Die neuen Fußballregeln gelten / Referees auf Lehrabenden geschult

Klassifizierung des Handspiels

Die alte Handregel sorgte für viel Unruhe und viele Diskussionen: Vor allem beim SV Rot-Weiß Scheeßel war der Unmut groß. Am vorletzten Spieltag der Kreisliga-Saison gab Schiedsrichter Micha-Tobias Horlbogge (Bremervörder SC,l.) dem TV Stemmen einen Handelfmeter. Die Schwarz-Gelben verwandelten, und Scheeßel stieg deshalb ab. Scheeßels Kapitän Jonas Teifel (r.) konnte es nicht verstehen. Foto: freese

Rotenburg - Von Vincent Wuttke. Die FIFA hat Anfang März in Zusammenarbeit mit der International Football Association (IFAB) die neuen Fußballregeln beschlossen. Seit dem 1. Juli gelten sie auch im Amateurfußball bis zur 4. Kreisklasse. Damit die richtige Umsetzung der Referees gewährleistet wird, hat der Niedersächsische Fußballverband (NFV) Kreis Rotenburg die Schiedsrichter in der Sommerpause geschult.

Die neuen Regeln werden vor jeder Saison in Form einer schriftlichen Zusammenfassung an die Kreise verteilt. „Dabei werden die üblichen Hierarchiestufen eingehalten“, erklärt Kreisschiedsrichter-Lehrwart Sören Busch. Das bedeutet: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) informiert die Verbände, die geben dem Bezirk Bescheid, der wiederum setzt die Kreise in Kenntnis und die geben die Zusammenfassungen an die Schiedsrichter weiter. Im NFV-Kreis Rotenburg übernimmt der Schiedsrichterausschuss die Schulung der Unparteiischen. In jedem Sommer gibt es zwei Lehrabende mit dem Thema Regeländerungen. Dabei werden die neuen Auslegungen mit  Präsentationen und Rollenspielen an die Schiedsrichter vermittelt. „Die Unterlagen für die Schulungen erhalten wir vom Niedersächsischen Fußballverband, der dabei wirklich einen hervorragenden Job macht“, lobt Busch. „Sehr schnell nach Bekanntgabe bekommen wir bereits Präsentationen und weitere Erklärungen, um unsere Schiedsrichter optimal vorzubereiten.“

In diesem Jahr gibt es mehr Änderungen als zuletzt. Zum einen gebe es Veränderungen, die jedem Spieler sofort auffallen und dadurch schnellen Einfluss auf die Praxis nehmen würden. Zum anderen gebe es solche, die zwar wichtig sind, aber voraussichtlich nur die wenigsten Spiele betreffen. „Deshalb würde ich bei Regeländerungen nicht die Einteilung in wichtig und unwichtig vornehmen, sondern die Einteilung in auffällig und unauffällig“, meint Busch.

Zur Saison 2019/2020 wird jedem Kapitän eine Änderung auffallen. In Zukunft darf der Gewinner der Platzwahl entscheiden, ob seine Mannschaft Anstoß hat oder sich die Seite aussuchen möchte. Zudem ist der Referee keine Luft mehr. Wird er vom Ball berührt, gibt es an der Stelle einen Schiedsrichterball. Auch neu: Ein Torwart kann kein Eigentor erzielen, wenn er den Ball beim Abwurf ins eigene Tor befördert. Für die Mannschaften wird es außerdem leichter, das Spielgerät bei einem Abstoß flach herauszuspielen. Der Ball muss nicht den Strafraum verlassen bis zum ersten Kontakt des Mitspielers. Dem Zeitspiel bei Auswechslungen wird vorgebeugt. Spieler müssen das Feld an der nächstgelegenen Außenlinie verlassen. Und in einer Mauer dürfen bei Freistößen keine Mitspieler mehr stehen.

„Voraussichtlich wird aber hauptsächlich über die Anpassungen im Bereich Handspiel gesprochen“, glaubt der Regel-Experte. Es wurden neue Definitionen zum Thema unabsichtliches Handspiel aufgenommen, um für mehr Klarheit auf den Plätzen zu sorgen. In Zukunft ist es zum Beispiel ausgeschlossen, dass ein Spieler ein Tor mit der Hand erzielt oder eine Torchance mit der Hand vorbereitet, selbst wenn die Berührung unabsichtlich erfolgte. In diesen Fällen ist immer auf direkten Freistoß zu entscheiden. Außerdem wurde noch einmal genauer beschrieben, was eine unnatürliche Handhaltung ist und was nicht. „Die zusätzlichen Erläuterungen können diesem Thema für alle Beteiligten nur gut tun“, hofft Busch auf weniger Diskussionen während der Spiele.

Die Handregel im Wortlaut

Ein Vergehen liegt vor, wenn ein Spieler...

.   den Ball absichtlich mit der Hand/dem Arm berührt.

.   in Ballbesitz gelangt, nachdem ihm der Ball an die Hand/den Arm springt und danach ins gegnerische Tor trifft, zu einer Torchance kommt oder direkt mit der Hand/dem Arm ins gegnerische Tor trifft.

Ein Vergehen liegt in der Regel vor, wenn ein Spieler...

. .  den Ball mit der Hand/den Arm berührt.

.   seinen Körper aufgrund der Hand-/Armhaltung unnatürlich vergrößert.

.   seine/n Hand/Arm über dem Kopf ausgestreckt hat (außer der Spieler spielt den Ball vorher absichtlich mit dem Kopf oder Körper und der Ball springt ihm dabei an die Hand).

Ein Vergehen liegt in der Regel nicht vor, obwohl der Ball in einer der Situationen an die Hand/den Arm eines Spielers prallt.

.  Der Ball springt direkt vom Kopf oder Körper (einschließlich des Fußes) des Spielers an dessen Arm/Hand.

.  Der Ball springt direkt vom Kopf oder Körper (einschließlich des Fußes) eines Spielers an die Hand/den Arm eines anderen, nahestehenden Spielers.

. Die Hand/der Arm ist nahe am Körper, und die Hand-/Armhaltung vergrößert den Körper nicht unnatürlich.

.  Ein Spieler berührt den Ball im Fallen mit der Hand/den Arm, wobei sich sein Arm/seine Hand dabei zum Abfangen des Sturzes zwischen Körper und Boden befindet und nicht seitlich oder senkrecht vom Körper weggestreckt wird.

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