RSV müht sich zum 1:0-Sieg gegen Verden und ist nach Patzern der Konkurrenz wieder oben dran

Klützke sticht im richtigen Moment

Da ist er, der 1:0-Siegtreffer: Kevin Klützke schiebt den Ball clever an Verdens Keeper Stefan Wöhlke vorbei ins Tor. - Fotos: Freese

Rotenburg - Helene Fischer ist out! Kerstin Ott ist in! Zumindest beim Rotenburger SV, aus dessen Kabine der Song „Die immer lacht“ dröhnte. Einige Meter weiter, am anderen Ende des Umkleidetraktes, herrschte indes Totenstille. Kein Wunder: Während der RSV nach dem doch recht schmeichelhaften 1:0 (1:0)-Derby-Heimsieg und den Patzern der Konkurrenz immer dichter an die Tabellenspitze der Fußball-Landesliga heranrückt, befindet sich der FC Verden 04 endgültig in akuter Abstiegsgefahr.

Verdens beste Szene vergab Achmed Turgay (r.), weil Rotenburgs Torwart Henner Lohmann rechtzeitig aus seinem Kasten geeilt war und parierte.

„Sicher ist uns das bewusst“, betonte Marco Wahlers, der rechte Verteidiger und Sprecher des Verdener Interimstrainer-Trios. „Wir müssen aber nicht auf die anderen gucken, sondern auf uns selbst.“ Das könnte angesichts des schiefen Tabellenbildes jedoch nicht reichen. Eintracht Cuxhaven etwa hat auf dem ersten Abstiegsplatz liegend bisher sechs Spiele weniger als die Allerstädter bestritten. Solche Sorgen können dem RSV egal sein, auch wenn die Revanche für die 0:7-Hinspieschlappe vor rund 140 Zuschauern alles andere als überzeugend war. „Wir haben einfach keinen Zugriff auf das Spiel gehabt“, räumte Coach Jan Fitschen ein. „Vor einiger Zeit hätten wir so ein Spiel aber noch verloren. Jetzt machen wir ein dreckiges Tor und gewinnen.“

Das Tor war dabei auch bitter nötig und stellte den Spielverlauf in der 20. Minute doch ziemlich auf den Kopf. Bis dahin hatten sich die Gastgeber kaum vom Verdener Druck befreien können, agierten flatter- und fehlerhaft, brachten nur wenige Pässe zum Mitspieler und traten nicht gerade als Filigrantechniker auch – so oft, wie ihnen die Bälle vom Fuß hüpften. Letztlich reichte aber dieser eine sehenswerte Spielzug, den Yannik Malende einleitete. Clever steckte Tim Ebersbach mit einem „Tunnel“ durch die Beine von Waldemar Wart zu Kevin Klützke durch – und der Kapitän schob an Keeper Stefan Wöhlke vorbei.

Klützke, der sich später seine fünfte Gelbe Karte einhandelte und somit am Ostersamstag im Spitzenspiel bei Blau-Weiß Bornreihe fehlt, war auch sonst Rotenburgs bester Feldspieler, „mit Abstand“, wie sein Coach betonte. Der Sechser räumte vieles vor der Abwehr weg und „hat den Laden im Mittelfeld zusammengehalten“. Seine Nebenleute sorgten für wenig Entlastung, auch die Abwehr hatte anfänglich große Probleme, sodass Fitschen nach 25 Minuten zu Plan B griff und von der Dreier- auf die Viererkette umstellte. „Wir hatten nicht die Ruhe am Ball“, stellte er fest. Zudem schied mit Tobias Kirschke der zweite Wühler im Mittelfeld früh aus, nachdem er sich das Knie verdreht hatte (31.). Jelle Röben stand wiederum gar nicht erst auf dem Spielberichtsbogen – er hatte im Abschlusstraining eine Waden- und Schienbeinprellung erlitten.

Verden hatte zwar über weite Strecken ein optisches Übergewicht, nutzte dieses aber nicht aus. „Spielerisch waren wir auf dem gleichen Niveau wie Rotenburg, aber wir sind nicht zum Torabschluss gekommen“, monierte Marco Wahlers. Die beste Chance vereitelte RSV-Keeper Henner Lohmann gegen Achmed Turgay (8.). Hinzu kam, dass auch Referee Jonas Behrens (TSV Lamstedt) nicht auf die Wünsche der Verdener einging. Die hätten gerne einen Strafstoß bekommen, nachdem Klützke mit einem kleinen Schubser Patrick Zimmermann gestört hatte (25.). Doch auch der RSV, der seine zweite gute Chance mit einem Pfostenschuss von Ebersbach besessen hatte (52.), wäre gerne zum Punkt geschritten. „Ein klares Ding“, bemerkte Malende, der von Wart in der Nachspielzeit gefoult worden war – der Referee sah den Tatort aber vor dem Strafraum.

Dem RSV konnte es letztlich egal sein. Er ist auch so wieder ganz dick im Titelgeschäft. Jan Fitschen gefällt diese Position: „Wir sehen das ganz entspannt. Und wenn keiner will, dann sind wir da“, meinte er schmunzelnd, während im Hintergrund Kerstin Ott sang.

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