50 Kilometer Anreise für Trainingseinheiten

Krause kämpft für Disc-Golf-Anlage in Rotenburg

Berndt Krauses wirft eine Scheibe und schaut ihr hinterher.
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Hat den Dreh raus: Berndt Krauses Würfe haben teilweise eine Länge von knapp über 100 Meter.

Eine Disc-Golf-Anlage gibt es bislang noch nicht in Rotenburg. Dafür kämpft Berndt Krause seit Jahren. Nun scheint aber Bewegung in die Sache zu kommen.

Rotenburg – Nach der Arbeit trifft sich Berndt Krause häufig mit seinem Freund Lutz Hammermeister für eine Runde Disc-Golf auf den grünen Wiesen hinter dem Rotenburger Heimathaus. Dort angekommen, stellt er seinen mobilen Fangkorb auf und zieht seinen Rollkoffer hinter sich her, um sich einen Startpunkt zu suchen. In seiner Tasche bewahrt er die Scheiben auf.

Bislang sind die beiden im Kreis noch alleine. Doch der Wille ist groß, eine feste Anlage für ihren Sport auch an der Wümme zu errichten und damit die breite Öffentlichkeit zu erreichen. Nach mehreren Jahren des Einsatzes scheint es nun erstmals Grund zur Hoffnung zu geben. Denn: „Zurzeit werden einige Grundstücke in Rotenburg sondiert“, verrät Krause.

Berndt Krause mit Disc-Golf-Tasche und Fangkorb auf dem Weg zu einer grünen Wiese.

Mehr darf er allerdings noch nicht sagen. Der 57-Jährige ist zugewähltes Mitglied im Sportausschuss der Stadt. In dieser Funktion hat er während der laufenden Legislaturperiode sein Anliegen – der Errichtung eines Kurses – mehrfach eingebracht. Bislang gab es oft ein Problem: „Das Disc-Golfen verträgt sich mit dem normalen Parkleben. Dieses Verständnis fehlt bei einigen aber leider. Wenn ein Spaziergänger im Park gerade über einen Weg geht, dann werfen wir natürlich nicht. Jeder respektiert den jeweils anderen. Die Erfahrungen habe ich mehrfach gemacht“, erklärt der Rotenburger.

In seiner aktiven Sportzeit hat er bereits zwei Vereine mitgegründet – 1981 die Skywalkers (vor allem Frisbee) und 2014 den JFV Rotenburg (Fußball). Ein Dritter soll erst mal nicht hinzukommen. „Ich muss nicht gleich wieder einen Verein gründen. Wenn es aber gefordert wird und es hilft, sind wir flexibel und machen das“, gibt sich Krause offen. Aber auch Gespräche mit der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS) sowie dem TuS Rotenburg seien in der Hinsicht denkbar.

Wie geht eigentlich Disc-Golf?

Ein Kurs besteht aus neun bis 21 Bahnen und befindet sich häufig in öffentlichen Parkanlagen. Die Informationen dazu sind einem Schild an der Anlage sowie der App UDisc zu entnehmen. Üblicherweise beginnt der Kurs an Bahn eins. Diese besteht aus einem Abwurfpunkt, einem Fangkorb als Ziel und eventuell weiteren Vorschriften – die sogenannten Mandotories. Die geben vor, auf welcher Seite zum Beispiel ein Baum umspielt werden muss oder wo der Werfer einen Strafwurf erhält, wenn die Scheibe an einer bestimmten Stelle landet. Jede Bahn hat einen Sollwert: das Par. Eine typische Par-drei-Bahn kann 75 Meter lang sein und kann wie folgt angegangen werden: Mit einem ersten Wurf versucht der Werfer, die Scheibe über eine möglichst weite Distanz zu werfen – zum Beispiel 55 Meter. Somit bleiben also noch 20 Meter zum Ziel. Der zweite Wurf dient dazu, sich eine gute Ausgangslage zu verschaffen, um mit dem dritten – dem Put – aus möglichst kurzer Entfernung die Disc in den Korb zu werfen. Sind alle Spieler einer Gruppe fertig, geht es zum nächsten Abwurf. Das Regelwerk gibt dabei die Wurfreihenfolge sowie Verhaltensregeln zu den Mitspielern klar vor. Aber auch zu anderen Parkbesuchern, damit diese nicht gestört oder verletzt werden. Am Ende eines Kurses werden die Würfe, die auf den Bahnen benötigt wurden, zusammengerechnet und ein Sieger ermittelt.

Quelle: Krause

Wenn er an Turnieren teilnimmt, startet er wie auch Hammermeister für den Bremer Verein Drehmoment. Bei den Wettkämpfen gibt es ein Starterfeld von 60 bis 120 Spielern. Bei größeren und attraktiveren Turnieren treffen wie in diesem Jahr beim Summerslam in Helmstedt (Niedersachsen) Hobbyspieler auch mal auf die deutschen Spitzensportler. „Durch das Losverfahren durfte ich mit dem aktuell höchst gerateten Spieler Deutschlands, Marvin Tetzel, meine erste Runde spielen“, erzählt Krause durchaus mit Stolz. Er selbst steht auf Platz 342 des bundesweiten Rankings.

Auch aufgrund solcher Paarungen gilt der Wettbewerb in Helmstedt als inoffizielle Deutsche Meisterschaft. Die offizielle findet übrigens vom 9. bis 12. September im baden-württembergischen Freiburg statt. Die Qualifikation erfolgt über das sogenannte Rating – vergleichbar mit dem Handicap beim Golf. Alle, die über einer bestimmten Grenze liegen – deren Rating also gut genug ist –, sind startberechtigt.

Im Ziel: Die Disc-Golf-Scheibe ist nach Berndt Krauses Wurf in den Ketten des Korbes gelandet.

Für Krause reicht es bislang noch nicht. Das bedarf eines größeren Aufwandes. Den muss er ohnehin schon für jedes Training auf einer festen Anlage in Kauf nehmen. „Die nächsten Bahnen sind mindestens 50 Kilometer weg. In Bremen, Hamburg und Hannover sind die. Alleine in der Region Braunschweig gibt es in jeder kleinen Stadt einen Kurs – teils auch mehrere“, zählt der Rotenburger Berndt Krause auf und erhofft sich nun kürzere Anreisen durch den eventuellen Bau eines Disc-Golf-Kurses in der Wümmestadt.

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