielt werden kann“, findet er.

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