Ausnahme-Sportler gelingt Qualifikation

Klindworth löst Ticket für Ironman

Jürgen Klindworth (vorne) belegte in seiner Altersklasse M 55 den zweiten Platz. Damit hat er sich eines der begehrten Tickets für die Ironman-WM in Hawaii gesichert.

Scheeßel - 2869 Teilnehmer, aber nur 40 Startplätze für die Weltmeisterschaft auf Hawaii (USA). Am Ende hat sich sein eiserner Wille durchgesetzt: Jürgen Klindworth hat in Klagenfurt (Österreich) eines der begehrten Tickets für die Mutter aller Triathlons, dem Ironman World Championship, gesichert, der am 8. Oktober auf der Hawaiianischen Insel Big Island ausgetragen wird.

Für die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen hat der Ausnahmesportler des TV Scheeßel gerade einmal 10:06:46 Stunden gebraucht. Damit überquerte Klindworth in seiner Altersklasse M 55 (55- bis 59-jährigen) die Ziellinie als Zweiter, und darf sich somit über seine siebte Teilnahme beim berühmtesten Triathlon der Welt freuen.

Während es für viele Teilnehmer bei einem Ironman darum geht, das Ziel oder eine gute Zeit zu erreichen, „hatte ich Platz eins oder zwei im Visier“, gab sich Klindworth bereits vor dem Start selbstbewusst.

Um das Gedränge beim Start im Wörthersee zu vermeiden, wurde ein sogenannter „Rolling Schwim Start“ eingeführt. Alle fünf Sekunden wurden zwölf Athleten auf ihr Ironman-Abenteuer geschickt, „daher dauerte es ungefähr 20 Minuten, bis alle Athleten gestartet waren“, berichtete Klindworth, der nach 1:03:57 Stunden an Position sieben aus dem Wasser stieg. Das Training der vierten Disziplin – des Wechsels – machte sich wieder bezahlt, denn der Scheeßeler stieg als sechster auf sein Rennrad. Die erste von zwei Radrunden wurde auf einem trockenen Pflaster gefahren, anschließend setzte Regen ein und erschwerte den Radfahrern die Abfahrten nach den zähen Anstiegen am Faaker See und auf den Rupertiberg.

Der Triathlet des TV Scheeßel hatte zu diesem Zeitpunkt noch 60 Kilometer vor sich. „Durch die stark abfallenden Temperaturen fror ich und kühlte im nassen Triathlonanzug aus.“ Zum einen fehlte ihm nun die Energie, um die volle Leistung abrufen zu können und zum anderen stieg die Sturzgefahr – insbesondere in den nassen Kurven. „Aber die Probleme hatten alle.“ Klindworths Strategie, kein erhöhtes Risiko einzugehen und auf den mit 1 680 Höhenmetern gespickten Kurs „nicht zu viele Körner zu lassen“, bewährte sich, „schließlich mussten danach noch zwei Runden á 21,1 Kilometer gelaufen werden“. Wie zu erwarten war, verlor Klindworth auf dem Rad einige Plätze. Doch er teilte seine Kräfte besser ein als seine Mitstreiter und kämpfte sich mit einer konstanten Geschwindigkeit auf Platz zwölf zurück.

Doch Klindworth gab nicht auf und rollte das Feld beim Marathonlauf – der letzten Disziplin beim Triathlon – von hinten auf. So hatte er sich bereits nach dem ersten Drittel der Strecke auf Platz acht vorgearbeitet. „Bis zur nächsten Zeitnahme bei Kilometer 17,1 überholte ich nicht nur den M 55-Sieger des vergangenen Jahres, sondern auch drei weitere Sportler“, freute er sich. Nach 21,1 Kilometern fehlten Klindworth gerade einmal noch fünf Minuten auf Platz zwei. Da er aber noch einmal alles aus sich herausholte, ging die Rechnung auf. Nach 28 Kilometern war nur noch Klaus Rohracker aus Burgkirchen vor ihm, den er am Ende aber nicht mehr einholen konnte. Dennoch brauchte Klindworth für die Marathonstrecke gerade einmal 3:30:25 Stunden und erreichte nach einer Gesamtzeit von 10:06:46 Stunden völlig entkräftet aber glücklich die Ziellinie – inklusive Ticket für seine siebte Ironman-WM-Teilnahme.

jdi

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