„Offensiv drückt der Schuh“ 

Unterstedts Trainer-Duo spricht über Relegation, Personal und Erfolgsrezept

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Spaß an der Freude: Unterstedts Trainer Fabian Knappik (links) und Uwe Delventhal könnten vom Auftreten kaum unterschiedlicher sein. „Er ist der Lautsprecher und ich bin eher ein Vertreter der ruhigeren Art“, verrät Delventhal.

Unterstedt - Fabian Knappik und Uwe Delventhal sind sich für keinen Spaß zu schade. Das Trainergespann der SG Unterstedt ergänzt sich „wie ein altes Ehepaar“. Die gute Stimmung an der Seitenlinie überträgt sich auch auf das Team, das in der Fußball-Kreisliga derzeit den dritten Platz belegt.

Über die Aufstiegschancen, die Überraschungen der Hinrunde und das Erfolgsrezept der Mannschaft haben wir mit dem Duo gesprochen.

Die Frage aller Fragen zuerst: Klappt es noch mit dem Relegationsplatz?

Delventhal: Wir sind auf jeden Fall noch im Rennen. Es ist noch nichts verloren. Unsere Grundeinstellung ist gut.

Knappik: Ich hoffe es auch. Das Team muss Gas geben. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, dann klappt das.

Wie genau klappt das?

Knappik: Wir müssen Konstanz in unser Spiel bekommen. Wir haben in der Hinrunde viele Einladungen von schwächeren Teams bekommen, die wir dankend abgelehnt haben.

Ist an dieser fehlenden Konstanz auch die Verletzungsmisere schuld?

Knappik: Auf jeden Fall. Wir hoffen, dass ein bis zwei Spieler bald wieder einsteigen. Delventhal: Wir hatten vor der Saison den Vorteil, dass wir einen Kader hatten, der in der Breite gut aufgestellt war. Diese fehlt uns jetzt.

Ist die Verletzungsmisere für Sie ein Grund, den Kader zu verändern?

Knappik: Wir führen Gespräche. Ein Spieler muss zu uns passen. Wir wären nicht die SG Unterstedt, wenn wir einfach jemanden verpflichten würden.

Gucken Sie da eher nach einer Verstärkung für die Offensive oder für die Defensive?

Knappik: Beides.

Warum? Schließlich stellen Sie aktuell die beste Verteidigung der Liga.

Knappik: Ja, in der Offensive drückt der Schuh. Aber man darf nicht vergessen, dass Flo (Florian Liszkowski, Anm. d. Red.) kein Innenverteidiger ist, obwohl er seinen Job spektakulär gut macht. Wenn wir einen Spieler für die Defensive finden, kann Flo wieder ins Mittelfeld. Wir sind flexibel – je nachdem, wie es passt.

Wenn Sie für die Offensive keine Verstärkung finden, wie bringen Sie der Mannschaft dann das Tore schießen bei?

Knappik: Na, wenn das so einfach wäre. Ich nehme da sehr gerne Ratschläge entgegen.

Auch wenn ein richtiger Top-Torschütze fehlt: Gab es trotzdem einen Spieler, der Sie überrascht hat?

Knappik: Ja, Tim Genkel zum Beispiel. Er hat seine Rolle in der Mannschaft super angenommen und für uns entscheidende Tore gemacht. Aber auch Kristan Baden und Christopher Hesse machen das immer besser. 

Delventhal: Für mich haben das Flo und Simon (Willenbrock, Anm. d. Red.) echt gut gemacht. Sie haben großen Anteil daran, dass wir die beste Abwehr der Liga stellen. Aber ich tue mich schwer, einen Spieler hervorzuheben. Die Mannschaft macht das toll. 

Knappik: Generell gibt es sieben bis acht Spieler, auf die man sich echt immer verlassen kann. Das ist natürlich Gold wert für uns.

Genauso wie Sie vermutlich Gold wert für die Mannschaft sind, schließlich könnten Sie als Trainergespann kaum unterschiedlicher sein, oder?

Knappik: Das ist unser Erfolgsrezept und ein ziemliches Unikat. Wir ergänzen uns gut. Ich bin emotional. Uwe ist ruhig und findet immer die richtigen Worte. Wir sind wie ein altes Ehepaar. 

Delventhal: Das stimmt – auch wenn wir mal anderer Meinung sind, finden wir immer wieder zu einander.

Klingt nach einer guten Basis für die Relegation zur Bezirksliga ...

Knappik: Auf jeden Fall. Im Sommer könnten sich für uns neue Türen öffnen. Wir wollen es schaffen, aber da gehört mehr dazu, als das nur auszusprechen.

Zahlen und Fakten

Spielklasse: Kreisliga

Aktueller Tabellenplatz: 3

Unser Tabellenplatz-Tipp vor der Saison: 5

Spiele / Punkte / Tore: 16 / 27 / 27:17

Siege / Unentschieden / Niederlagen: 8 / 3 / 5

Punkte pro Spiel: 1,69

Tore pro Spiel / Gegentore pro Spiel: 1,69 / 1,06

Beste Torschützen: Daniel Moderau (5), Leon Linke (5), Jonathan Orth (5)

Eingesetzte Spieler: 28

Meiste Einsätze: Simon Willenbrock (15), Sebastian Lauridsen (15), Christopher Hesse (15)

Höchster Sieg: 4:0 gegen den SV Anderlingen

Höchste Niederlage: 2:4 gegen den VfL Visselhövede

Rote Karten: -

Gelb-Rote Karten: -

Gelbe Karten: 25

Kommentar zum Thema

Potenzial nur noch auf den Platz bringen

Von Lea Oetjen

Keine Frage: Die SG Unterstedt hat Potenzial. Allerdings mangelt es der jungen Mannschaft noch daran, ihre Leistung konstant auf den Platz zu bringen. Zu selten gelingt es dem Team, seine Qualität abzurufen, zu oft schwächelt es dafür – vor allem in der Offensive – gegen schlechtere Gegner. 

Aber das ist kein Wunder. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass die Unterstedter in der Hinrunde Ausfälle von Leistungsträgern zu verkraften hatten. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung schafften es die Grün-Weißen dennoch, die Ausfälle meist zu kompensieren. Die SG Unterstedt steht verdient auf dem dritten Platz der Kreisliga-Tabelle. 

Und sofern es der Mannschaft gelingt, ihr Potenzial konstanter auszuspielen, hat sie gute Chancen, sich den Aufstiegsrelegationsplatz noch zu sichern. Ob ihr dieser angesichts der Personallage aber überhaupt zu wünschen ist, ist fraglich.

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