22:23 in Beckdorf – die Lage spitzt sich zu / „Aufopferungsvoll gekämpft“

Korda reißt Rotenburg mit rein

Jens Koch zeigte im rechten Rückraum sowie in der Abwehr ein ordentliches Spiel und fand auch mehrfach die Lücke zum Torwurf. Hier kann ihn Tobias Hesslein nicht mehr stoppen. Fotos: Freese

AUS BECKDORF BERICHTET MATTHIAS FREESE

Beckdorf – Es war nicht der Zeitpunkt, um draufzuhauen. „Die Jungs haben einen guten Fight abgeliefert und aufopferungsvoll gekämpft“, betonte denn auch Coach Nils Muche nach der wohl bittersten Saisonniederlage des TuS Rotenburg. Nicht, weil es bereits die sechste am Stück für den Handball-Oberligisten von der Wümme war. Vielmehr hätte statt eines 22:23 (12:13) beim Tabellenvorletzten SV Beckdorf auch ein Sieg stehen können. So aber rückt das Team immer dichter an die Abstiegsränge heran. Und ausgerechnet ein Rotenburger im „falschen Trikot“ war maßgeblich daran beteiligt: Der 17-jährige Niko Korda erzielte gegen seinen Heimatclub gleich fünf Treffer für Beckdorf.

Ein schlechtes Gewissen? Nein, das musste Korda wirklich nicht haben. „Natürlich tut es mir für Rotenburg leid, aber ich freue mich, dass wir gewonnen haben“, meinte der Youngster nach seinem erst dritten Saisoneinsatz für die Mannen aus dem Kreis Stade. Sein „Hauptarbeitgeber“ ist eigentlich die Bundesliga-A-Jugend des TV Oyten. Doch Klaus Meinke, Beckdorfs Trainer und Vorsitzender in Personalunion, hatte gut daran getan, Korda bereits nach rund fünf Minuten aufs Feld der Sporthalle „Auf dem Delm“ zu schicken. Bis zur Halbzeit hatte der Spielmacher bereits vier Tore markiert und seine Nebenleute gut in Szene gesetzt. Kein Wunder, dass Rotenburg sein Eigengewächs gerne wieder hätte. „Niko Korda kann auf der Mitte den Unterschied ausmachen“, bemerkte Michael Polworth, Teammanager der Wümme-Sieben, beeindruckt. Der Vielgelobte selbst fand: „Ich denke, meine Chancen habe ich ganz gut genutzt.“

In einem von beiden Seiten rustikal geführten Duell profitierten die Gastgeber zunächst davon, dass die Referees Georg Hesselbarth/Stefan Schminke (SG Sellstedt/TV Walle) bei ihnen anfänglich noch einiges durchgehen ließen. Bis auf 9:5 zogen sie weg (20.). Rotenburgs Sören Heyber kassierte indes nach 19 Minuten seine zweite Zeitstrafe, sodass Muche ihn von der Abwehrarbeit zunächst entband. Dafür fand der Rückraumlinke in der ersten Halbzeit zur bekannten Wurfqualität zurück und brachte sein Team mit fünf Toren bis zur Pause zurück ins Geschäft – 12:13.

Nach dem Wiederbeginn vor knapp 200 Zuschauern spielte die umstrittene dritte Zeitstrafe für Beckdorfs Finn Nowacki wiederum Rotenburg in die Karten (33.). Lukas Misere gelang per Doppelschlag die 15:13-Führung (34.), auch beim 20:18 durch Heyber waren die Gäste ihrem Befreiungsschlag im Abstiegskampf noch nahe (49.). Dann jedoch zog Beckdorf wieder vorbei – ausgerechnet Korda erzielte die Führung (53.), ausgerechnet der aus Scheeßel kommende Linksaußen Klaus Fuhrmann legte das 23:21 nach (53./54.). „Wir müssen den Sack zumachen, haben aber unheimlich viel verworfen“, sah Muche den einzigen Kritikpunkt. Vor allem Kreisläufer Christian Hausdorf dürfte sich über seine Ausbeute geärgert haben. Bitter auch, dass ein Angriff der Rotenburger nach einer Parade von Keeper Yannick Kelm zwei Minuten vor dem Ende zurückgepfiffen wurde, weil Hausdorf angeblich Max Dede gefoult hatte. Beckdorf gelang es zudem, in den Schlusssekunden einen Pass von Heyber abzufangen. Zwar parierte Keeper Denis Jäger den Siebenmeter zehn Sekunden vor dem Ende gegen Tim Fock, doch die Zeit sollte nicht zum Ausgleich reichen. So blieb nur die treffende Erkenntnis von Teammanager Polworth: „Wir belohnen uns selbst nicht.“ Der Vorsprung vor den Abstiegsrängen schmolz dadurch bei vier ausstehenden Spielen auf vier Zähler zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Blamage für Hongkonger Regierung: Vermummungsverbot gekippt

Blamage für Hongkonger Regierung: Vermummungsverbot gekippt

Unwetter in Österreich: Mann stirbt nach Erdrutsch

Unwetter in Österreich: Mann stirbt nach Erdrutsch

Selfies auf Schienen und lebensgefährlicher Leichtsinn

Selfies auf Schienen und lebensgefährlicher Leichtsinn

Diese Weihnachtsdekoration liegt 2019 im Trend

Diese Weihnachtsdekoration liegt 2019 im Trend

Meistgelesene Artikel

Es müllert wieder!

Es müllert wieder!

Konsole statt Kohle: Titelkampf im eFootball

Konsole statt Kohle: Titelkampf im eFootball

Bei Tiedemann fließen die Tränen

Bei Tiedemann fließen die Tränen

Miesners Matchplan geht auf

Miesners Matchplan geht auf

Kommentare