Kommunalwahl Rotenburg

Fußballer Tobias Kirschke zwischen Oberliga und Stadtrat

Tobias Kirschke steht im Sakko im Ahe-Stadion und wirft den Ball hoch.
+
Bei Tobias Kirschke dreht sich nicht alles um den Ball: Der Oberliga-Kicker interessiert sich auch für politische Themen und kandidiert deshalb für den Stadtrat.

Viele kennen Tobias Kirschke als Mittelfeldspieler des Rotenburger SV in der Fußball-Oberliga. Für die CDU kandidiert der 32-Jährige nun auch erneut für den Stadtrat.

Rotenburg – In der Kabine des Rotenburger SV geht es nicht ausschließlich um Fußball. „Es ist zwar nicht das präsenteste Thema, aber wir sprechen auch schon mal über Politik“, erzählt Tobias Kirschke. Dem 32-Jährigen ist das durchaus recht. Er selbst ist nicht nur daran interessiert, er kandidiert sogar für die CDU bei der anstehenden Kommunalwahl am 12. September für den Rotenburger Stadtrat. Übrigens zum zweiten Mal nach 2016.

Muss Oberliga-Coach Tim Ebersbach also künftig ohne seinen Mittelfeld-Kämpfer auskommen, falls dieser den Sprung in den Stadtrat schafft? „Nein, aber ich würde sicher das eine oder andere Training verpassen, denn eine Stadtratssitzung hätte Priorität“, sagt der 32-Jährige und meint in Richtung Trainer gesprochen: „Er weiß, dass ich das Training rein körperlich ohnehin immer etwas dosieren muss.“ Trotzdem hat er im fast 25-köpfigen Kader einen Stammplatz.

Kirschkes Ziel sind 250 Stimmen, um in den Stadtrat zu kommen

Den hätte er auch gerne künftig in der Politik. 250 Stimmen, so schätzt Kirschke, seien wohl ungefähr nötig, um einen Sitz zu ergattern. „Das sollte doch machbar sein“, sagt er augenzwinkernd optimistisch. Vor fünf Jahren war der damalige Newcomer an dieser Marke recht knapp gescheitert. „227 Stimmen waren es.“ Er schnupperte als hinzugewähltes Mitglied des Sportausschusses aber trotzdem schon mal in ein politisches Gremium der Stadt rein. „Das hat mir geholfen, mehr Hintergrundinformationen zu bekommen, hat mich aber auch bestärkt, wieder zu kandidieren“, erklärt der gebürtige Visselhöveder, der seit der C-Jugend beim RSV spielt, seit 2013 „im Herzen“ der Kreisstadt wohnt und „sehr stark von Frank Holle (Bürgermeisterkandidat der CDU, Anm. d. Red.) überzeugt“ ist.

Eigentlich habe er die Entscheidung der erneuten Kandidatur sogar schon nach der vergangenen Wahl vor fünf Jahren getroffen. „Ich möchte mehr Verantwortung übernehmen, um auch die Entscheidungsprozesse in der Stadt besser nachvollziehen zu können. Das kann ich nämlich immer noch nicht bei jeder Entscheidung. Und ich möchte, dass Vorschläge, unabhängig von welcher Partie sie kommen, vernünftig thematisiert und diskutiert werden.“ Da könne die Politik auch durchaus etwas vom Sport lernen, glaubt Kirschke. „Nur gemeinsam sind wir stark. Wir müssen uns als ein großes Team verstehen, das daran arbeitet, Rotenburg zu verbessern. Wenn der Stürmer nur in die eine Richtung läuft und die Abwehr in die andere, ist das Mittelfeld allein und kann es auch nicht schaffen“, meint er. Auch den Fair-Play-Gedanken transferiert Kirschke: „Man kann kontrovers diskutieren, auch anderer Meinung sein, es darf aber nicht persönlich werden.“

Neben Sport sind Wirtschaft und Bildung Kirschkes Schwerpunkte

Als Geschäftsleiter für den Bereich Personalmanagement in einem weltweit agierenden Unternehmen aus Verden bringt Kirschke reichlich Erfahrung in Sachen Menschenführung mit. Gerne würde er sich beim Thema Wirtschaft einbringen. Aber auch Bildung (er ist beruflich auch für die Aus- und Weiterbildung verantwortlich) sowie Sport sollen zu seinen Schwerpunkten gehören.

Logisch, dass eine Frage auf der Hand liegt: Ist Rotenburg eine Sportstadt – ja oder nein? „Klares Ja!“, muss Kirschke nicht lange überlegen. „Wenn man sieht, was für Anlagen wir haben und was für tolle Vereine, dann ist Rotenburg eine Sportstadt.“ Auch mit dem Bau des Winterrasenplatzes hat er sich inzwischen arrangiert, wenngleich Skepsis bleibt: „Es ist kein Thema, dass ich mich jetzt für einen Kunstrasen einsetze. Es ist entschieden. Und wenn der Winterrasen gut funktioniert, brauchen wir keinen Kunstrasen. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass der Winterrasen nicht die Lösung ist. Ich werde mich da überraschen lassen.“ Kirschke kritisiert vielmehr den Entscheidungsprozess, „denn es ging ja darum, dass wir für die Wintermonate einen Platz brauchen, damit keine Einheiten ausfallen. Es ging nicht um die Frage, ob wir einen zusätzlichen Platz brauchen.“

Das Wichtigste aus dem Lokalsport im Kreis Rotenburg: Immer montags um 5 Uhr direkt in Ihr Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Zurück in die Kabine: Sein vorrangiges Ziel sei dort, den Mitspielern klarzumachen, „dass jeder wählen geht. Und ich glaube, dass ich ein Großteil auch von mir überzeugen kann. So weit würde ich mich schon aus dem Fenster lehnen“, sagt der kickende Kandidat. Wenngleich ja nicht alle in Rotenburg an die Urne gehen dürfen. Ein bisschen Werbung für sich wird Kirschke deshalb auch noch bei den anderen Mannschaften machen: „Mit der Zweiten werde ich noch sprechen. Und vielleicht trainiere ich auch mal bei der Altherren mit“, sagt er und lacht.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Tobias Delventhal über sein Comeback: „Das war natürlich ein Mega-Gefühl“

Tobias Delventhal über sein Comeback: „Das war natürlich ein Mega-Gefühl“

Tobias Delventhal über sein Comeback: „Das war natürlich ein Mega-Gefühl“
Schallschmidt und Funck stehen beim Rotenburger SV auf der Kippe

Schallschmidt und Funck stehen beim Rotenburger SV auf der Kippe

Schallschmidt und Funck stehen beim Rotenburger SV auf der Kippe
Heeslingen nach 4:0 im Halbfinale

Heeslingen nach 4:0 im Halbfinale

Heeslingen nach 4:0 im Halbfinale
Wachsmann steht vor seinem Debüt beim TV Sottrum

Wachsmann steht vor seinem Debüt beim TV Sottrum

Wachsmann steht vor seinem Debüt beim TV Sottrum

Kommentare