Rückraumspieler läuft zu alter Form auf / „Nicht mit stumpfer Gewalt“

Kochs gefühlvolle Heber sind das Salz in der Suppe

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Wo ist die Lücke? Jens Koch guckt genau hin, wo er den Ball am besten platziert.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Die Schlagzeile ist fast drei Jahre her: „Jens Koch beeindruckt den HSV“, titelte Anfang 2011 diese Zeitung. „Den Artikel habe ich noch an meiner Pinnwand hängen“, sagt der Rückraumspieler des Handball-Landesligisten TuS Rotenburg.

Tatsächlich gab es seinerzeit nach dem Testspiel gegen die U 23 aus der Hansestadt ein Angebot – doch aus beruflichen Gründen lehnte Koch damals beim Bundesliga-Nachwuchs ab. Wie gut für die Rotenburger, denn auf einen wie ihn können sie an der Wümme nur schwer verzichten. Beim 27:26 gegen den TV Langen lieferte er jetzt sein bestes Saisonspiel ab.

„So langsam läuft es wieder“, findet auch Jens Koch, der zurück zu alter Form gefunden hat. Ein Mittelhandbruch hatte ihn Ende der letzten Saison ein wenig aus der Bahn geworfen. Die Vorbereitung konnte der Zimmermann ebenfalls nur eingeschränkt mitmachen, doch Coach Thomas Benjes nahm ihn trotzdem mit in den Kader der Ersten rein – wohlwissend um die Qualitäten des 22-Jährigen.

Koch, der vornehmlich als Halbrechter eingesetzt wird, aber auch den Part des Mittelmannes ausüben kann, ist kein Shooter im eigentlich Sinne. „Ich bin einer, der es nicht stumpf mit Gewalt lösen will. Ich gucke lieber den Torhüter aus, spiele aber auch gerne für den Nebenmann und bin da mehr der Spielgestalter.“ Treffsicher ist er trotzdem: Am vorletzten Wochenende waren es gegen den TSV Daverden sechs Tore, jetzt gegen Langen sogar sieben. Schöne wie wichtige obendrein. Das 19:16 gelang Koch sogar in Unterzahl, zudem fanden gleich zwei gefühlvolle Heber den Weg ins Tor – eine echte Spezialität von Koch, quasi das Salz in der Suppe. Mitspieler Fabian Knappik war beeindruckt. „Das war schon stark von ihm. Er hat einen super Wurf, tolle Anlagen und ist eiskalt“, umschreibt der Regisseur seinen Nebenmann. Auch in der Abwehr ist Koch im Mittelblock oder auf der Halbposition eine feste Größe.

Realist ist er obendrein. „Ganz nach oben schaffen wir es wohl nicht mehr. Wir gucken auf den dritten oder vierten Platz und wollen den festigen“, sagt Jens Koch. Auswärts haben sich die heimstarken Rotenburger einfach zu viele Ausrutscher erlaubt. „Da sind wir zu ängstlich, wenn wir auf eine Abwehr treffen, die uns vermöbelt“, findet er. Dass es in anderen Hallen häufig kein Backeverbot wie in Rotenburg gibt, ist für ihn kein Argument: „Ich finde, diese Ausrede zieht nicht mehr.“

Über kurz oder lang bleibt aber auch für Jens Koch der Aufstieg in die Verbandsliga ein Ziel – „und zwar nur mit dieser Mannschaft, denn so einen Zusammenhalt findet man so schnell nicht noch mal“, betont er.

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