Kein Konkurrenzdenken

Bleckwedel-Schwestern: Kopfnicken von Tisch zu Tisch

+
Im Doppel stehen die Schwestern Carina (l.) und Kirsten Bleckwedel stets Seite an Seite. Aber auch außerhalb des Sports verstehen sich die beiden bestens und verbringen viel Zeit zusammen.

Kirchwalsede - Von Mareike Ludwig. Viele Worte bedarf es bei den beiden nicht. Carina und Kirsten Bleckwedel verstehen sich quasi „blind“. Ein Blickkontakt genügt meistens, um zu wissen, was in der Schwester vor sich geht.

Besonders im Tischtennis profitieren die Sportlerinnen davon, denn sie stehen seit Jahren für den TuS Kirchwalsede gemeinsam am Tisch – im Doppel sogar erfolgreich Seite an Seite.

„Ich möchte sie im Team nicht missen. Ich weiß, was ich an ihr habe. Kirsten findet auch in schwierigen Momenten die richtigen Worte. Ihr Coaching lässt mich für einen Moment zur Ruhe kommen. Gemeinsam entwickeln wir dann einen Plan“, erzählt Carina Bleckwedel. 

Die 26-Jährige gibt als Mannschaftsführerin und Spitzenspielerin den Ton im Team an, doch damit hat ihre drei Jahre jüngere Schwester Kirsten kein Problem. Im Gegenteil: „Es gibt kein Konkurrenzdenken. Wir sind an unserer Spielposition zufrieden. Als Nummer zwei der Mannschaft habe ich oft das letzte Entscheidungsspiel um Sieg, Unentschieden oder Niederlage. Das liegt mir.“

Als Gegnerinnen stehen die beiden aber nie gegenüber. Und wer die bessere Spielerin ist, mögen die Schwestern auch nicht beurteilen. „Unser Spielstil ist sehr unterschiedlich. Darum ist ein direkter Vergleich auch gar nicht möglich“, meint die Ältere. Und die Jüngere ergänzt: „Ich spiele eher das schnelle, gerade Topspin- beziehungsweise Blockspiel in langen Ballwechseln. 

Carina spielt die Topspins mit viel Rotation. Wir spielen aber nie gegeneinander aus, wer besser ist.“ Daher ist es für die Bleckwedels auch kein Problem, gegenseitige Ratschläge anzunehmen. „Es fällt mir sogar häufig viel leichter, von Kirsten Kritik anzunehmen“, erklärt die gelernte Erzieherin Carina Bleckwedel.

Sport hat hohen Stellenwert

Seit Ewigkeiten spielen die beiden bereits Tischtennis und hatten daher nicht viel Zeit für andere Aktivitäten – der Sport hatte schon immer einen hohen Stellenwert. Während Carina Bleckwedel dem TuS Kirchwalsede stets die Treue gehalten hat und bereits mit 16 Jahren in die erste Damen gegangen war, wechselte Kirsten 2007 für eine Saison in die Niedersachsenliga Mädchen zum TuS Eicklingen (Celle). 2011 ging es dann zum TSV Holtum Geest in die Verbandsliga. 

„Ich hatte in der Landesliga in Kirchwalsede eine überragende Bilanz und wollte Höhenluft schnuppern. Das Spielerische passte, irgendwann habe ich aber die lockere, freundschaftliche Atmosphäre vermisst und bin 2014 zurückgekehrt. Das war die richtige Entscheidung“, sagt die 23-jährige Sozialversicherungsfachangestellte.

Seit mehr als drei Jahren sind die Bleckwedels wieder vereint und spielen mittlerweile mit Kirchwalsede erfolgreich in der Verbandsliga Nord. Sie sind sehr froh, nun wieder in einem Team zu sein. „Ich habe eine bestimmte Grundsicherheit, Carina unterstützt mich, wenn ich es brauche. Dies kann ein einfacher Blick oder ein Kopfnicken von Tisch zu Tisch sein“, so Kirsten Bleckwedel.

Feiern und Shoppen gemeinsam

Doch nicht nur beim Tischtennis sind sich die beiden einig. Auch in der Freizeit verbringen sie viel Zeit zusammen. Da ist es auch kein Problem, dass das „Küken“ mittlerweile in Hamersen lebt. So gehen beide gerne mit den gemeinsamen Freunden Feiern oder aber zum Shoppen. Kurzurlaube stehen auch regelmäßig im Kalender. „Wir haben schon so einige Metropolen zusammen erobert“, denkt Kirsten Bleckwedel gerne zurück.

Auch in der Kindheit waren die Schwestern fast täglich auf dem damaligen Bauernhof in Kirchwalsede zusammen. „Wir haben viel Zeit mit unseren Tieren verbracht. Mit Oma und Opa haben wir die Kühe auf eine andere Weide getrieben“, sind Carina Bleckwedel die Erlebnisse gut in Erinnerung geblieben. Und ihre Schwester fügt hinzu: „Außerdem waren die Wanderurlaube in Österreich immer sehr schön.“

Gerne aufs Verlieren verzichten

Im Punkt Verlieren sind sich die Geschwister ebenfalls sehr ähnlich, denn beide würden gerne darauf verzichten, auch mal ein Spiel abgeben zu müssen. „Das macht uns weniger Freude. Im Training versuchen wir, uns weiter zu verbessern und aus den Niederlagen zu lernen. Es kommt immer auf das Match und den Gegner an. Ich selbst habe durchaus Spiele, bei denen ich mich noch Tage später ärgere“, erklärt Carina Bleckwedel. 

„Wir können beide enttäuscht und wütend sein, wenn wir ein Pflichtspiel knapp verlieren“, schiebt Schwester Kirsten hinterher. Bleibt abzuwarten, wie es den beiden nach dem nächsten Punktspiel geht, schließlich wartet am Wochenende ein schwerer Gegner – es geht gegen den Dritten SV Werder Bremen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Teenager träumen eher von traditionellen Jobs

Teenager träumen eher von traditionellen Jobs

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

So beugen Sie dem Hexenschuss vor

So beugen Sie dem Hexenschuss vor

US-Senat beschließt Prozedere für Trump-Impeachment

US-Senat beschließt Prozedere für Trump-Impeachment

Meistgelesene Artikel

Lange Pause für RSV-Stammkeeper Lohmann

Lange Pause für RSV-Stammkeeper Lohmann

Muche kündigt Konsequenzen an

Muche kündigt Konsequenzen an

TuS Bothel ist fairstes Altkreis-Team

TuS Bothel ist fairstes Altkreis-Team

TuS Rotenburg startet gegen Delmenhorst in Rückserie

TuS Rotenburg startet gegen Delmenhorst in Rückserie

Kommentare